{"id":7,"date":"2013-05-02T23:32:50","date_gmt":"2013-05-02T21:32:50","guid":{"rendered":"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/?p=7"},"modified":"2013-05-10T16:21:10","modified_gmt":"2013-05-10T14:21:10","slug":"kumano-kodo-auf-historischen-pilgerwegen-in-japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/2013\/05\/02\/kumano-kodo-auf-historischen-pilgerwegen-in-japan\/","title":{"rendered":"Kumano Kodo \u2013 auf historischen Pilgerwegen in Japan"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. April 2013 -Anreise<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Derweil uns eine A340 600 der Lufthansa Richtung Japan tr\u00e4gt, lohnt es sich vielleicht, niederzuschreiben, was ich \u00fcber die n\u00e4chsten knapp drei Wochen weiss. Auch deshalb, weil das sehr wenig ist:<\/p>\n<p>Mit meiner Frau Michiko wandere ich auf tausendj\u00e4hrigen Pilgerwegen auf der japanischen Halbinsel Kii. Unsere Route f\u00fchrt auf ein paar hundert Kilometern \u00fcber P\u00e4sse zu drei grossen und wichtigen Schreinen. Diese sind, zusammen mit den Pfaden, in das UNESCO Register als Welterbe eingetragen, als bisher einzige weltweit neben dem spanischen Jakobsweg, dem Camino de Santiago!<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck kontrastiert mein Wissensdefizit mit der schier be\u00e4ngstigenden Detailkenntnis von Michiko, die die genaue Routenplanung in ihrem Mini iPad auf sich tr\u00e4gt. Jede \u201aBodenunebenheit\u2019, will sagen jeden Pass ab ein paar Dutzend Metern H\u00f6he, kennt sie namentlich, s\u00e4mtliche Unterk\u00fcnfte f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Wochen hat sie gebucht und weiss, in welchen Hotels Wi-Fi zur Verf\u00fcgung steht, usw. Meine Aufzeichnungen sind dem gegen\u00fcber nicht von Vorkenntnissen belastet, ich lasse die t\u00e4glichen Wanderrationen zwischen 15 und 30 Kilometern auf mich einwirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. April \u2013 Narita &#8211; Yokkaichi<\/strong><\/p>\n<p>Es sind die grossen landschaftlichen Reize nicht, die der erste Tag auf japanischem Boden verstr\u00f6mt. Gut vier Stunden Bahnfahrt sind angesagt im Anschluss an elf Stunden Flug. Das Wetter g\u00e4hnt tr\u00fcb und regnerisch durch das Wagenfenster, und wir \u00fcbern\u00e4chtigt zur\u00fcck. Kernst\u00fcck unserer Fahrt ist der Shinkansen von Tokyo bis Nagoya, er durchmisst die recht eint\u00f6nige Ebene jenseits der Marke 200 km\/Stunde. Es ist kaum \u00fcbertrieben zu behaupten, dass die ganze Strecke vom Flughafen Narita bis zum Tagesziel Yokkaichi durchgehend urbanisiert ist. Abgesehen von Tokyo fallen vor allem ein- bis dreigeschossige H\u00e4user auf, locker zusammen geflochten durch ein Wirrwarr an elektrischen Freiluft-Stromleitungen auf D\u00e4chern und entlang von Innerortsstrassen. Unber\u00fchrte Landschaften, da bewaldet, erscheinen auf gelegentlich auftauchenden H\u00fcgeln, die wir im Schnellzugstempo untertunneln.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnfl\u00e4chen bilden Reminiszenzen an die fr\u00fcher dominierenden Reisfelder.<\/p>\n<p>Yokkaichi ist die Heimatstadt von Yumie, der Frau von Sohnemann Benjamin. Sie traf just ein Tag vor uns aus der Schweiz hier ein und holt uns zum gemeinsamen Nachtessen mit ihrer Familie ab. In einem angesagten Restaurant geniessen wir einen rekordverd\u00e4chtigen Vierzehng\u00e4nger (!) in einer eigenen Essnische f\u00fcr neun Personen. Ich z\u00e4hle die nach und nach aufgetragenen Gedecke, Tassen, Sch\u00e4lchen nicht. Bemerkenswert ist, dass einzig Yumies Vater und ich Alkohol trinken und zwar in Form von Bier. Die raffiniert zubereiteten Speisen werden h\u00e4ppchenweise aufgetischt, wie jene drei hauchd\u00fcnnen Tranchen rohen Pferdefleisches, begleitet von einer japanischen Bouillon, angereichert mit Ingwer und Knoblauch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC055953.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-27 \" title=\"DSC05595\" alt=\"\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC055953-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC055953-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC055953-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0In der chambre s\u00e9par\u00e9e des Gourmettempels<\/p>\n<p>Im Yokkaichi Miyako Hotel verbringen Michiko und ich die erste Nacht, noch leicht beduselt von der langen Anreise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. April\u00a0 &#8211;\u00a0 Yokkaichi &#8211; Ise Naiku \u2013 Geku \u2013 Tamaru<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>In einer knappen Stunde<strong> <\/strong>im Expresszug erreichen wir <em>Ise<\/em>. In einiger Distanz zum Bahnhof befinden sich zwei religi\u00f6se Zentren. Mit insgesamt \u00fcber einhundert Schreinen bildet <em>Naiku<\/em> den \u201eInneren Schrein\u201c und beheimatet die Shinto Gottheit, auf die sich die kaiserliche Familie beruft. Deshalb haftet der Anlage etwas der Stallgeruch der Politik an. Die japanische Flagge weht denn auch \u00fcber m\u00e4chtigen Nadelb\u00e4umen im ausgedehnten Park. Viele Besucher streben in Gruppen durch die Anlage, man weiss nicht recht mit welchem Ziel. Beim h\u00f6chsten Schrein werden sie nicht eingelassen, auch Fotografieren ist in gewissen Zonen verboten. Die Schreine bestehen aus Holz. Sie werden periodisch ersetzt. 2013 ist ein solches Jahr. Ger\u00fcste verdecken noch den Blick auf die neuste Generation dahinter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05620.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-31\" alt=\"DSC05620\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05620-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05620-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05620-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Ise, Innerer Schrein, Teilansicht<a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05620.jpg\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Naiku ist der Ausgangspunkt unseres Pilgerweges durch die Halbinsel <em>Kii<\/em>. Ein belebter Strassenzug mit Souvenirl\u00e4den und Verpflegungsm\u00f6glichkeiten begleitet uns zu Beginn auf dem Weg nach <em>Geku<\/em>, der zweiten der grossen Schreinanlagen, in etwa vier Kilometern Entfernung. Wir m\u00fcssen den Weg zum \u201e\u00c4usseren Schrein\u201c mehrmals erfragen. Wer kommt denn schon auf die Idee, zu Fuss dorthin zu gelangen? Unterwegs fallen Markierungen auf, wie viele Meter und Zentimeter man sich \u00fcber dem Meeresspiegel befindet. Als die Zahl einstellig wird, beginnen wir uns zu fragen, wohin wir im Falle eines Tsunami rennen m\u00fcssten. Geku jedenfalls w\u00fcrde geflutet. Ob das in seiner 1500j\u00e4hrigen Geschichte je der Fall war? Das Meer haben wir bislang nicht gesichtet und auf unserem abschliessenden Weg Richtung <em>Tamaru<\/em> gewinnen wir ein paar H\u00f6henmeter und etwas Beruhigung hinzu. Der vorhergesagte Regen ist den ganzen Tag ausgeblieben, vermutlich dank des Sturmwindes, der uns an ausgesetzten Stellen beinahe zum Stillstand zwingt. Hinter meiner M\u00fctze hetze ich mehrmals her. Der Grossteil des Auftaktweges f\u00fchrt durch Aussenquartiere von Ise. Das bedeutet enge Strassen, ohne Trottoirs. Eine einzige Wegmarkierung best\u00e4tigt, dass wir dem gew\u00fcnschten Pilgerweg folgen. Im <em>Ryokan<\/em>, unserer Unterkunft, heult der Wind um die W\u00e4nde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05643.