{"id":31,"date":"2008-10-07T13:13:03","date_gmt":"2008-10-07T13:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/joe.tyberis.com\/caminodesantiago\/?p=31"},"modified":"2012-05-06T13:13:03","modified_gmt":"2012-05-06T13:13:03","slug":"burgos-leon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/joe.tyberis.com\/caminodesantiago\/2008\/10\/07\/burgos-leon\/","title":{"rendered":"Burgos &#8211; Leon"},"content":{"rendered":"<div align=\"right\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: xx-small;\">.<\/span><\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">7.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Burgos<\/span><\/strong><strong><span style=\"font-size: 16pt;\"> \u2013 Hontanas (65 EW); 30.7 km; 7 h; 2220 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Grenzenlos blauer Himmel. Ausgangs von Burgos formiert sich eine Prozession von Pilgern. Wenn das nur gut geht. Wir bef\u00fcrchten, dass die meisten wie wir nach Hontanas str\u00f6men, ein Dorf mit 65 Einwohnern. Die Deutschen stellen eine wichtige Minderheit unter den Wanderern dar. Mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen, bedeutet einen Initialaufwand, den sie selber kaum leisten. Einer, der den Camino zum zweiten Mal macht, diesmal ohne seine Frau, kl\u00e4rt mich \u00fcber den Massen-Exodus auf. Das neu er\u00f6ffnete Pilgerhaus in Burgos entl\u00e4sst seine Besucher fr\u00fchestens um sieben Uhr, so dass es jeweils zu einem Massenstart kommt. Alle scheinen um die beschr\u00e4nkten Beherbergungsm\u00f6glichkeiten zu wissen, deshalb ziehen manche los wie die Feuerwehr. Bei der Zwischenverpflegung unterwegs werden sie wieder \u00fcberholt. Daraus ergibt sich eine gewisse Taktik. Die Italiener senden ihr K\u00fcken Laura (17) voraus, wie es scheint mit den Pilgerp\u00e4ssen der ganzen Gruppe. Aber sie besitzt nicht die n\u00f6tige Ausdauer und f\u00e4llt bald ins \u201aFeld\u2019 zur\u00fcck. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Michiko hat erstaunliche konditionelle Fortschritte gemacht. Ich glaube kaum, dass die junge \u201aAHVrau\u2019 eine gleichaltrige zu f\u00fcrchten braucht. Und sie ist selbst \u00fcberrascht und stolz auf ihre Leistung. Jetzt, wo die schier unendlichen Flachetappen anstehen, f\u00fcrchtet sie die 30 km pro Tag nicht mehr. In dieser Beziehung wird heute auf der ersten Streckenh\u00e4lfte topografisch noch etwas Abwechslung geboten, obwohl die Stoppelfelder dominieren. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und was denkt man die ganzen langen Stunden w\u00e4hrend des Marschierens? Man sinniert vor sich hin. Man gr\u00fcsst vertraute Gesichter,\u00a0plaudert mit einigen, wenn einem zu Mute ist. Es ist halt ein Vorteil, wenn man mehrere Sprachen beherrscht. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Obwohl ich \u00fcber dreissig Berufsjahre kein Spanisch brauchte, bereitet mir diese Sprache keine M\u00fche. Ich verdanke dies meiner Literaturprofessorin Alicia Correa von der UNAM in Mexiko-Stadt. Sie liess ihre Studenten t\u00e4glich schriftliche Analysen lateinamerikanischer Kurzgeschichten schreiben. Es war aber ihr Wesen, ihr Charisma, welches drei ihrer Studenten zu H\u00f6chstleistungen trieb, einen US-Amerikaner, einen D\u00e4nen und mich. Keiner von uns gab sich mit einer Note unter <em>excelente, <\/em>vortrefflich, zufrieden. Wer einmal \u201anur\u2019 eine <em>muy bien, <\/em>sehr gut, kassierte, versorgte sein Papier beh\u00e4nde unter dem Pultdeckel. Als der Student mit der weitaus schlechtesten Vorbildung kauerte ich vier bis sechs Stunden am Abend \u00fcber meinem <em>Peque\u00f1o Larousse, <\/em>um \u00fcberall das zutreffende Adjektiv, die ausgefeilte Wendung zu finden. Erst am Ende des Semesters wagte ich, was die andern beiden Streber \u00a0zu gerne getan h\u00e4tten: Ich lud Alicia in den Ausgang ein. Und sie beschied mir, dass sie erstmals seit acht Jahren eine m\u00e4nnliche