{"id":3,"date":"2010-05-10T10:57:24","date_gmt":"2010-05-10T08:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/?p=3"},"modified":"2010-07-26T18:17:59","modified_gmt":"2010-07-26T16:17:59","slug":"ohenro-shikoku-auf-tausendjahrigem-pilgerpfad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/2010\/05\/10\/ohenro-shikoku-auf-tausendjahrigem-pilgerpfad\/","title":{"rendered":"Ohenro Shikoku, Japan: Auf tausendj\u00e4hrigem Pilgerpfad"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_212\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1651.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-212\" class=\"size-large wp-image-212 \" title=\"165\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1651-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1651-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1651-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-212\" class=\"wp-caption-text\">Unterwegs auf Shikoku - leider allzuoft auf geteerten Strassen und Wegen <\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Magst du die japanische K\u00fcche nicht,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em> bleib zu Hause, du bekommst nichts anderes zu Gesicht; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Falls die japanische K\u00fcche dir entspricht <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Komm hierher, auch wenn man deine Sprache nicht spricht!<\/em><\/p>\n<p>Seit ich erstmals vom <em>Henro<\/em>&#8211; oder <em>Ohenro-michi, <\/em>Pilgerweg, rund um die viertgr\u00f6sste Insel Japans \u2013 Shikoku \u2013 geh\u00f6rt habe, und das ist mehr als ein Vierteljahrhundert her, bin ich fasziniert von der Idee, eines Tages dieser geheimnisvollen Spur zu folgen.  Heute weiss ich, dass der tausendj\u00e4hrige Fussweg rund 1200 km lang ist und dass unterwegs 88 buddhistische Tempel wie an einer Perlenkette in unregelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden am Wegrand auf die Pilger warten. Inzwischen ist Shikoku durch Br\u00fccken mit der Hauptinsel Honshu verbunden. Damit ist diese als traditionell und eher r\u00fcckst\u00e4ndig gebrandmarkte Region der kumulierten Fl\u00e4chen der Kantone Waadt, Wallis, Tessin und Graub\u00fcnden mehr und mehr hineingezogen in den hektischen japanischen Alltag. Das beschauliche Dasein ein paar umherziehender, weltfremder Exoten in Pilgerklamotten geh\u00f6rt daher wohl weitgehend der Vergangenheit an. Die meisten Japaner meistern den Henro-michi etappenweise und als organisierte Gruppen in Autobussen oder sonst wie motorisiert. F\u00fcr Michiko und mich als Wanderer wird es wohl vor allem darum gehen, von solchen <em>Light-Pilgern <\/em>bei der Herberge-Suche unterwegs nicht benachteiligt zu werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_217\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/040.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-217\" class=\"size-large wp-image-217\" title=\"040\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/040-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/040-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/040-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-217\" class=\"wp-caption-text\">Shikoku: Pilgerroute zu 88 Tempeln durch vier Pr\u00e4fekturen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>25.\/26.2.2010 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Anreise<\/strong><\/p>\n<p>Die B777-300ER der Emirates Airlines tr\u00e4gt mich von Z\u00fcrich nach Dubai in sechs Stunden. Der dortige blitzblanke Flughafen gleicht im Passagierbereich einer einzigen Einkaufsstrasse mit 24 Stunden-Betrieb. Als Drehscheibe zwischen den Kontinenten Europa, Asien und Australien sind f\u00fcr den Reisenden Tag und Nacht kaum zu unterscheiden.  Als eine weitere B777-300 ER gegen halb vier Uhr morgens Lokalzeit Richtung Osaka entschwebt, vergeht nur kurze Zeit, bis die Morgenr\u00f6te die Flugrichtung anzeigt. Bei der Landung in Japan ist es gegen sechs Uhr abends und dunkelt schon. Ausgerechnet als wir Shikoku \u00fcberfliegen, sch\u00fcttelt es unsere Maschine ununterbrochen durch. Wir erblicken den Heim-Turf f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen erst in Bodenn\u00e4he.  