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-33\" alt=\"DSC05643\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05643-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05643-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05643-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Hanami &#8211; Kirschbl\u00fctenschau<\/p>\n<p><strong>4. April \u2013 Tamaru &#8211; Misedani<\/strong><\/p>\n<p>30 km bei Sonnenschein, 20 Grad, nachmittags dar\u00fcber. Ein <em>Toge<\/em> (Pass) steht an, der <em>Meki<\/em> Toge, 120 m, sonst mehrheitlich flach. Bis zum Fuss des Passes fragen wir uns durch und leisten uns dennoch Umwege. So klar, wie er auf Michikos Brosch\u00fcre erscheint, ist der Weg in Wirklichkeit nicht. Man marschiert \u00fcber weite Strecken auf dem Radweg entlang der Hauptstrasse. Der erste Toge ist uns Abwechslung und Erholung zugleich. Er \u00fcberwindet etwas \u00fcber hundert H\u00f6henmeter und ist Teil der nicht zusammen h\u00e4ngenden Pilgerpfade mit UNESCO-Weihen. Auf dem langen Tagesprogramm queren wir manch ein h\u00fcbsches Dorf. Jedes beeindruckt durch liebevoll unterhaltene G\u00e4rten, die ausschliesslich der \u00c4sthetik dienen. Niedrige Nadelb\u00e4ume finden sich ebenso darin, wie Blumenbeete; Gem\u00fcse wird nicht angepflanzt. Ein Segen f\u00fcr uns sind die zahlreichen Getr\u00e4nkeautomaten. Caf\u00e9s passieren wir ab und zu, die meisten sind geschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05644.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-34\" alt=\"DSC05644\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05644-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05644-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05644-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Garten f\u00fcrs Auge<\/p>\n<p><strong>5. April \u2013 Misedani &#8211; Ouchiyama <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Beginnen wir mit einer \u201eLesson learned\u201c: Wir wissen jetzt, wie wir das Tagesziel ohne Umwege ansteuern k\u00f6nnen. Man wandere auf dem Radweg, welcher der \u00dcberlandstrasse folgt und haupts\u00e4chlich von den Schulkindern benutzt wird. So kommt man auch vorbei an Caf\u00e9s und <em>Convenience Stores<\/em> <em>\u201aConvini\u2019 <\/em>genannt, welche G\u00fcter des t\u00e4glichen Gebrauchs anbieten. Alternativ hat man die M\u00f6glichkeit, durch die schmucken Dorfstrassen zu schlendern, welche von den Durchgangsstrassen gemieden werden. Weshalb keine Schilder die Anonymit\u00e4t dieser fast musealen Siedlungen enth\u00fcllen, entgeht mir. Man trifft kaum auf Leute und gewinnt zuweilen den Eindruck, dass die Zeit still steht. Ein Kran oder ein Ger\u00fcst fiele auf, wenn es denn das g\u00e4be. Zwar gibt es auch Geb\u00e4ude neueren Datums, aber sie haben die Bauweise der traditionellen H\u00e4user bewahrt. Die Str\u00e4sschen sind eng, wenig befahren und unglaublich sauber und gepflegt. Die Wasserl\u00e4ufe, die fr\u00fcher auf beiden Seiten der Dorfstrasse offen gef\u00fchrt wurden, sind mittlerweile zugedeckt, was ein Gewinn an Fahrbahnbreite darstellt. Ausnahmslos dominiert ein Spinnengewebe an Kabeln und Dr\u00e4hten die Strasse \u00fcber den niedrigen Dachfirsten. Die Vermutung liegt nahe, dass man diese \u00e4sthetische Verschandelung infolge der permanenten Erdbebengefahr nicht unter die Erde verbannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05648.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-35\" alt=\"DSC05648\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05648-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05648-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05648-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Dorfstrasse &#8211; sparsamer Umgang mit Platz<\/p>\n<p>Gleich am Anfang des Tages steht der 2. Toge an, <em>Misesaka<\/em>, 265 m. Man k\u00f6nnte ihn auf der \u00dcberlandstrasse elegant umgehen, aber das hiesse, auf ein Kernst\u00fcck unseres Pilgerweges zu verzichten. Er ist steil, aber gut unterhalten und ausgezeichnet ausgeschildert. Wetterm\u00e4ssig sind wir beg\u00fcnstigt: ganztags Sonnenschein, angenehm temperiert durch eine leichte Brise im Gegenwind. Leider sind nun zwei Tage Regen angesagt und wir haben erfahren, dass die Meteorologen bisher recht verl\u00e4ssliche Prognosen ablieferten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05663.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-36\" alt=\"DSC05663\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05663-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05663-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05663-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Die Schnellstrasse h\u00fcpft quer \u00fcber Tal und Dorf<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. April \u2013 Ouchiyama \u2013 Doze<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Ein erinnerungsw\u00fcrdiger erster Halbtag, gefolgt von einem zum Vergessen. Angesichts der d\u00fcsteren Wettervorhersage machen wir uns sehr fr\u00fch auf die Socken. Der <em>Tsuzurato<\/em> Toge, 357 m, steht am Beginn unserer heutigen Wanderung. Wir profitieren vom Angebot unserer Gastgeber, welche uns im PKW an den Fuss des Passes fahren. Daher entschliessen wir uns f\u00fcr die l\u00e4ngere von zwei m\u00f6glichen Varianten und ersp\u00e4hen von oben erstmals das Meer. Neu ist, dass wir auf andere Wanderer treffen. Es ist Samstag. Als wir den Abstieg geschafft haben, setzt Regen ein. Wir erreichen das Dorf am Strand bereits triefend. Ich w\u00e4re bereit, unsere Bleibe irgendwie, nur nicht zu Fuss zu erreichen. Aber Michiko hat noch den <em>Ikkoku<\/em> Toge, 73 m, im Visier. Nach dieser Zusatzaufgabe verheddert sie sich beim Suchen unseres <em>Minshuku<\/em>. Unter str\u00f6mendem Regen kann sie nicht auf hilfsbereite Leute auf der Strasse z\u00e4hlen. Wir waten entlang des Strandes, wir schleichen \u00fcber die Tsunami-Schutzmauer, bis sie am Dorfausgang endet. Wir sitzen in der Patsche. Erst als wir unser Heil an der <em>Route 42<\/em> suchen und dort an einem Haus anklopfen, kann man uns den Ort nennen, wo wir wenig sp\u00e4ter eintreffen, innerlich verschwitzt, \u00e4usserlich bachnass. In solchen Situationen m\u00f6chte man sich Verk\u00e4ufer von teuren atmungsaktiven Gore-Tex Textilien vorkn\u00f6pfen und ihnen die Relativit\u00e4t der Wasserundurchl\u00e4ssigkeit beweisen. Ohne den Plastikregenmantel, f\u00fcr einen Franken in einem Hundert-Yen-Shop erworben: Geld und Pass w\u00e4ren wohl weich gewaschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05670.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-37\" alt=\"DSC05670\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05670-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05670-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05670-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Stillleben mit Pension\u00e4rinnen<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>7. \u00a0April \u2013 Doze &#8211; Owase<\/strong><\/p>\n<p>Drei Toge bilden den Beweggrund heute. Der Himmel hat ausgeregnet, bis auf ein paar Spritzer, die uns hie und da zum Aufbruch mahnen. Alle drei P\u00e4sse lohnen den Besuch, <em>Miura<\/em> Toge, 113 m; <em>Hajikami <\/em>Toge, 147 m und besonders der <em>Magose<\/em> Toge, 325 m, denn letzterer ist fast zur G\u00e4nze mit nat\u00fcrlichen Felsplatten tapeziert. Dies sch\u00fctzt ihn gegen Erosion in dieser regenreichen Gegend. Die Pfade sind hinreichend ausgeschildert und bieten da und dort wunderbare Ausblicke auf die K\u00fcste und Felsinseln in den Buchten. Leider sind stundenlange M\u00e4rsche auf der Route 42 zwischen den P\u00e4ssen n\u00f6tig. Ich beginne daran zu zweifeln, ob unser Stolz, die ganze Strecke zu Fuss zur\u00fcckzulegen, Sinn macht. Ich w\u00fcrde mir ein n\u00e4chstes Mal die Filetst\u00fccke &#8211; \u00a0diese P\u00e4sse &#8211; \u00a0aussuchen und mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr so nahe wie m\u00f6glich an sie heranzukommen versuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05674.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-38\" alt=\"DSC05674\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05674-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05674-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05674-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Felseninseln\u00a0in der K\u00fcstenlandschaft<\/p>\n<p>Nach dem Abstieg vom Magose werden wir in einer \u201aAlbergue\u2019 erwartet. Das Ehepaar als Gastgeber hat den spanischen Namen und die Idee dahinter vom Jakobsweg, den es 2007 gemacht hat. Weil niemand sonst angemeldet ist, steht uns ein ganzes Haus mit Infrastruktur zur Verf\u00fcgung, was Michiko als Waschtag nutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05682.