Einladung angenommen habe. Sie sei kurz verheiratet gewesen, ihr Mann habe sie auf der Hochzeitsreise geschw\u00e4ngert, aber sie habe in dieser Zeit auch herausfinden m\u00fcssen, dass er schon verheiratet war, was im Mexiko der Siebzigerjahre offenbar m\u00f6glich war. Alicia mit Doktorhut in spanischer Literatur liess sich auf der Stelle scheiden und zog ihren Sohn als allein erziehende Mutter auf. Noch im Flugzeug zur\u00fcck nach Europa und ohne W\u00f6rterbuch zur Stelle schrieb ich Alicia einen Brief\u00a0<em>Adi\u00f3s Am\u00e9rica, <\/em>worin sie verklausuliert vorkam. Sie war so angetan von meinen Zeilen, dass sie mich um Erlaubnis ersuchte, den Brief in der neu gegr\u00fcndeten Publikation f\u00fcr ausl\u00e4ndische Studenten der Nationaluniversit\u00e4t zu ver\u00f6ffentlichen. Dagegen hatte meine Eitelkeit allerdings nichts einzuwenden, wenn sie mir nur ein Exemplar zukommen liesse. Und tats\u00e4chlich, in der Nummer 1 auf der Frontseite stand mein <em>Adi\u00f3s Am\u00e9rica. <\/em>Und auf Seite drei dann eine recht philosophische Gegen\u00fcberstellung der Charaktere Hitlers und Don Quijotes, verfasst von meinem amerikanischen \u201aNebenbuhler\u2019. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die hohe Motivation von vor 33 Jahren zahlt sich nun erstmals aus.\u00a0Wenn allerdings italienisch gefragt ist, so greife ich auf mein Jahr in Chiasso zur\u00fcck, noch vor meinem Mexiko-Aufenthalt. Dass sich die beiden \u00e4hnlichen Sprachen gelegentlich ins Gehege kommen, scheint nicht zu st\u00f6ren, die Transalpinen sind froh, nicht selber \u201aausl\u00e4ndisch\u2019 reden zu m\u00fcssen. So ergeht es dem italienischen Ehepaar Ottavio und Teresa, dem wir heute wieder einmal begegnet sind. Wir haben es seit unserem \u201aSchlaf unter den Sternen\u2019 in Torres del Rio vermisst. Im Gegensatz zu uns wandern sie im Gleichschritt und nehmen l\u00e4ngere Auszeiten, um sich aus dem Rucksack zu verpflegen. Sie bleiben noch bis Le\u00f3n, denn den Camino von dort bis Santiago haben sie bereits im Vorjahr gemacht. <\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0.<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52290.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Rasten mit den Italienern<\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Hontanas k\u00f6nnen wir f\u00fcr 25 Euros ein Doppelzimmer belegen, ein neues Zimmer mit Dachschr\u00e4ge und Skih\u00fctten-Romantik. In einem Ort mit 65 Einwohnern ebenso ungewohnt, wie der Audi Q7, der an einer der wenigen Strassenecken parkiert steht. Vermutlich ein Wochenend-Aufenthalter, nehmen zwei Teenager aus Burgos an, welche best\u00e4tigen, dass dieser Ort kein Schulhaus besitzt. <\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\">\u00a0.<\/div>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52289.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/div>\n<div align=\"right\"><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Hontanas &#8211; Skih\u00fctten-Romantik im Doppelzimmer<\/span><\/div>\n<div align=\"right\">.<\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">8.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Hontanas \u2013 Boadilla del Camino (175 EW); 29.7 km; 6 h 23\u2019; 1544 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Meine Polar-Uhr, da Montag, zeigt an, dass ich vergangene Woche 511%\u00a0meiner Vorgabe erf\u00fcllt habe, die Steigerung erkl\u00e4rt sich durch einen zus\u00e4tzlichen \u201aArbeitstag\u2019. <\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0.<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52292.