Die Ausl\u00e4nder werden in der Immigrationshalle durch einen Durchgang geschleust, der mit w\u00e4rmempfindlichen Sensoren ausger\u00fcstet ist. Beim Schalter der Einwanderungsbeh\u00f6rde wird jeder fotografiert und muss seine beiden Zeigfinger einscannen lassen. Unter der Kolonne <em>Adresse in Japan<\/em> schreibe ich Ohenro, was der Vorinspektor nicht versteht. Da er selber auf Shikoku lebt, ergeben sich ein karger Erkl\u00e4rungsversuch in seiner Sprache und daraus eine Kurzkonversation, die er dreimal neu aufnimmt, w\u00e4hrend ich in der Warteschlange stehe. Der Beamte am Schalter staunt, dass ich zwei Monate lang bleiben m\u00f6chte, ohne eine feste Adresse. Schliesslich scheint er meinem Alter Respekt zu zollen und bohrt nicht weiter. Ob er verstanden und auch geglaubt hat, dass ich \u00fcber tausend Kilometer zu Fuss unterwegs zu sein plane, ist nicht verbrieft.  Am Ausgang erwartet mich meine Frau Michiko, und wir verbringen die Nacht in Flughafenn\u00e4he.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1<\/td>\n<td>27.02.10<\/td>\n<td>Tabi no yado, Michishirube<\/td>\n<td>088-672-6171<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>20910<\/td>\n<td>11<\/td>\n<td colspan=\"2\">1,2,3,4,5<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dreistundenfahrt im Autobus vom Kansai-Flughafen nach Tokushima auf Shikoku. Kein Eldorado f\u00fcr Landschaftsmaler, denn wir durchmessen in K\u00fcstenn\u00e4he eine wahre Industrie-W\u00fcste mit qualmenden Kaminschloten, h\u00e4sslichen Fabrikgeb\u00e4uden, lose zusammen gehalten durch ein Netz sich kreuzender zwei- und mehrst\u00f6ckiger Strassen mit den entsprechenden Auf- und Abfahrten. Quert man diesen G\u00fcrtel auf der Fernstrasse zuoberst, so entdeckt man geduckt zwischen den Strassenschluchten, wie Lego-Kl\u00f6tzchen hingepflanzt, schmucklose Einfamilienh\u00e4user, welche die letzten m\u00f6glichen Gr\u00fcnfl\u00e4chen vereiteln.<\/p>\n<div id=\"attachment_21\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Akashi-Kaikyo-52.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21\" class=\"size-medium wp-image-21 \" title=\"Akashi-Kaikyo Br\u00fccke f\u00fchrt von Honshu \u00fcber Awaji nach Shikoku\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Akashi-Kaikyo-52-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Akashi-Kaikyo-52-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Akashi-Kaikyo-52-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-21\" class=\"wp-caption-text\">Die Akashi-Kaikyo Br\u00fccke f\u00fchrt von Honshu \u00fcber Awaji nach Shikoku<\/p><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Akashi-Kaikyo-51.jpg\"><\/a><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Akashi-Kaikyo-5.jpg\"><\/a> Dann setzt der Bus \u00fcber die gigantische Akashi-Kaikyo H\u00e4ngebr\u00fccke &#8211; mit zwei fast dreihundert Meter hohen Pfeilern und einer St\u00fctzweite von knapp 2 km &#8211; auf die Awaji Insel \u00fcber und von dieser \u00fcber die Naruto-H\u00e4ngebr\u00fccke nach der Insel Shikoku. Von diesem zweiten Kunstbau aus bietet sich dem Besucher ein seltenes Naturschauspiel: In der Gezeitenabfolge bilden sich an der engsten Stelle zwischen dem Pazifischen Ozean und der so genannten Inlandsee meterhohe Wirbel durch jeweils ein- oder ausstr\u00f6mendes Wasser. Man kann diese von der urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Schienenverkehr vorgesehenen unteren Plattform der Br\u00fccke zu Fuss erreichen und aus der N\u00e4he betrachten, heute eine gross vermarktete Touristenattraktion.  Endstation unseres Busses aber ist Tokushima auf Shikoku. In einer halben Stunde erreichen wir von dort im Regionalzug den Ausgangspunkt zum Tempel Nr. 1 auf dem Pilgerweg.