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-39\" alt=\"DSC05682\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05682-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05682-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05682-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Aufstieg zum Magose Toge<\/p>\n<p>Das Abendessen verbringen wir im Haus des Ehepaares in den Siebzigern, welches neben der Albergue steht. Erfahrungen werden ausgetauscht. Ein Diavortrag\u00a0 \u00fcber den Jakobsweg flimmert \u00fcber den Fernsehschirm. Ausserdem beeindruckt man uns mit Detailkenntnissen aus Schweizerreisen von Luzern bis Zermatt. Stolz pr\u00e4sentiert man uns eine schwere Zinnkanne, grafiert <em>Confoederatio Helvetica 1291 \u2013 1991<\/em>, mit sieben Bechern, die sieben Jahrhunderte darstellend. Zurzeit sind die Mitbringsel aus der Schweiz oxidiert und haben geh\u00f6rig Staub angesetzt, sie seien aber fr\u00fcher zum Ausschank von Wein mit Freunden benutzt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05691.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-40\" alt=\"DSC05691\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05691-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05691-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05691-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Schweizer Mitbringsel: Zinnkanne von der CH91<\/p>\n<p>Nachts toben Sturmb\u00f6en um die Albergue, so dass wir nur hoffen k\u00f6nnen, dass der Holzbau solches gewohnt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0E-mail nach Hause:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wir wandern, wandern, wandern<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>von einem ort zum andern<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wir wandern \u00fcber p\u00e4sse<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>bei sturm und regenn\u00e4sse<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>schweiss uns aus den poren rinnt<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>sturmwind fast zum stillstand zwingt<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wir wandern bis auf weiteres<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wir wissen nichts gescheiteres&#8230;<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>8. April \u2013 Owase &#8211; Kata <\/strong><\/span><\/p>\n<p>Totale Flaute und blauer Himmel. Der Besuch der Albergue hallt noch nach. Die W\u00e4nde im Essraum sind tapeziert mit Fotos, auch vom Jakobsweg. Auf einem englischsprachigen Zeitungsausschnitt entdecke ich unseren Gastgeber. Als ehemaliger Japanischlehrer habe er sich mit andern zusammen daf\u00fcr stark gemacht, dass die Toge der Halbinsel Kii UNESCO-Weihen erhalten. Der Jakobsweg diente als Studienreise diesen Bem\u00fchungen. Die Zeit zerrinnt beim Fachsimpeln. Wir sind froh, dass man uns im privaten PKW an den Fuss des h\u00f6chsten Toge f\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Dieser Pass ist durchwegs mit Felsplatten, nicht selten tonnenschweren, bepflastert. An steilen Stellen mutieren sie zu Stufen. Drei P\u00e4sse sind heute unser Ziel, bis wir nach \u00fcber acht Stunden in unserem Minshuku eintreffen. Es liegt nur wenige Meter \u00fcber dem Meeresspiegel. Da beruhigt uns halbwegs, dass wir den <em>Futon <\/em>auf den <em>Tatamimatten<\/em> im oberen Stockwerk ausbreiten d\u00fcrfen. Es war 1944, als ein Tsunami die Unterkunft letztmals erreicht hat. Trotz des langen Tages schmerzen die Fusssohlen nicht im Geringsten. Ich f\u00fchre das darauf zur\u00fcck, dass wir kaum eine Stunde auf Asphalt marschieren mussten, die \u00fcbrige Zeit \u00fcber Stock und Stein wanderten. Bei diesen P\u00e4ssen heisst es genau hinschauen. Vielfach sind den UNESCO beglaubigten Passagen unterschiedlich lange Zubringer vor- und nachgelagert. Aber selbst die Hauptpfade sind nicht immer Ziel f\u00fchrend beschildert. Es gibt \u00fcberall h\u00f6lzerne Hinweistafeln, welche in Metern und Minuten auf &#8211; \u00a0ja worauf? &#8211; hinweisen. In 350 Metern Entfernung steht netterweise eine n\u00e4chste Distanzangabe. Man m\u00f6chte aber wissen, wie lange der Weg zum Pass oder hinab zum Fuss des Berges ist. Denkbar, dass an den angegebenen Zwischenzielen jeweils Tafeln mit historischem Bezug stehen, doch, wer schert sich darum? Da heute Montag und somit wieder ein Arbeitstag ist, findet sich keine japanische Seele unterwegs. Dabei g\u00e4be es Legionen von Pension\u00e4ren und das Wetter k\u00f6nnte besser nicht sein. Hier die bew\u00e4ltigten P\u00e4sse: <em>Yakiyama<\/em> Toge, 627 m; <em>Miki<\/em> Toge, 120 m; <em>Hago<\/em> Toge, 140 m.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05684.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-42\" alt=\"DSC05684\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05684-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05684-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05684-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Hinweistafeln auf dem Pfad<\/p>\n<p>Das Nachtessen \u00fcberbietet alles bisher Dagewesene. Wir befinden uns auf Meeresh\u00f6he, daher das volle Angebot an frischen Meeresfr\u00fcchten. Sushi Reis, eingeh\u00fcllt \u00a0in einen gr\u00e4tefreien, Silber gl\u00e4nzenden Fischleib, scheint besonders originell. Seit wir unterwegs sind, steht ausschliesslich Fisch auf dem Essensmen\u00fc, das im Preis der \u00dcbernachtung jeweils enthalten ist. Wer Fisch nicht mag, ist schlecht beraten, eine solche Reise zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05711.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-43\" alt=\"DSC05711\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05711-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05711-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05711-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Vor dem Minshuku in Kata<\/p>\n<p>Leider kann Michiko ausgerechnet heute keine Lust empfinden an den Leckereien. Ihr Magen rebelliert, das hat sich schon tags\u00fcber angedeutet. Andauernde Klobesuche die ganze Nacht sind die Folge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>9. April &#8211; Kata &#8211; Odomari<\/strong><\/p>\n<p>Geschw\u00e4cht \u00fcberspringen wir den Tag und erreichen das n\u00e4chste Etappenziel mit der Eisenbahn, die unseren vorgesehenen Achtstundentag in einer Viertelstunde hinter sich bringt. Erstmals checken wir in ein Hotel ein. Der feine Sandstrand zwischen Meer und Tsunami Damm l\u00e4dt heute niemanden zum Bade. Michiko glaubt, nach dem Deponieren unserer Rucks\u00e4cke wieder fit f\u00fcr einen kleinen Pass zu sein, wartet aber zun\u00e4chst auf die M\u00f6glichkeit eines fr\u00fchen Zimmerbezugs.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05717.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-44\" alt=\"DSC05717\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05717-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05717-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05717-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Tsunami-Mauer entlang der bewohnten K\u00fcste<\/p>\n<p>Auf dem Sprung, die n\u00e4here Umgebung zu erkunden, gerate ich auf einen markierten Felsenweg entlang der K\u00fcste. Dieser bahnt sich, zum Teil mit Ketten gesichert, durch eine steile, vom Wasser und Wind ausgemergelte Porphyr Landschaft. Unter der Hintergrundmusik der verschm\u00e4hten aufzischenden und brandenden Wellen an der zerkl\u00fcfteten Steilk\u00fcste \u00f6ffnen sich Galerien mit \u00fcberh\u00e4ngenden D\u00e4chern; Spalte von wenigen Dezimetern Breite \u00fcber die ganze Felswand lassen das Meerwasser darin gurgeln. Enge Buchten geraten den anbrausenden Wellen zur Falle und lassen diese ihre Energie in hoch aufschiessenden Font\u00e4nen umsetzen. Das Naturspektakel der kahlen und por\u00f6sen Vulkanfelsen endet in der n\u00e4chsten grossen Sandbucht, welche ich nach einer halben Stunde erreiche. Die Passage ist unbeaufsichtigt und unentgeltlich begehbar. Nach meinen Ohren gesch\u00e4tzt, fotografieren ausser mir nur chinesische Touristen in dieser einzigartigen St\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05729.