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: medium;\">Camino-Alltag\u00a0mit der Sonne im R\u00fccken<\/span><\/div>\n<div align=\"left\"><span style=\"color: #ffffff; font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"left\"><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wieder ein Teilst\u00fcck durch Stoppelfelder, welche die umliegenden H\u00fcgel wie D\u00fcnen aussehen lassen. Keineswegs so langweilig, wie im Reisef\u00fchrer beschrieben. Ausserdem wieder Sonnenschein mit sanftem Wind, ideal f\u00fcrs Wandern. Heinz aus Deutschland macht den Camino zum vierten Mal und weiss immer noch nicht warum. So mache ich mir ebenfalls keine Anstrengung in dieser Richtung. Heinz kann auch nicht sagen, weshalb viele seiner Landsleute morgens an einem vor\u00fcber gehen, so, als ob es uns nicht g\u00e4be. Einen Bayer spreche ich darauf an. Er meint, er h\u00e4tte doch bereits einmal gegr\u00fcsst und er brauche sich nicht zu wiederholen. Dabei war er im Schutz der Dunkelheit nach vorn geprescht, ohne eine Schnurre aufzutun. Ihm und einigen andern bleiben ja noch ein paar hundert Kilometer zum \u00dcberlegen. Sonst keine Bahn brechenden neuen Erkenntnisse. Wir sind auch nicht b\u00f6se, dass wir eine halbe Stunde fr\u00fcher als erwartet am Tagesziel eintreffen. Ich springe sogleich ins Schwimmbecken, das im Garten der Herberge, da ungeheizt, sonst niemanden anlockt.<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0.<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52295.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Boadilla del Camino &#8211; Herberge mit Swimming Pool<\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was geschieht bei Ankunft an einem Etappenziel? In aller Regel liegen die Pilgerherbergen direkt am Camino, oder der Weg dahin ist durch entsprechende Hinweistafeln und gelbe Pfeile am Boden deutlich gekennzeichnet. An gewissen Orten wird um die Pilger gebuhlt. Als erstes zeigt man seinen Pilgerpass (credencial) und erh\u00e4lt den Stempel des Hauses und das Datum der Ankunft eingetragen. Der Preis f\u00fcr das \u00dcbernachten liegt zwischen 3-6 Euros. Man sucht sich ein Bett aus oder besetzt eins, das noch frei ist. In den ersten Nachmittagsstunden denkt Michiko jeweils als erstes an das Waschen der verschwitzten Klamotten. So wird alles trocken bis die Sonne untergeht. Ich mache in dieser Zeit meine schweissnassen Notizen des Tages. Gegen drei Uhr essen wir ein Dreigangmen\u00fc, im Haus oder Dorf. Dann ruhen wir uns aus, bis um 17:00 Uhr die Siesta zu Ende geht. Danach besorgen wir das N\u00f6tige f\u00fcr den Folgetag, den wir vorg\u00e4ngig planen. Nach einem leichten Nachtessen machen wir unsere Rucks\u00e4cke soweit m\u00f6glich reisefertig, denn ab 22 Uhr ist offiziell Ruhe verordnet.<\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">9.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Boadilla del Camino \u2013 Carri\u00f3n de los Condes (2&#8217;386 EW); 25.5 km; 5h 30\u2019; 1834 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Tag der Erleuchtung! Wie \u00fcblich beginnt fr\u00fchmorgens im Dunkel des Schlafsaales ein emsiges Kommen und Gehen. Taschenlampen blitzen auf. Aber es ist das Wetterleuchten draussen, welches das stumme Thema der Fr\u00fchaufsteher bildet. Beim Verlassen der Herberge prasselt der Regen derart heftig nieder, dass alle den R\u00fcckw\u00e4rtsgang einlegen. Manche retten sich in den Fr\u00fchst\u00fcckssaal, um Zeit zu kaufen. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Regen stoppt tats\u00e4chlich, die Strassen trocknen schnell ab und wir beginnen unsern Marsch in die baumlose, pechschwarze Weite. Wetterleuchten begleitet uns, ohne dass man das Donnergrollen einem bestimmten Blitz zuordnen kann. Aber es scheint bald klar, dass wir uns in Richtung Gewitterherd bewegen. Blitz, einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig\u2026kaum ein Kilometer vor uns entl\u00e4dt sich ein Gewitter. Und schon k\u00fcbelt es wieder. Kein Haus in Sicht. Die Nacht wird immer h\u00e4ufiger f\u00fcr Sekundenbruchteile zum Tag, die Donnerschl\u00e4ge folgen den bizarren Blitzzacken auf dem Fuss. Dort, ein kleines Steinh\u00e4uschen am Wegrand! Gedanken an einen