<\/p>\n<div id=\"attachment_214\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-1-Ryozenji-F3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-214\" class=\"size-large wp-image-214\" title=\"Nr 1 Ryozenji F3\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-1-Ryozenji-F3-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-1-Ryozenji-F3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-1-Ryozenji-F3-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-214\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 1 Ryozenji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Im dem Tempel angeschlossenen Shop kaufen wir die wichtigsten Utensilien eines Pilgers:<\/p>\n<ul>\n<li>den konischen Bast-Hut mit Plastik\u00fcberzug f\u00fcr den Regenfall<\/li>\n<li>ein weisses Pilgerhemd<\/li>\n<li>eine weisse Umh\u00e4ngetasche f\u00fcr wichtige Unterlagen<\/li>\n<li>ein Stempelbuch, um die Tempelbesuche dokumentieren zu lassen<\/li>\n<li>den Wanderstock aus Weichholz<\/li>\n<\/ul>\n<p>So ausgestattet \u00fcberzeugt unser \u00c4usseres dermassen, dass kurz nach Beginn der Wanderschaft zu Tempel Nr. 2 ein Auto neben uns anh\u00e4lt, die Wagenfenster \u00f6ffnet um uns zwei St\u00fcck Temaki &#8211; in Seetang gewickelte H\u00e4ppchen aus Reis, Gem\u00fcse und Fleisch \u2013 zu \u00fcberreichen. Man darf solche als <em>Osettai<\/em> bekannte Geschenke nicht abweisen, denn sie verk\u00f6rpern die Verbundenheit der Bev\u00f6lkerung mit den asketischen Pilgern. Tats\u00e4chlich sind wir froh um diese Wegzehrung auf der Suche nach den f\u00fcnf Tempeln des ersten Tages.  Vom reservierten Inn der ersten Nacht holt man uns im Wagen ab und bringt uns am n\u00e4chsten Morgen an die Stelle zur\u00fcck, wo wir die Pilgerschaft heute unterbrechen. Der 19-j\u00e4hrige Erik aus Alaska begleitet uns. Genau wie ich hat er sich die Kopfhaare kahl schoren lassen. F\u00fcr den Weg rund um Shikoku hat er etwas weniger Tage als wir eingeplant. Bevor er sich wieder seinen universit\u00e4ren Studien hingibt, will er in Yokohama ein Konzert von Lady Gaga besuchen, f\u00fcr welches er ein Ticket f\u00fcr 250 $ ergattern konnte. Erik ist ohne Religion aufgewachsen. Der Fahrer und Inhaber der Pilgerherberge kann nicht verstehen, dass sich jemand auf den Henro-michi aufmacht, der nicht der Sekte des Gr\u00fcnders <em><em>Kobo Daishi<\/em><\/em><em> (774-835)<\/em><em> <\/em><em>angeh\u00f6rt. <\/em> Verwinkelte, enge Strassen f\u00fchren durch D\u00f6rfer, in denen besonders die H\u00e4user mit den charakteristischen, auf vier Seiten abfallenden Ziegeld\u00e4chern auffallen, die an den Verbundkanten unten mit Vorliebe als Stupsnase auslaufen. Zwischen diesen den Tempeln nachempfundenen Bauten lindert oft ein kleiner Garten mit verschiedenen Nadel- und Laubb\u00e4umen das Auge. Schnittblumen haben darin keinen Platz, sind aber oft in unz\u00e4hlige Pflanzent\u00f6pfe aus Terrakotta vor das Haus verbannt. Da zurzeit keine Blumen bl\u00fchen, geben die T\u00f6pfe ein eher unordentliches Gesamtbild ab. Der Wanderer aber freut sich, zwischendurch abseits des Durchgangsverkehrs zu gehen.<em> <\/em><\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>2<\/td>\n<td>28.2.10<\/td>\n<td>Sakura Ryokan, Yoshinogawa-City<\/td>\n<td>0883-24-3237<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>50099<\/td>\n<td>26<\/td>\n<td colspan=\"2\">6,7,8,9,10<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Angesagt ist ein Regentag, doch die Vorhersagen k\u00f6nnen sich auch in Japan irren. Anf\u00e4nglich recht frisch, im Verlaufe des Nachmittags Sonnenschein. Heute Sonntag befinden sich auch andere Pilger auf dem Weg. So etwa zehn junge Arbeitskollegen aus Osaka. Dann ein paar Pension\u00e4re, die nur ein Tagespensum hinlegen, dabei ein paar Tempel besuchen und sich an einem JR Bahnhof verabschieden. Obwohl sie einen langen Tagesabschnitt mit andern Pilgern einhergehen, beobachten wir keinerlei verbale Kontakte untereinander. Wie am Vortag reisen viele Pilger im eigenen Wagen an. Die Beweggr\u00fcnde sind schwer auszumachen. Gerade die jungen Arbeitskollegen steuern jeweils beh\u00e4nde auf das \u201eStempelb\u00fcro\u201c zu, wo sie die Best\u00e4tigung auf Papierrollen einholen und die Eintr\u00e4ge mit bereit liegenden F\u00f6hnapparaten abtrocknen. Anschliessend vergessen sie indes nicht, am Haupttempel das \u00a0Herz-Sutra laut herunter zu leiern. Einer w\u00fcnscht unser Bild f\u00fcr seinen Blog.