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-45\" alt=\"DSC05729\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05729-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05729-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05729-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Steilk\u00fcste als Naturatelier<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>10. April \u2013 Odomari &#8211; Shingu<\/strong><\/p>\n<p>Ist es nicht zynisch, zu vermerken, dass heute ausnahmsweise keine P\u00e4sse zu bew\u00e4ltigen sind und sich Michiko auf den fast dreissig flachen Kilometern entlang der K\u00fcste von ihren Magenproblemen erholen kann? Aber es kommt darauf hinaus. Den einzigen Pass umgehen wir, indem wir die gestern beschriebene ph\u00e4nomenale Klippenlandschaft in unseren Weg einbauen. Michiko ist ebenfalls begeistert davon, nachdem sie anf\u00e4nglich den Aussagen Glauben geschenkt hat, dass die Passage gef\u00e4hrlich zu begehen sei. Dahinter \u00f6ffnet sich mit <em>Kumano<\/em> eine gr\u00f6ssere Stadt. Hunderte uniformierter Schulkinder str\u00f6men auf dem Fahrrad oder zu Fuss ihrer Bildungsst\u00e4tte zu. Wo sind sie geblieben bis zum heutigen Tag? Allein mit den Fr\u00fchlingsferien liessen sich die fast ausgestorbenen D\u00f6rfer nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05741.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-46\" alt=\"DSC05741\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05741-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05741-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05741-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Auf dem Weg ins neue Schuljahr, in Kumano<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten rund 25 Kilometer bis <em>Shingu<\/em>, unserem heutigen Etappenziel, bieten sich uns drei Alternativen auf einer Landbreite von vielleicht zweihundert Metern: Wir k\u00f6nnen den Tsunami Damm ben\u00fctzen, der das Hinterland vor Wellen bis zu gesch\u00e4tzten zehn Metern sch\u00fctzt. Von dort hat man den schier endlosen Sandstrand, das Meer und die K\u00fcstenlandschaft im Blickfeld. Hinter dem Betonwall breitet sich ein Laub- und Koniferenkorridor aus. Der mit Kies und Laub bedeckte Pfad darin bietet Schatten. Etwas mehr landeinw\u00e4rts verl\u00e4uft die Route 42, wo man in beruhigenden Abst\u00e4nden Getr\u00e4nkeautomaten und Convenience Stores findet. Wir bedienen uns abwechslungsweise aller drei M\u00f6glichkeiten. Vor allem die B\u00fcsche kommen Michiko gelegen, denn sie wird weiterhin vom Magen gestresst. Man kann sich schon fragen, worin der Reiz liegt, mit Rucksack bepackt durchzuhalten, wenn die Eisenbahn die gleiche Strecke bedient. Unser Hotel liegt denn auch in der N\u00e4he des Bahnhofes. Vorg\u00e4ngig besuchen wir den <em>Shingu Hayatama Taisha<\/em> Schrein, eines der \u201eMuss\u201c auf unserem Pilgerweg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0717.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-47\" alt=\"IMG_0717\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0717-1024x764.jpg\" width=\"922\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0717-1024x764.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0717-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Vor dem Shingu Hayatama Taisha\u00a0Schrein<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #888888;\">E-mail nach Hause:<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>manchmal braust ein zug vorbei<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>der h\u00e4tte schon noch platz f\u00fcr zwei<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>doch was ein echter wanderer ist<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>ein schelm, der so gedanken liest<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>zumal auf flachen k\u00fcstenstreifen<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wo d\u00fcstere gedanken reifen<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wir sind in der tsunami-zone<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>mit angst zu leben ist nicht ohne<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p>Mit Pilgern im landl\u00e4ufigen Sinne hat unsere Wanderschaft allerdings nichts zu tun. Selten sehen wir \u00fcberhaupt ein religi\u00f6ses Symbol, sei es ein Tempel oder ein <em>Shinto-Schrein<\/em>. Tempel erkennt man daran, dass sie innerhalb des Grundst\u00fccks eine dickwandige Glocke beherbergen. Gegen sie kann mit einem aufgeh\u00e4ngten Holzbalken geklopft werden, was dumpfe T\u00f6ne erzeugt. Tempel geh\u00f6ren zur buddhistischen Glaubensrichtung. Kennzeichen eines Schreins dagegen sind zwei freistehende, senkrechte Pfeiler, verbunden mit einem Querbalken darauf, <em>Torii<\/em> genannt. Schreine geh\u00f6ren zum japanischen <em>Shintoismus.<\/em> Keine der beiden Religionen kennt eine formelle Mitgliedschaft. Also sucht man sich etwa einen Schrein aus f\u00fcr die Hochzeit und einen Tempel f\u00fcr Beerdigungen. Ohne mich zu sehr aus dem Fenster hinaus zu lehnen: Japan vermittelt den Eindruck einer post-religi\u00f6sen Gesellschaft. Der Sinn f\u00fcr Werte wie Takt, Ordnung, Sauberkeit und Fairness im Alltag beruht auf einem anerzogenen ethischen Weltbild. Man besucht ab und zu einen Tempel oder Schrein aus Tradition. Gegenbeispielen von tiefer Gl\u00e4ubigkeit sind wir indes vereinzelt ebenfalls begegnet.<\/p>\n<p>In der Mystik des Japaners nimmt die Ahnenverehrung einen wichtigen Platz ein. Ausdruck davon sind Hausalt\u00e4re in vielen Privatwohnungen, wo den verstorbenen Familienmitgliedern t\u00e4glich Esswaren und Tranksame aufgetischt werden. Selbst ohne solche \u00c4usserlichkeiten bewahrt Michiko ihrer heimgegangenen Mutter ein inniges Andenken. Kein Wunder ergeben sich Situationen, selbst beim Wandern, wo wir den Eindruck gewinnen, dass sie gegenw\u00e4rtig ist&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>11. April \u2013 Shingu &#8211; Katsuura<\/strong><\/p>\n<p>Wir ziehen die Lehre aus Michikos gestrigem Horrortag. Erst sehen wir uns Shingu in aller Ruhe an. Ein Schrein thront hundert Meter \u00fcber der Stadt in der steilen Flanke eines bewaldeten Berges. Der Aufstieg erinnert mich an die Besteigung der Pyramide von Gizeh in \u00c4gypten: Ein Fehltritt und du landest bestenfalls im Spital. Der erhabene Blick auf Shingu und die Bucht lohnt die M\u00fche. In der Stadt macht ein gr\u00f6sserer Teich mit einer schwimmenden Insel darauf von sich reden. Eine vielf\u00e4ltige Pflanzenwelt und sogar mittlere B\u00e4ume schaukeln darauf, ohne ihr Wurzelwerk in festen Grund zu treiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05748.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-48\" alt=\"DSC05748\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05748-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05748-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05748-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Shingu, steiler Aufstieg zum Kamikura-Schrein<\/p>\n<p>Im Lokalzug nach <em>Katsuura<\/em> ersparen wir uns einen uninteressanten weil flachen Wandertag, damit sich Michiko vollends erholen kann. Im Wagen treffen wir ein junges Ehepaar aus Sydney. Es macht uns vor, wie man Zeit spart, indem es auf \u00dcbergangsstrecken konsequent auf Bahn oder Bus umsteigt. Der junge Mann hegt den Wunsch, die Schweiz zu besuchen, \u201esobald das Geld dazu reicht.\u201c Er hat noch nie Schnee gesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05774.