Faradayschen K\u00e4fig. Aber dazu m\u00fcsste die T\u00fcr offen sein. Die riesigen Pappeln fl\u00f6ssen auch kein grosses Vertrauen ein, wenn sie im Blitzgewitter wie schwarze Drohfinger gen Himmel zeigen. Wir erreichen den 207 Kilometer langen Canal de Castilla. Hoffnung keimt auf, dass er Zeus\u2019 Keulen anzieht und uns verschont. Meinen nassen Pilgerstab halte ich bereits seit einer Weile in der Horizontalen, um kein Argument f\u00fcr die Blitze zu sein. Instinktiv haben wir vier oder f\u00fcnf Fr\u00fchaufsteher in Abst\u00e4nden voneinander zu marschieren begonnen. Man nennt das Risikostreuung. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie um einen Anflug von Angst zu unterdr\u00fccken, beginne ich damit, das wunderbare Gedicht von Hermann Hesse vom Wandern im Nebel zu verballhornen, indem ich den Nebel mit dem Regen tausche:<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Seltsam, im Regen zu wandern!<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bachnass ist jeder Busch und Stein,<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kein Baum sch\u00fctzt den andern,<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Jeder trieft allein.<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Voll von Freuden war mir die Welt,<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">als noch mein Rucksack dicht war,<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nun, da der Regen f\u00e4llt<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Stellt er Mehrgewicht dar.<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wahrlich, keiner ist weise,<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der dem Regen nichts abgewinnt<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Selbst dann, wenn er leise<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Vom Nacken zum Po nieder rinnt!<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Heilsam, im Regen zu wandern!<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Regenwasser muss sein,<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sonst welkt neben andern<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Heider\u00f6slein! <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">(F\u00fcr \u00c4stheten, hier das Original <strong><em>Im Nebel<\/em><\/strong>, von Hermann Hesse):<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div>\n<p><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>Seltsam, im Nebel zu wandern!<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p>Einsam ist jeder Busch und Stein,<\/p>\n<p>Kein Baum sieht den anderen,<\/p>\n<p>Jeder ist allein.<\/p>\n<p>Voll von Freunden war mir die Welt,<\/p>\n<p>Als noch mein Leben licht war,<\/p>\n<p>Nun, da der Nebel f\u00e4llt,<\/p>\n<p>Ist keiner mehr sichtbar.<\/p>\n<p>Wahrlich, keiner ist weise,<\/p>\n<p>Der nicht das Dunkel kennt,<\/p>\n<p>Das unentrinnbar und leise.<\/p>\n<p>Von allen ihn trennt.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>Seltsam, im Nebel zu wandern!<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p>Leben ist einsam sein.<\/p>\n<p>Kein Mensch kennt den anderen,<\/p>\n<p>Jeder ist allein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4ren wir doch in der Herberge geblieben, dieser paradiesischen Oase inmitten vieler dem Verfall anheim gestellter H\u00fctten der Siedlung, die nicht einmal einen Dorfladen besitzt! Wo ich gestern voller Stolz ins ungeheizte Schwimmbecken sprang, sicher, die Blicke der bereits eingetroffenen Pilger auf meine vielleicht doch ein wenig abgespeckten Lendenrundungen gerichtet zu wissen. Sollte dies das letzte Refugium gewesen sein?<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Alternativ tr\u00e4llere ich: \u201e\u2026 <em>in Gewitternacht und Grauen<\/em>\u2026\u201c finde \u00a0aber den Schweizerpsalm f\u00fcr meine Marschkadenz ungeeignet.