<\/p>\n<div id=\"attachment_30\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-30\" class=\"size-medium wp-image-30 \" title=\"Pilgerstilleben - jeder f\u00fcr sich\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-2.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-30\" class=\"wp-caption-text\">Pilgerstilleben - jeder f\u00fcr sich<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf dem Weiterweg reihen sich wieder verschlafene D\u00f6rfer aneinander, die durch keine Namensschilder gekennzeichnet sind. Allen gemeinsam sind die engen Strassen, wo Autos nur eingeschr\u00e4nkt kreuzen k\u00f6nnen. Wir werden denn auch durch den motorisierten Verkehr kaum behindert, obwohl die ganze Strecke asphaltiert ist. Umso mehr erfreuen uns die gepflegten H\u00e4user mit den gehegten G\u00e4rten.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Tempel besuchen wir heute. Nicht alle bleiben in Erinnerung. Tempel Nr. 10 jedoch muss durch 333 Treppenstufen erklommen werden, die auf dem R\u00fcckweg ein zweites Mal zu bew\u00e4ltigen sind.  Wir erreichen unser Sakura-Ryokan in Kamojima mit brennenden Fusssohlen. In einem Kaffeehaus, wo wir kurz einkehren, l\u00e4uft die ganze Zeit eine Tsunami-Warnung \u00fcber den Bildschirm. Darin werden minutengenau die Ankunft der Flutwellen eines Erdbebens in Chile und deren H\u00f6he in Zentimetern an den exponierten K\u00fcstenabschnitten Japans angegeben. Von den Gastgebern erhalten wir zus\u00e4tzlich zum bestellten Kaffee unentgeltlich Geb\u00e4ck und d\u00fcrfen ausserdem je eine Dose Tee auf die Reise mitnehmen.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>3<\/td>\n<td>01.03.10<\/td>\n<td>Nabeiwa-so, Myozai-gun<\/td>\n<td>088-677-0181<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>42709<\/td>\n<td>23<\/td>\n<td colspan=\"2\">11,12<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Vom Tempel elf hinauf<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em> <\/em><em>f\u00fchrt ein Pfad ganz steil und stet<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em> <\/em><em>Man sagt, wer hier beh\u00e4lt den Schnauf<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Sorgenfrei auch weiter geht<\/em><\/p>\n<p>Dieser Aufstieg hat es tats\u00e4chlich in sich. Bis Tempel Nr. 12 sind rund 700 H\u00f6henmeter zu erdulden, unterbrochen durch zwischenzeitliche Abstiege und Gegensteigungen. Rutschpartien \u00fcber Laub und Ger\u00f6ll inbegriffen, wenn man nicht mit festem Schuhwerk unterwegs ist. Hier sind nur noch standfeste Pilger zu Fuss unterwegs, obwohl der Pfad \u00fcber weite Strecken in gutem Zustand durch die Gemischtw\u00e4lder f\u00fchrt. Hier hole ich den 19-j\u00e4hrigen Erik ein, der uns gestern unvermittelt entschwunden ist. Er hatte in unserer Bleibe seinen Reisef\u00fchrer vergessen. Der Inhaber des Inns, der nur unsere n\u00e4chste Unterkunft kannte, erkundigte sich nach Eriks Verbleib. Er offerierte sogar, das Buch im Wagen nachzuliefern.<\/p>\n<div id=\"attachment_33\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/035-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-33\" class=\"size-medium wp-image-33  \" title=\"035 (2)\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/035-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/035-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/035-2.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-33\" class=\"wp-caption-text\">Pilgerweg - ein Auf und Ab<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach Tempel Nr. 12 folgt der steile Abstieg nach Nabeiwa-so, wobei der Pfad mehrere Male die Strasse kreuzt, um eine Abk\u00fcrzung zu machen. Wiederum Rutschterrain, hat es doch zu regnen begonnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich bin zwar nicht m\u00fcde, doch m\u00fcrbe. Nur nicht gleich morgen einen weiteren solchen Tag!