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-49\" alt=\"DSC05774\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05774-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05774-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05774-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">K\u00fcstenlandschaft in Katsuura<\/p>\n<p>In Katsuura fahren wir mit einem Pendelboot zum riesigen Spa auf einer Insel, auf welcher Michiko die Nacht gebucht hat. Sechs B\u00e4derlandschaften buhlen um die Gunst der G\u00e4ste, die gr\u00f6sste ist eine Felsengrotte mit Sicht auf das Meer. Wir unternehmen einen einst\u00fcndigen Bootsausflug entlang der zerkl\u00fcfteten K\u00fcste zwischen dem Hafen und dem offenen Ozean. Obwohl das Schiff auf zwei Decks Platz f\u00fcr \u00fcber hundert G\u00e4ste anbietet, sind wir die einzigen an Bord. Letztmals machten wir in Japan vor dreissig Jahren ohne weitere G\u00e4ste Sightseeing in einem 60er Autobus. Eines begreife ich nicht: Weshalb gelingt es der Tourismusbranche nicht, das Heer von Pensionierten mit speziellen Angeboten ausserhalb der Ferienzeit zu aktivieren? Die ganze Infrastruktur zielt ab auf die kurzen Wochen w\u00e4hrend der Schulferien, ausserhalb herrscht g\u00e4hnende Leere. Heute leisten wir uns einen besonderen Leckerbissen mit einem Buffet zum Nachtessen und zum Fr\u00fchst\u00fcck. Dank Fr\u00fchbuchrabatt kommt das Angebot im Thermalhotel auf g\u00fcnstige einhundert Franken pro Person.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05785.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-50\" alt=\"DSC05785\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05785-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05785-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05785-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Show: \u00a0Thunfisch wird zerlegt zum Rohessen am B\u00fcffet im Spa<\/p>\n<p><strong>12. April \u2013 Katsuura &#8211; Nachisan<\/strong><\/p>\n<p>Emsiges Kommen und Gehen schon um halb sechs in der Fr\u00fche in den labyrinthischen Katakomben des Riesenkomplexes. Wie in einigen Metros der Welt streben die Badehungrigen anhand farbiger Streifen auf den G\u00e4ngen den Hunderte Meter auseinander liegenden Badenischen zu. Die M\u00e4nnlein\/Weiblein Schilder sind gegen\u00fcber gestern vertauscht worden, so dass man die jeweils andere Landschaft ebenfalls zu Gesicht bekommt. Die gr\u00f6sste Grotte liegt knapp \u00fcber dem Meeresspiegel, im Aussenbecken kann man hie und da einen Spritzer der Brandung erwischen. 32 Stockwerke h\u00f6her, inmitten von Laubb\u00e4umen, liegt das Bad mit Aussicht auf die Bucht und die Morgensonne.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05795.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-51\" alt=\"DSC05795\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05795-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05795-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05795-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Aussicht vom Dachstock des Hotelgel\u00e4ndes<\/p>\n<p>Mit der F\u00e4hre erreichen wir nach dem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck das Festland und besteigen den Stadtautobus bis an die Stadtgrenze. Zwischen dem Info-Center und unserem heutigen Zielort f\u00fchren acht Kilometer Marsch aufw\u00e4rts. Ab dem <em>Daimon Zaka<\/em>\u00a0Teahouse steigt ein breit angelegter, durchg\u00e4ngig mit historischen Steinplatten gepflasterter und durch m\u00e4chtige Zedern bewachter Pilgerweg sechshundert Meter an.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05803.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-53\" alt=\"DSC05803\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05803-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05803-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05803-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Von m\u00e4chtigen Zedern bewachter Aufstieg<\/p>\n<p>Von hier weg ist das Meiste UNESCO-Welterbe. Im Minshuku <em>Mitakisanso <\/em>deponieren wir unsere Rucks\u00e4cke. Auf dem gut einst\u00fcndigen Rundgang reihen sich die Sehensw\u00fcrdigkeiten wie an einer Perlenkette. Die \u00fcblichen Souvenirl\u00e4den weisen den Weg zum Kumano\u00a0<em>Nachi<\/em> <em>Taisha<\/em> (Grand Shrine), und unweit daneben, dem <em>Seiganto-ji<\/em> Tempel mit Strohdach. Fotosujet ist hier alles, so auch ein Riesenbaumstamm, den man f\u00fcr Geld von Innen besteigen kann; in einiger Entfernung gl\u00e4nzt eine Dreifachpagode. Sofern man es klug anstellt, kann man neben dieser den <em>Nachi<\/em>-Wasserfall, mit einer Fallh\u00f6he von 133 m der h\u00f6chste in Japan, aufs gleiche Bild kriegen. Mit der Tagesration von gegen zehn Kilometern hat Michiko die Best\u00e4tigung, dass sie wieder auf dem Damm ist. Das Minshuku offeriert uns sein Zimmer mit Sicht auf den <em>Nachi-no-taki<\/em> Wasserfall.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05818.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-54\" alt=\"DSC05818\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05818-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05818-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05818-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dreifachpagode mit Wasserfall<\/p>\n<p>\u00a0<strong>13. April \u2013 Nachisan &#8211; Koguchi<\/strong><\/p>\n<p>Um 05.33 Uhr bebt die Erde. Minuten sp\u00e4ter meldet der kommunale Lautsprecher, dass es sich um St\u00e4rke 4 handle und man nicht an den Strand gehen soll. Da wir ungef\u00e4hr 300 Meter \u00fcber Meer im Gebirge sind, muss sich die Zentrale wohl einiges von uns entfernt befinden. Alle Fernsehkan\u00e4le berichten \u00fcber das Ereignis. Auf der <em>Awaji<\/em>-Insel, auf Sichtdistanz zur K\u00fcste der Kii-Halbinsel, liegt das Epizentrum mit St\u00e4rke 6. Die Fernsehbilder zeigen, wie die riesige H\u00e4ngebr\u00fccke, welche die Hauptinsel mit Shikoku verbindet, regelrecht zittert, aber der Kommentator beschwichtigt, dass vor allem die Kamera sch\u00fcttle. Es gibt keinen Tsunami-Alarm. Wir erinnern uns, dass wir vor genau 24 Stunden im Thermalhotel um diese Zeit in der Felsengrotte badeten. Ob sie diese Halle jetzt wohl evakuiert haben?<\/p>\n<p>Der heutige Weg \u2013 <em>Okumotori-goe<\/em> &#8211; wird von Michiko als der anspruchsvollste bezeichnet. Bei sch\u00f6nstem Wetter wandern wir auf historischen Pfaden zwischen kerzengeraden Baumst\u00e4mmen und gewinnen allm\u00e4hlich f\u00fcnfhundert H\u00f6henmeter dazu. Irgendwie stellt sich der K\u00f6rper auf die gestellte Aufgabe ein. Gestern rund dreihundert H\u00f6henmeter auf bloss acht Kilometer Weges waren eine reine Willensleistung. Heute null Probleme. Nun, nicht ganz. F\u00fcr eine Strecke, die je nach Gangart in f\u00fcnf bis sieben Stunden zu bew\u00e4ltigen w\u00e4re, f\u00fchren wir mit je einem halben Liter zuwenig Getr\u00e4nke auf uns. Ein Japaner, der uns nach einem Drittel der Strecke einholt, schenkt Michiko einen halben Liter Wasser seines Vorrats. Er sei auf einer Trainingstour, um sich f\u00fcr h\u00f6here Aufgaben vorzubereiten, und f\u00fchre deshalb auch Mehrgewicht auf sich. Er macht sich gleich auf den R\u00fcckweg zu seinem Auto am Ausgangspunkt. (Ein Fingerzeig von Mutter Akasaka?) Zus\u00e4tzlich finden wir auf halber Distanz einen Getr\u00e4nkeautomaten, wir hatten damit spekuliert. Bloss ein Japaner \u00fcberholt uns, ein Ausl\u00e4nder kommt uns entgegen. So ehren die Japaner ihr kulturelles Erbe, und das an einem Samstag. Im gestrigen Minshuku waren wir die einzigen G\u00e4ste gewesen, f\u00fcr heute seien vierzig Personen angemeldet, hat uns der Gastgeber verraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05833.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-55\" alt=\"DSC05833\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05833-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05833-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05833-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Okumotori-goe, manchmal steil, immer im Wald<\/p>\n<p>Heute n\u00e4chtigen wir im Community College der Gemeinde <em>Koguchi<\/em>. Man erwartet uns dort sehnlich und habe bereits nach uns geforscht.