<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Langsam zeigt sich, dass die Gewitterzone sich seitw\u00e4rts verschiebt. Wir treffen im n\u00e4chsten Dorf ein, trinken eine Kola im Stehen, da die Unterhose wie eine zweite Haut auf dem Po klebt.<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie durch ein Wunder hellt der Himmel auf und wir finden nach dem Auftakt des Morgens, dass der folgende, wie mit einem Lineal gezogene, zehn Kilometer lange Pilgerweg durchaus erholsam sein kann. Jene, die zwei Stunden sp\u00e4ter aufgestanden sind, kamen um ein paar emotionale Minuten herum. Nicht jeder erlebt halt die Erleuchtung gleichzeitig und auf die gleiche Art. <\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/53963.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"color: #ff9900; font-size: small;\"><span style=\"font-family: 'Comic Sans MS';\">St\u00f6rche beleben viele Kircht\u00fcrme, hier in <span style=\"color: #ff6600;\"><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: small;\">Carri\u00f3n<\/span> <\/span>de los Condes<\/span><\/span><\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">10.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Carri\u00f3n de los Condes \u2013 Terradillos de los Templarios (90 EW); 27.9 km; 6 h 12\u2019; 2222 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Eine Ultraflach-Etappe unter einem hellblauen Himmel. Auch der Planet flach bis zur Erdkr\u00fcmmung, wo ein gr\u00fcnes Band den \u00dcbergang von der strohgelben Erde zum Universum markiert. Wie an einer l\u00fcckenhaften Perlenkette gewahrt man die Pilger auf dem Original-Pilgerweg. Stundenlang keine Bars oder Schattenpl\u00e4tze. Ansatzweise sind B\u00e4ume gepflanzt worden, welche in absehbarer Zeit Schatten spenden sollen. Wer hier leidet, leidet geh\u00f6rig. Man erkennt sie am Gang oder am Wegrand hockend. Wir sehen kaum noch bekannte Gesichter, es scheint, dass viele ab Burgos neu in den Camino eingestiegen sind. Mehr als Trost spenden k\u00f6nnen wir nicht. Es h\u00fclfe wenig, ihnen zu bekunden, dass ich nach wie vor keinerlei Beschwerden an den F\u00fcssen habe. Michiko wechselt wie gewohnt bei Halbzeit von Wanderschuhen in Sandalen.<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"center\">\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52327.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Camino de Santiago &#8211; Manchmal herrscht Gegenverkehr<\/span><\/div>\n<div align=\"right\">.<\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">11.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Terradillos de los Templarios \u2013 Bercianos del Real Camino (208 EW); 23.4 km; 5 h 20\u2019; 1226 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Leichtes Teilst\u00fcck. Kurz genug, um uns vor dem drohenden Regen in eine Herberge zu retten. Einige Mitbewohner in unserer gestrigen Herberge sollen sich Lebensmittelvergiftungen zugezogen haben. Eine Brasilianerin wird unterwegs zum n\u00e4chsten Ziel von der Ambulanz abgeholt. Andere klagen \u00fcber Erbrechen. Wir selbst haben dort zwei Mahlzeiten ohne Probleme zu uns genommen. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Obwohl wir uns, wie erw\u00e4hnt, auf einem topografisch anspruchslosen Parcours befinden, melden Rolf und Horst, zwei Deutsche, dass sie heute unheimlich M\u00fche haben. Sie bekunden unverhofft grosse Schmerzen im Schienbein. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Heute nehmen wir Abschied von Teresa und Ottavio, einem ruhigen italienischen Ehepaar in unserem Alter. Seit Torres del Rio haben sich unsere Wege oft gekreuzt; es brauchte einige Zeit, bis wir vom kurzen Gruss ein paar weitere Worte wechselten und endlich die Namen tauschten. Sie fahren ab Le\u00f3n mit der Eisenbahn zur\u00fcck nach Saint-Jean-Pied-de-Port, wo sie ihren Camper stationiert haben. Sie bedauern, auszusteigen, obwohl sie den restlichen Camino bis Santiago im Vorjahr absolviert haben. Der Abschied ist ganz r\u00fchrend. Teresa ist Lehrerin, Ottavio arbeitet in der Privatwirtschaft und steht ein Jahr vor der Pensionierung. <\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52686.