<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>4<\/td>\n<td>02.03.10<\/td>\n<td>Dainichiji Tempel Inn, Tokushima<\/td>\n<td>088-644-0069<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>34554<\/td>\n<td>17<\/td>\n<td colspan=\"2\">13 (Dainichiji)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">Zun\u00e4chst ein paar hundert H\u00f6henmeter steil hinauf, dann auf geteerter Strasse viele Kilometer hinunter ins Tal. Nach \u00dcberschreiten des Flusses kurzer \u00dcbergang ins n\u00e4chste Tal und anschliessend nochmals so. Die restlichen Kilometer entlang der Hauptstrasse, rufen wiederum das Brennen der Fusssohlen hervor. Wir sind zu viert unterwegs, aber jeder schaut nur auf sein eigenes Lauftempo; an einem Pilgerrastplatz trifft man sich wieder. Dann sorge ich f\u00fcr einen angemessenen Marschrhythmus, so dass keiner auszubrechen wagt. Bis sie wieder auf einen Marschhalt dr\u00e4ngen. Auf der monotonen Uferstrasse einigen wir uns auf eine Mittagsrast. Auf der weiteren Strecke laufen wir auf unseren Alaskaner Erik auf, der seine Version des Vortags erz\u00e4hlt. Diesen Ausl\u00e4nder kennen mittlerweile alle Pilger und man hat ihn in unserem Ryokan erwartet. Es gab aber anscheinend ein zweites Gasthaus im gleichen Dorf, wo er mit drei Japanerinnen, darunter einer bekannten Schauspielerin, n\u00e4chtigte. In dieser Gesellschaft plant er auch die kommende Nacht zu verbringen, ein paar Tempel weiter als wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mit Michiko \u00fcbernachte ich erstmals in einem Tempel Inn, dem Dainichiji, Nr. 13. Dadurch werden wir voraussichtlich unsere bisherigen Reisebegleiter aus den Augen verlieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_37\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichiji-6-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-37\" class=\"size-medium wp-image-37 \" title=\"Nr 13 Dainichiji 6 (2)\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichiji-6-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichiji-6-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichiji-6-2.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-37\" class=\"wp-caption-text\">Dainichiji Tempel Inn - Das Nachtessen wird aufgetragen<\/p><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichiji-5-2.jpg\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ausser uns ist eine Pilgergruppe aus Sendai angemeldet. Vor dem Essen wird gemeinsam das Herz-Sutra geleiert. Es ist unvermeidlich, dass man wissen will, wo die Langnase herkommt. Der Tempelherr ist sichtlich beeindruckt und wiederholt ungl\u00e4ubig <em>Suisu, Suisu<\/em>. Ausserdem gibt er der Gruppe den Dispens, abends ein Bier zu trinken. Da die Gruppe per Bus reist, frage ich nach, ob das mit dem Bier auch f\u00fcr das Fussvolk gelte. Der ganze Saal applaudiert, als man erf\u00e4hrt, dass wir zu Fuss \u00fcber die Berge gestiegen sind. Daf\u00fcr wird mir ein Asahi-Bier spendiert. Und ein Osettai (Geschenk) darf ein Pilger niemals ablehnen\u2026<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>5<\/td>\n<td>03.03.10<\/td>\n<td>Tokushima Daiichi Hotel<\/td>\n<td>088-655-5151<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>28379<\/td>\n<td>15<\/td>\n<td colspan=\"2\">14,15,16,17<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">Morgenandacht um sechs Uhr fr\u00fch in der Gebetshalle des Tempels mit dem ans\u00e4ssigen M\u00f6nch. Von einer einfachen h\u00f6lzernen Decke h\u00e4ngen Ornamente mit ungleich langen, sich wiederholenden Sujets, welche den \u00dcberblick im Raum erschweren. Alle Pilger des Reisecars verharren auf ihren Fersen sitzend, nur uns hat man St\u00fchle bereitgestellt. Die rituellen Handlungen des Geistlichen wirken etwas zeremoniell. Unter Klopfen mit einem metallenen Stab gegen ein Gef\u00e4ss verrichtet er Gebete und Ges\u00e4nge, w\u00e4hrend er einen Weihrauchstock im Stakkato mit Ingredienzien n\u00e4hrt. Die meisten Gl\u00e4ubigen sind mit Gebetsliteratur ausger\u00fcstet und machen mit. Wir k\u00f6nnen nur das Herz-Sutra mitleiern.