<\/p>\n<p><strong>14. April &#8211; \u00a0Koguchi \u2013 Yunomine Onsen \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Auch heute wieder, der echte Weg. Ausschliesslich im Wald, Steigungen und Gef\u00e4lle l\u00f6sen sich ab, dazwischen Passagen zum Erholen. Dass diese Pfade seit Tausend und mehr Jahren begangen werden und der nat\u00fcrlichen Erosion Stand gehalten haben, macht sie so einzigartig. Eine japanische Wandergruppe mit etwa zwei Dutzend Mitgliedern kommt mir entgegen; ein Sportler hat den Weg bereits im Laufschritt hinter sich gebracht. Dann nochmals ein junger Japaner mit einer Gitarre oder Geige im Kasten, den er zus\u00e4tzlich zum Rucksack auf sich tr\u00e4gt, sonst alles Ausl\u00e4nder. Nach zw\u00f6lf Kilometern endet der historische Pfad, der <em>Kogumotori-goe.<\/em> Hier warte ich eine Stunde lang auf Michiko, die ich ihrem eigenen Tempo \u00fcberlassen habe. Als sie eintrifft, schlage ich vor, den Bus nach <em>Yunomine Onsen<\/em> zu benutzen. Somit k\u00f6nnen wir wieder einmal unsere Ranzen im Minshuku deponieren und den Pfad zum drei Kilometer entfernten <em>Hongu Taisha<\/em> Schrein unbeschwert in Angriff nehmen. Dieser erweist sich als sehr steil und nur in Einerkolonne begehbar. Wir \u00fcberholen ein halbes Dutzend Gruppen, welche dieses Kernst\u00fcck Pilgerweges unter F\u00fchrung aber nicht immer mit geeignetem Schuhwerk abwandern. Alle stehen sie stramm zur Seite, wenn wir Vortritt verlangen. Beim Hongu Taisha bereitet man sich auf ein Fest vor, das am morgigen Montag steigen soll. In einiger Entfernung zu diesem letzten grossen Schrein befindet sich das h\u00f6chste Torii Japans, ums\u00e4umt von Reisfeldern. Der Schrein stand fr\u00fcher hier, bis ihn ein Taifun zerst\u00f6rte und dieser im absch\u00fcssigen Wald neu errichtet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0893.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-57\" alt=\"IMG_0893\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0893-1024x764.jpg\" width=\"922\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0893-1024x764.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0893-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ums\u00e4umt von Reisfeldern: das h\u00f6chste Torii Japans<\/p>\n<p><strong>15. April \u00a0&#8211; \u00a0Yunomine Onsen \u2013 Hongu \u2013 Chikatsuyu <\/strong><\/p>\n<p><em>Hongu<\/em> erweist sich als Zentrum des Netzwerkes von Pilgerrouten auf der Halbinsel Kii. Von hier aus kehren wir in zwei Etappen an die K\u00fcste zur\u00fcck, wo wir in <em>Kii-Tanabe<\/em> unsere Wanderschaft beenden werden. In der Nacht hat es einen heftigen Gewitterregen abgesetzt. Entsprechend verhangen und mystisch eingenebelt empfangen uns die W\u00e4lder im engen Talkessel. Seit zehn Tagen ist das Wetter kein Thema gewesen, hoffentlich bleibt es so. In Yunomine f\u00e4llt als Erstes der Bach auf, der neben der schmalen Strasse eine Reihe alter H\u00e4user ins Dorfbild einbezieht. Damit ein Trottoir Platz hat, wurde ein Teil des Baches \u00fcberdeckt. Wenig unterscheidet die Idylle von einem italienischen Bergdorf in den Abruzzen. Man wundert sich, was f\u00fcr Diskussionen die Frauen im ausgetrockneten Bachbett f\u00fchren. Richtig! In ihrer Mitte brodelt ein Brunnen mit \u00fcbel riechendem Thermalwasser, und jede hat ein Netz voll Eier darin h\u00e4ngen. In Abst\u00e4nden konsultieren die Frauen des Dorfes mit Uhr oder Handy, ob die gew\u00fcnschte Konsistenz erreicht sei. Auch wir entspannen uns in einem erdheissen <em>Ofuro<\/em>, eine allabendliche Prozedur, meist in geheiztem Wasser: Man entkleidet sich ausserhalb des Beckens, seift sich ein, schrubbt sich gr\u00fcndlich, duscht, und begibt sich anschliessend ins heisse Wasser, alleine oder zu Geschlechtsgenossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0874.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-58\" alt=\"IMG_0874\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0874-1024x764.jpg\" width=\"922\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0874-1024x764.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_0874-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Yunomine Onsen, geduldiges Eierkochen im Thermalwasser<\/p>\n<p>Kein Plan, der nicht eine \u00c4nderung ertr\u00e4gt. Statt einer langen Tagestour beschliesst Michiko, das Hongafest zu besuchen. Fr\u00fchmorgens gleicht die Veranstaltung einem politischen Schaulaufen, dem kaum ein Potentat des Bezirks fernbleiben will, denn seit Tagen ist Wahlkampf. Der Festumzug findet am Nachmittag statt. Das bringt Michiko auf die Idee, wir k\u00f6nnten einen Teil der f\u00fcr heute vorgesehenen Strecke mit dem Bus fahren und anschliessend, von unseren Rucks\u00e4cken befreit, nach Honga zur\u00fcck wandern. Gegen zw\u00f6lf Uhr sind wir davon zur\u00fcck und \u00fcberholen unterwegs eine israelische Reisegruppe. In den Nebengeb\u00e4uden des Honga-Schreins schminken sich kleine M\u00e4dchen und setzen sich Kr\u00f6nchen auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05847.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-60\" alt=\"DSC05847\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05847-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05847-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05847-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Kumano Hongu Grand Shrine<\/p>\n<p>Die Parade beginnt beim Hauptschrein und bewegt sich die hohe Treppe hinunter. Es scheint keinerlei Anordnungen zu geben, jedermann kann sich aufhalten, wo es ihm passt. So finde ich mich von einer Meute von Kameraleuten umgeben, die erst abzieht, als der Kopf des Umzuges vor ihnen steht. Die farbenfrohen Uniformen der Kleinen ernten warmen Beifall, aber auch die heranwachsenden Jungen und M\u00e4dchen ergeben zahllose Fotosujets. Wir folgen dem Umzug eine Weile, reisen aber nach drei Uhr im Linienbus an unser zweitletztes Minshuku in <em>Chikatsuyu<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05896.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-61\" alt=\"DSC05896\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05896-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05896-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05896-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Parade am Hongu-Fest: Schaulaufen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>16. April \u2013 Chikatsuyu \u2013 Tanabe<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Das letzte Teilst\u00fcck wird nochmals sehr anspruchsvoll. Erst steigt der Pfad an, um dann abw\u00e4rts zu f\u00fchren bis zum Info-Center an der Strasse nach <em>Tanabe<\/em>. Nochmals d\u00fcrfen wir auf dem <em>Kumano Kodo<\/em> wandern, der allerdings mit recht anspruchsvollen Passagen gespickt ist. Man kann unseren Endpunkt ebenso gut als Ausgangspunkt nehmen, was rund ein Dutzend Leute tun, die uns heute begegnen. Darunter befinden sich bekannte Gesichter. Japaner, die ihr Auto irgendwo parken, mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln an eine Stelle fahren, von wo sie \u00fcber die Pilgerpfade zu ihrem Vehikel zur\u00fcckwandern. Ein Paar aus Yokohama wurde gestern von Michiko in die Schweiz eingeladen. Heute kreuzen sich unsere Wege und siehe da: es hat sich das Angebot \u00fcberlegt und kann bei unserer zuf\u00e4lligen Begegnung bereits das genaue Datum angeben. Die zwei sind fest entschlossen, mit uns die Schweizer Berge zu erwandern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05917.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-62\" alt=\"DSC05917\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05917-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05917-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05917-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Letzter Wandertag: knochiger Kumano Kodo<\/p>\n<p>Unsere ganzen vierzehn Tage waren von beinahe idealen Wetterverh\u00e4ltnissen beg\u00fcnstigt. H\u00e4tten wir das eine Mal etwas smarter geplant, wir h\u00e4tten den Wolkenbruch im Schutz des Minshuku erlebt. Kein einziges von der Schweiz aus reservierte Zimmer mussten wir annullieren, wir kamen immer an, einmal fr\u00fcher, das andere Mal sp\u00e4ter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05922.