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Ottavio &amp; Teresa arrivederci<\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bercianos del Real Camino hat 208 Einwohner. Das Dorfbild gleicht dem vieler Siedlungen am Camino. Die meisten Strassen und Gassen sind bis in die Hinterh\u00f6fe geteert und zwanzigfach geflickt worden. Ein Auto steht etwa alle hundert Meter. Hausw\u00e4nde aus Backstein l\u00f6sen solche aus Adobe ab. Die Fassaden sind b\u00fcndig zusammen gebaut, ohne Zwischenraum, jedoch nicht immer geometrisch gerade ausgerichtet. Die D\u00e4cher sind geneigt, ziegelrot oder verbleicht. Fernsehrechen darauf, auch wenn als st\u00f6rend empfunden, verraten, dass die H\u00e4user bewohnt sind. Irgendwo wird an einem Haus M\u00f6rtel aufgetragen. Ausgediente St\u00fctzbalken, auf ein paar Backsteine gelegt, dienen vor einigen H\u00e4usern als \u201aB\u00e4nkli vor dem H\u00fcsli\u2019. Balkone besitzen die zweist\u00f6ckigen Wohnungen nicht, alle Fenster sind jedoch mit schmiedeeisernen Verzierungen gesch\u00fctzt. Ein paar Alte gehen an St\u00f6cken. Die Inhaberin des Dorfladens beteuert jedoch, dass es im Dorf auch f\u00fcnf schulpflichtige Kinder gebe, dazu f\u00fcnf Kleinkinder. Bei ihr sind die Dorfneuigkeiten geb\u00fcndelt. Sie ber\u00e4t ihre Kundschaft gelegentlich auch in Lebensfragen. \u00a0\u00a0<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/53725.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Sonnenuntergang bei Bercianos del Real Camino<\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">In der einzigen Herberge des Ortes werden wir auf den Abendgottesdienst aufmerksam gemacht. Ein halbes Dutzend Pilger folgen der Einladung. Am Ende werden wir Pilger vor den Altar gebeten und erhalten den Pilgersegen. Der Dorfgeistliche spricht auch ein Tischgebet beim gemeinsamen Abendessen danach. Morgens werden wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck entlassen, welches wie der ganze Aufenthalt von freiwilligen Spenden der Pilger lebt. <\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">12.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Bercianos del Real Camino \u2013 Mansilla de las Mulas (1\u2019754 EW); 26.5 km; 6 h 15\u2019; 1658 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Unglaubliche 26 Kilometer, nichts als Ebene. Das Gef\u00fchl, dass der Horizont in einer Marschstunde erreicht werden k\u00f6nnte. Ideale Wanderbedingungen, der\u00a0Wegrand alle zehn Meter mit einem Ahornbaum bepflanzt. Wo diese Laubb\u00e4ume noch jung sind, werden sie von einer unterirdischen Bew\u00e4sserungsanlage gen\u00e4hrt. Wo sie ausgewachsen sind, spenden sie l\u00fcckenlos Schatten. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Heute weht ein herbstlicher Wind, so dass ich meine rote Windjacke auf mir trage. Das verr\u00e4t mich den zwei Japanerinnen Yoko und Ryoko, welche uns von weit hinten erkennen und wie verz\u00fcckt aufschliessen. Zwei Tagesetappen vor Burgos hatten sie den Bus genommen und jetzt finden wir uns wieder! Plaudernd vergehen die Stunden. In Reliegos machen wir Mittagshalt. Ein \u00e4lterer Niederl\u00e4nder bietet sich an, uns alle vier mit meiner Kamera einzufangen. Michiko bedankt sich und will die Kamera wieder entgegen nehmen. Der Fotograf fragt kurz, ob sie denn ihr oder mir geh\u00f6re. \u201eSpielt keine Rolle, diese Frau geh\u00f6rt ebenfalls mir\u201c, frotzele ich. \u201eGl\u00fccklicher Mann!\u201c findet er zu Recht.