<\/p>\n<div id=\"attachment_215\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichijia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-215\" class=\"size-large wp-image-215\" title=\"Nr 13 Dainichijia\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichijia-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichijia-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-13-Dainichijia-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-215\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 13 Dainichiji - Inneres<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder Tempelbesuch soll mit einem bestimmten Ritus vollzogen werden, worunter das Beten des Herz-Sutra nur ein Element ist. Es gibt allerdings diesbez\u00fcglich keine soziale oder andersartige Kontrolle. Man kann durchaus direkt auf das Stempelb\u00fcro zusteuern und sich den kalligrafischen Eintrag ins Stempelbuch gegen Entgelt machen lassen. Michiko unternimmt die Pilgerreise auch im Andenken an ihre verstorbene Mutter, welche diese ihrerseits gerne selbst einmal unternommen h\u00e4tte. Mit dem Bild ihrer Eltern in der Hand h\u00e4lt sie jeweils kurz vor den Alt\u00e4ren inne. Ein Tempel ist eigentlich ein Tempelkomplex mit verschiedenen sakralen Bauten:<\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li>Dem Haupttor, wo b\u00f6se Geister von grimmig drein blickenden Figuren abgehalten werden<\/li>\n<li>Dem Waschbecken, bei dem beim Eintreten als Erstes die H\u00e4nde gewaschen werden sollen<\/li>\n<li>Der Haupthalle, dem Hauptgott des Tempels geweiht<\/li>\n<li>Der Daishi-Halle, dem Gr\u00fcnder der Sekte geweiht<\/li>\n<li>Dem Glockenturm<\/li>\n<li>Dem Administrations-B\u00fcro f\u00fcr den Stempeleintrag<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\">Die nachfolgenden Tempel liegen in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden innerhalb weniger Kilometer. Der Weg f\u00fchrt durch urbane Gegenden rund um die Stadt Tokushima. Dort teilen wir den Weg mit dem motorisierten Verkehr \u00fcber schmale Durchgangsstrassen. Nach Tempel Nr. 17 f\u00fchrt der Weg zum n\u00e4chsten Etappenziel durch die Stadt Tokushima selbst, wo wir die Reise f\u00fcr den Rest des Tages unterbrechen. Dort haben wir vor f\u00fcnf Tagen mit dem Pilgerweg begonnen und inzwischen jene 17 Kultst\u00e4tten abgeklopft, welche in der weiteren Umgebung dieser Stadt in D\u00f6rfern, T\u00e4lern, auf Bergen im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung errichtet worden sind. F\u00fcr uns so was wie die Ouvert\u00fcre, ab morgen geht es los zur Wanderung um die Insel Shikoku.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>6<\/td>\n<td>04.03.10<\/td>\n<td>Fureai no sato, Sakamoto, Katsuura-gun<\/td>\n<td>08854-4-2110<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46784<\/td>\n<td>26<\/td>\n<td colspan=\"2\">18,19<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div id=\"attachment_231\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1421.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-231\" class=\"size-large wp-image-231\" title=\"142\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1421-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1421-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1421-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-231\" class=\"wp-caption-text\">Gewisse Mandarinensorten reifen im Fr\u00fchling<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit 3 Uhr fr\u00fch zappt Michiko im Hotelzimmer durch die TV Kan\u00e4le und meldet nichts als Regen f\u00fcr den kommenden Tag. Bis Mittag h\u00e4lt er zur\u00fcck, revanchiert sich daf\u00fcr den ganzen Nachmittag. Es ist eine Zumutung, wie wir durch die peripheren Stadtgebiete navigieren m\u00fcssen. Und nicht nur wir. Auch die Schulkinder auf ihren Fahrr\u00e4dern schl\u00e4ngeln sich durch den morgendlichen Verkehr Stadt einw\u00e4rts auf einer Spur zwischen stehenden Autos und nicht vorhandenem Trottoir, \u00fcber Dolenroste, den aufgespannten Regenschirm in einer Hand. Niemand mit Helm. Und heute m\u00fcssen sie auch noch auf uns aufpassen. Wir ben\u00f6tigen zwei Stunden, bis wir in etwas l\u00e4ndlichere Gefilde vorstossen. Da dort der Verkehr fl\u00fcssig rollt, m\u00fcssen wir bei jedem vorbei brausenden Laster unseren Pilgerhut sch\u00fctzen, damit er nicht davon fliegt. Wo m\u00f6glich glaubt der Hintermann jeweils, ich gr\u00fcsse ihn mit der Handbewegung. Der gute Erik aus Anchorage, dem wir auch heute wieder begegnen, hat das Problem auf pragmatische Weise gel\u00f6st, den Pilgerhut entsorgt und wieder seine Baseballm\u00fctze aufgesetzt. Auch sonst gibt er sich angepasst: Er will auf gewissen Teilstrecken von Bus oder Bahn aus gr\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine kurze Teilstrecke f\u00fchrt durch einen Bambuswald. Die nackten, beinharten Rohre klappern wie St\u00f6rche Beifall, als eine leichte Brise unser Kommen ank\u00fcndigt.