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-64\" alt=\"DSC05922\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05922-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05922-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05922-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Innige Symbiose, letztes Bild auf unserem Pilgerpfad<\/p>\n<p>Im Hotel in Tanabe stopfen wir unsere Rucks\u00e4cke zum Bersten voll, verstauen darin sogar unsere Wanderschuhe und senden unsere Habseligkeiten f\u00fcr weniger als dreissig Franken vom n\u00e4chsten C<em>onvini <\/em>ins Hotel beim Flughafen Narita. Wir sind jetzt Touristen f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Tage vor dem R\u00fcckflug. In einem guten Restaurant stossen wir an auf den gegl\u00fcckten Verlauf unserer Wanderschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>E-mail nach Hause:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>wir haben es ans ziel geschafft<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>zu ende geht die wanderschaft<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>viel natur, kultur und freundschaft durften wir erleben<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>einmal gar ein leichteres erdbeben<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>etwas aufwand, gewiss, war unerl\u00e4sslich<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300;\"><em>der benefit bleibt unermesslich<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In Japan ist auf P\u00fcnktlichkeit Verlass. In einem Falle sassen wir in einem Linienbus und beobachteten, wie er unverhofft anhielt vor einer Kurve. Wie es sich zeigte, erwartete er den unsichtbaren Bus aus der Gegenrichtung, denn es gab keine M\u00f6glichkeit, in der Kurve zu kreuzen.<\/p>\n<p>Toiletten sind beinahe ausnahmslos blitzsauber, reichlich vorhanden und immer gratis zu ben\u00fctzen. Man gewinnt den Eindruck, sie sind ein Menschenrecht.<\/p>\n<p>Reinlichkeit scheint den Japanern angeboren. Zus\u00e4tzlich zu einem Glas Wasser wird im Restaurant immer ein Feuchtigkeitst\u00fcchlein gereicht (daf\u00fcr keine Serviette).<\/p>\n<p>Nirgends h\u00e4tte ich auch nur einen Zigarettenstummel auf dem Boden gefunden. Aller M\u00fcll \u2013 und es wird m\u00e4chtig produziert \u2013 wird mitgenommen und sachgerecht entsorgt.<\/p>\n<p>Allerdings: Beim Wandern entdeckt \u00a0man ab und zu auch Tods\u00fcnden: Halden etwas abseits, \u00fcbers\u00e4t mit alten K\u00fchlschr\u00e4nken, Pneus, Autowracks und Aludosen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>17. April &#8211; Tanabe\u00a0 &#8211; Wakayama (via Shirahama) \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nieselregen am Tag darnach. Michiko will die Sehensw\u00fcrdigkeiten von <em>Shirahama<\/em> vor unserer Abreise nach Tokyo in den Reiseplan einbauen. Shirahama heisst Weisser Sand. Vor dem Halbrund des Strandes mit dem auffallend weissen und feinen Sand reiht sich amphitheaterartig die Hotelfront. Michiko getraut sich als Einzige, ihre F\u00fcsse in die zahmen Wellen zu strecken.<\/p>\n<p>Eine weitere Attraktion bilden bunte Felsformationen, ausgewaschen durch Jahrtausende w\u00e4hrende, erodierende Wellenschl\u00e4ge gegen die K\u00fcste. Sieht spektakul\u00e4r aus, wie ein Mini Grand Canyon. An einer anderen Stelle entlang dieser K\u00fcste f\u00fchrt ein Aufzug 36 Meter in den Felsen hinunter, <em>Sandanbeki<\/em>. Dort kann man die Brandung beobachten, wie sie sich, in eine Felsenh\u00f6hle verirrt, austobt. Und nochmals an einer anderen Stelle liefert ein durchl\u00f6cherter Felsr\u00fccken im Meer Fotosujets.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05930.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-66\" alt=\"DSC05930\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05930-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05930-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05930-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">K\u00fcstenformation bei Shirahama<\/p>\n<p>Am Nachmittag fahren wir im Zug nach <em>Wakayama<\/em>, der Hauptstadt der gleichnamigen Pr\u00e4fektur. Dort besteigen wir einen Nachtbus nach Tokyo, eine Zw\u00f6lfstundenfahrt, etwa gleich lang wie der R\u00fcckflug in die Schweiz. Wir w\u00e4hlen dieses Transportmittel, weil es weniger als halb so teuer ist, wie der Shinkansen. Ausserdem sparen wir dadurch eine Hotelnacht.<\/p>\n<p>Zug fahren will verstanden sein. Man kauft sich eine Fahrkarte. Zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigt man den Zuschlag f\u00fcr Limited Express-Z\u00fcge. Will man sichergehen, kommt als drittes Papier der reservierte Sitzplatz dazu. Es lohnt sich, Einsparungsm\u00f6glichkeiten in Betracht zu ziehen. Als Fallbeispiel diene unsere Fahrt von Shirahama nach Wakayama, Fahrzeit im Limited Express 1 Stunde 14 Minuten: Fahrkarte 1890 Yen; Zuschlag 1360 Yen; Reservation 500 Yen. Man kann also fast 50 % sparen in einem Lokalzug, der indes etwas l\u00e4nger braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>18. April \u2013 Wakayama \u2013 Tokyo &#8211; Toride<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck in der <em>Tokyo Station<\/em>. 1 Kaffee, 2 Toastbrote, 1 gekochtes Ei und etwas gr\u00fcner Salat f\u00fcr weniger als vier Franken! Einer der weltgr\u00f6ssten Bahnh\u00f6fe entstand aussen neu im Retro Look. Innen verteilen sich die Fahrg\u00e4ste ohne Hektik auf die verschiedenen Anbieterlinien. Caf\u00e9s haben freie Pl\u00e4tze. Dem Architekten ist offenbar das geniale Kunstst\u00fcck gelungen, die gute alte Zeit nicht nur architektonisch zur\u00fcckzuholen, sondern sie auch in den Rhythmus der modernen Menschen zu integrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05967.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-67\" alt=\"DSC05967\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05967-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05967-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05967-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Aussenansicht Tokyo-Station, im Retro-Look<\/p>\n<p>Wir verwenden keinen Halbtag um alle Eing\u00e4nge und Gesch\u00e4fte dieses Bahnhofes zu begr\u00fcssen, sondern marschieren einfach drauflos in die Stadt, <em>Ginza<\/em> und dem Kaiserpalast, bzw. dem kaiserlichen Park zu. Auf zehn Uhr sind wir zur\u00fcck im Bahnhof Tokyo, auf der Suche nach einer Verbindung zu einem alten Bekannten. In wenigen Minuten stehen wir auf dem richtigen Perron, es herrscht kein Gedr\u00e4nge mehr um diese Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05970.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-69\" alt=\"DSC05970\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05970-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05970-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05970-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Kaiserlicher Park, Tokyo, Teilansicht<\/p>\n<p>Yukio Mitsuhashi wohnte vor \u00fcber 25 Jahren in Hergiswil, von wo aus er internationale Messen f\u00fcr seinen damaligen Arbeitgeber besuchte. Inzwischen hat er selbst eine Firma mit 36 Fest- und Teilzeitangestellten, die haupts\u00e4chlich Internet-Bestellungen entgegen nehmen. Er hat auch eine eigene IT-Firma rund um seinen Internetauftritt gegr\u00fcndet. Nach wie vor besucht er Messen, um neue M\u00e4rkte zu erschliessen. Aus Kostengr\u00fcnden will er k\u00fcnftig vermehrt in Indien produzieren lassen, wobei er das Basismaterial, vor allem Leder, den Verarbeitern aus Europa anliefert. Mitsuhashi zeigt uns eine Auswahl seiner Produkte und erw\u00e4hnt mit Stolz, was daran sein intellektueller Beitrag ist. Obwohl er heute auf dem Sprung nach Thailand ist, l\u00e4sst er es sich nicht nehmen, uns mit seiner Frau Keiko zum Mittagessen in ein exquisites Tofurestaurant einzuladen. Er gibt freim\u00fctig zu, ein Workaholic zu sein. Er ist 64 und kann sich \u00fcberhaupt nicht vorstellen, aufzuh\u00f6ren. Er freut sich jeweils auf die Sonntage, wenn er alleine und in Ruhe arbeiten kann. Zum Mittagessen g\u00f6nnt er sich dann ein kleines Bier. Das Rauchen hat er aufgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05980.