<\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die W\u00e4nde des kleinen Patios (Innenhof) unserer Herberge sind mit Geranien behangen. Laura versieht ihren Job als Hospitalera (Verantwortliche f\u00fcr eine Herberge) mit viel Humor und Coraz\u00f3n (Herzblut). Das G\u00e4stebuch legt beredtes Zeugnis ab von dankbaren und begeisterten Besuchern. <\/span><\/span><\/div>\n<p>div&gt;<span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Linda, eine Koreanerin, welche seit Tagen dieselben Strecken hinter sich bringt, wenngleich sie jeweils Stunden sp\u00e4ter eintrifft, kocht koreanisch. Beef kann sie im Dorfladen nicht auftreiben, Eier hat sie sechzehn St\u00fcck eingekauft, der kleinsten erh\u00e4ltlichen Einheit. <\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0.<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52296.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Mansilla de las Mulas &#8211; mit Linda im Patio der Herberge<\/span><\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-size: medium;\">.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf dem Hauptplatz werden die Lautsprecher getestet f\u00fcr die viert\u00e4gige Fiesta de la Virgen de la Gracia (Jungfrau des Dankes), \u00a0der Schutzpatronin der Stadt. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch Roberta, Cristina und Laura sind hier stecken geblieben. Sie hatten vorgehabt, bis Le\u00f3n durchzulaufen. Die bedauernswerte Laura (17) ist immer noch gezeichnet von den Nachwirkungen einer Magenverstimmung in Terradillos de los Templarios. Alle drei h\u00e4tten dasselbe verzehrt, nur sie hat es erwischt. <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gewisse Leute fordern mir besonderen Respekt ab. Anton aus Ober\u00f6sterreich hat die Strecke Linz &#8211; Santiago vor zwei Jahren zu Fuss gemacht und berichtet \u00fcber seine Erfahrungen auf dem Schweizer Abschnitt (Einsiedeln, Fl\u00fceli-Ranft, Br\u00fcnig, Fribourg). Er unternahm die Reise aus Dankbarkeit, einen Unfall mit L\u00e4hmungen als Folgeerscheinung erfolgreich gemeistert zu haben. Heute bleibt der b\u00e4rtige Schweiger jeweils nicht lange auf gleicher H\u00f6he mit andern Pilgern, er gibt Gas, wie er sagt, und zieht von dannen. Dieses Jahr hat er eine Zeit lang als Hospitalero in der Casa Austria in Los Arcos verbracht und wiederholt den Camino de Santiago von dort aus.\u00a0<\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">13.9.<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong><span style=\"font-size: 16pt;\">Mansilla de las Mulas \u2013 Le\u00f3n (130\u2019916 EW); 17.3 km; 3 h 45\u2019; 828 Kcal<\/span><\/strong><\/div>\n<div align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 16pt;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00fcrde man sich auf 30 Kilometer einstellen, man w\u00fcnschte sich nicht inniger, am Ziel zu sein. Schon kurz nach Aufbruch kommen wir in die weitere Agglomeration von Le\u00f3n, was das Wandern nicht abwechslungsreicher macht. Trotz Samstag, viel Verkehr. Erstmals st\u00f6rt mich die schlechte Luftqualit\u00e4t. Unterschlupf finden wir in der st\u00e4dtischen Jungendherberge etwas ausserhalb der Altstadt. Daf\u00fcr ist sie 24 Stunden zug\u00e4nglich und wir finden f\u00fcr ein paar zus\u00e4tzliche Euros ein Doppelzimmer. Drei Schweizer Jugendliche kommen offenbar gerade erst vom Ausgang nach Hause, als wir morgens schon unsere Ranzen packen und weiter ziehen. Wir haben Le\u00f3n bereits letztes Jahr von Salamanca aus besucht und sind auch diesmal wieder entz\u00fcckt von der Catedral de Le\u00f3n und ihren Glasmalereien, welche eine Gesamtfl\u00e4che von 1900 m2 bedecken sollen. <\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52297.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"color: #ff6600; font-family: 'Comic Sans MS'; font-size: small;\">Catedral de Le\u00f3n\u00a0&#8211; Glasmalereien<\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: block;\" src=\"\/caminodesantiago\/files\/2012\/05\/52298.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. 7.9. Burgos \u2013 Hontanas (65 EW); 30.7 km; 7 h; 2220 Kcal \u00a0 Grenzenlos blauer Himmel. 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