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-70\" alt=\"DSC05980\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05980-1024x681.jpg\" width=\"922\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05980-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05980-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Mit Yukio und Keiko Mitsuhashi im Tofurestaurant<\/p>\n<p>Im Kontrast zu Mitsuhashisan fahren wir zum Abendessen und \u00dcbernachten zu Miyukisan, einer Klassenkameradin von Michiko im italienischen Ravenna von vor ein paar Jahren. Ihr Mann Kinya ist pensioniert. Das Paar hat vor 18 Jahren das zerst\u00f6rerische Erdbeben von Kobe im 7. Stock ihres Apartmenthauses er- und \u00fcberlebt. Als Verantwortlicher \u00fcber die Filialen seiner Bank in Kobe blieb er daraufhin eine ganze Woche mit Wiederherstellungsarbeiten im B\u00fcro und das rund um die Uhr. Viel lieber aber schw\u00e4rmen unsere Gastgeber von ihren Opernbesuchen in der Arena von Verona, der Fenice in Venedig und der Scala in Mailand. Der sportliche Pension\u00e4r hat sich f\u00fcr heuer zum Ziel gesetzt, 10&#8217;000 Kilometer mit dem Rad abzuspulen. Miyuki setzt sich ohne Z\u00f6gern ans Klavier und begleitet sich selbst zu Arien, Canzoni und gar einem deutsch gesungenen Lied. Ausserdem profitieren wir vom Kochtalent der Frau, die weiterhin italienisch und englisch ab TV lernt. Kinya erweist sich als Hobby-Barmixer, seine Auswahl m\u00f6glicher Cocktails betr\u00e4gt mehr als ein Dutzend.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_1154.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-71\" alt=\"IMG_1154\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_1154-1024x764.jpg\" width=\"922\" height=\"688\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_1154-1024x764.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/IMG_1154-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Miyuki und Kinya als Gastgeber<\/p>\n<p><strong>19. April \u2013 Toride \u2013 Tokyo &#8211; Narita<\/strong><\/p>\n<p>Es wird etwas l\u00e4nger als vorgesehen bei Miyuki. Dann fahren wir zur neuen Attraktion Tokyos, dem 2012 er\u00f6ffneten <em>Skytree<\/em>. Die Etage mit den Restaurants \u00fcberblickt die Hauptstadt aus 360 Metern, man kann von dort nochmals hundert Meter h\u00f6her fahren, doch heute ist der \u201eHimmelsbaum\u201c wegen Windes geschlossen. Allerdings nicht f\u00fcr Leute mit reservierten Tickets. Soll da einer drauskommen. Aber die Japaner verstehen es, aus einem Fernsehturm einen Event zu machen. Gleich daneben kann man in die \u201eHimmelsstadt\u201c eintreten mit all den Souvenirst\u00e4nden und Restaurants. Die Sicht vom 31. Stockwerk ist wegen des Wetters nicht berauschend. Erstmals finden wir Ansichtskarten im Einzelverkauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC06092.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-72 aligncenter\" alt=\"DSC06092\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC06092-681x1024.jpg\" width=\"613\" height=\"922\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC06092-681x1024.jpg 681w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC06092-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0Der 634 m hohe Skytree (Himmelsbaum) dominiert Tokyo<\/p>\n<p>Wie es scheint, hat Japan hat das Post-Postkartenzeitalter eingel\u00e4utet. Bis zu diesem Tag fanden wir Ansichtskarten nur im Multipack, die eine oder andere war \u201abrauchbar\u2019. Hier endlich eine beschr\u00e4nkte Anzahl, daf\u00fcr von hochwertiger Qualit\u00e4t. Die Marken allerdings muss man sich auf der Post oder im Convini besorgen. Bei letzterem fragt man mich, ob ich es w\u00fcnsche, dass das Postwertzeichen gleich auf die Ansichtskarte (woanders besorgt) geklebt werde. Ein Beweis f\u00fcr die unglaubliche Dienstleistungsbereitschaft. Und jetzt stelle man sich den ganzen Papierkram vor: Die Ansichtskarte ist in einer Plastikh\u00fclle verklebt. Trotzdem wird sie nochmals in einer T\u00fcte zusammen mit dem Kassenzettel gereicht. Genauso die Briefmarke, sie wird in einen kleinen Cellofan-Umschlag geh\u00fcllt und zugeklebt. Dazu wieder der Kassenzettel. Bestellt man zum Schreiben im Restaurant einen Eiskaffee, kommen dazu der Becher, die 2 oder 3 Rahm- und Sirupkapseln mit den Deckeli, das obligate Feuchtigkeitst\u00fcchlein und, man ahnt es, erneut ein Kassenzettel. W\u00e4hrend des Schreibens fallen einige der \u201aZutaten\u2019 beim geringsten Zugluft vom Tisch, was aber nicht sein darf. Man nimmt allen Abfall mit sich, um ihn sachgerecht zu entsorgen. All diesen Aufwand als Konsequenz der Absicht, eine Ansichtskarte zu schreiben. Und dann geht die Suche nach einem Briefkasten los. In der ganzen Skytree-Welt gibt es keinen solchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05989.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-73\" alt=\"DSC05989\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05989-681x1024.jpg\" width=\"613\" height=\"922\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05989-681x1024.jpg 681w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/DSC05989-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Skytree spiegelt in der &#8222;Himmelsstadt&#8220;<\/p>\n<p>In einem von mehreren Ausstellungsr\u00e4umen zeigt man das \u201eMaking of\u201c des Skytrees. In der Anim\u00e9-Technik f\u00fchrt eine Kunstfigur auf der Leinwand durch die S\u00e4le und stellt zwischendurch Quizfragen. Auf einmal will sie wissen, wer den weitesten Weg zum Skytree zur\u00fcckgelegt hat. Die Wahl f\u00e4llt nat\u00fcrlich auf uns. Die Moderatorin fragt uns nach den Namen. Von jetzt an beh\u00e4lt uns die Kunstfigur dank Gesichtserkennung im Blickwinkel. Hebt einer von uns die Hand, um ein Quiz zu beantworten, nennt sie uns namentlich in ihren witzigen Kommentaren. Wirklich lustig.<\/p>\n<p>Auf dem Weg ins Hotel beim Narita-Flughafen sowie an der Nachtbar bleibt Zeit f\u00fcr etwas Man\u00f6verkritik. Alles ist planm\u00e4ssig abgelaufen, keine Reservierung musste abge\u00e4ndert werden. Trotzdem w\u00fcrde eine Neuauflage unserer Reise wichtige \u00c4nderungen erfahren. Wir w\u00fcrden nicht mehr meilenweit auf oder neben Schnellstrassen gehen, daf\u00fcr solche Strecken mit dem \u00f6V \u00fcberbr\u00fccken und stattdessen weitere der historischen Pfade auf der besuchten Halbinsel ber\u00fccksichtigen. Wir zeigten uns immerhin anpassungsf\u00e4hig ab der zweiten H\u00e4lfte und bedienten uns ab und zu der Bahn oder eines Autobusses. Auf deren P\u00fcnktlichkeit war blind Verlass.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/img124.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-80\" alt=\"img124\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/img124-1024x744.jpg\" width=\"922\" height=\"670\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/img124-1024x744.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/kumano\/files\/2013\/05\/img124-300x217.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 922px) 100vw, 922px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unser Weg f\u00fchrte zu den pink unterlegten St\u00e4dten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Copyright 2013 by Josef Bucheli<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. April 2013 -Anreise \u00a0Derweil uns eine A340 600 der Lufthansa Richtung Japan tr\u00e4gt, lohnt es sich vielleicht, niederzuschreiben, was ich \u00fcber die n\u00e4chsten knapp drei Wochen weiss. Auch deshalb, weil das sehr wenig ist: Mit meiner Frau Michiko wandere ich auf tausendj\u00e4hrigen Pilgerwegen auf der japanischen Halbinsel Kii. 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