<\/p>\n<div id=\"attachment_220\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/141.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-220\" class=\"size-large wp-image-220\" title=\"141\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/141-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/141-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/141-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-220\" class=\"wp-caption-text\">Pfad durch Bambuswald<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Dann werden wir heute dreimal beschenkt. Eine Frau steigt vom Fahrrad und entnimmt von ihrem Einkauf ein paar Mandarinen. Als wir an einer <em>Patisserie Europ\u00e9enne<\/em> vorbei marschieren, rennt uns eine Verk\u00e4uferin eilig hinterher und bringt Zwieback und ein weiteres Geb\u00e4ck, manierlich verpackt. Da bei der \u00dcbergabe eines der Geschenke zu Boden f\u00e4llt, huscht sie entschuldigend in den Laden zur\u00fcck, um es umzutauschen. Sp\u00e4ter, als wir seit zwei Stunden durch massiven Regen gewatet sind, empf\u00e4ngt uns eine Ladenbesitzerin zu einem heissen Tee an der W\u00e4rme.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um m\u00f6glichst nahe an den Fuss des Berges zu gelangen, den wir morgen besteigen wollen, m\u00fcssen wir eine weitere Stunde hinaus auf die nasskalte Strasse ohne Trottoir. Es ist den LKW-Fahrern hoch anzurechnen, dass wir von Wasserfont\u00e4nen verschont bleiben. Im Dorf Kazura warten wir in einer \u00f6ffentlichen Halle darauf, von einem uns empfohlenen Ryokan abgeholt zu werden. Dort findet zu Ehren des M\u00e4dchentages (3.3.) eine Puppenausstellung statt, die ich ohne zu z\u00f6gern als die weltweit gr\u00f6sste ihrer Art einstufe. Man stelle sich eine Dreifachturnhalle vor und darin voll gestopft sicher zehntausend Puppen in allen Gr\u00f6ssen und von erlesener Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<div id=\"attachment_76\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76\" class=\"size-large wp-image-76\" title=\"075\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/075-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-76\" class=\"wp-caption-text\">Puppenausstellung zum Tag der M\u00e4dchen - 3. M\u00e4rz (Teilansicht)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/147-2.jpg\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Einsch\u00e4tzung, dass unser Ryokan das sch\u00f6nste auf der ganzen Strecke sei, verdanken wir einer 79-j\u00e4hrigen Dame, die den Ohenro-michi seit f\u00fcnfzehn Jahren j\u00e4hrlich einmal absolviert. Und diese Dame wartet vor derselben Halle und ben\u00fctzt denselben Abholdienst, der uns in die ehemalige Primarschule in ein Bergdorf bringt. Entsprechend ger\u00e4umig sind die Zimmer, welche noch die Bezeichnung der fr\u00fcheren Klassen tragen. Noch im Bus fragt besagte Dame nach unserer Herkunft. Und doppelt sodann gleich nach:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eKennt ihr den Roli Vogel aus Luzern?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eJa klar, der kam zu Michiko, um Japanisch zu lernen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und auch Rolis Frau kennen wir, die Hiromi, sie hat von Michiko die Japanischklassen der Migros Klubschule in Luzern \u00fcbernommen! Die Dame ist zwar nicht verwandt mit Hiromi, kennt sie aber als Nachbarin von Kindsbeinen an. Sie war auch schon einige Zeit bei ihr in Luzern.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>7<\/td>\n<td>05.03.10<\/td>\n<td>Sazanka, Anan-City<\/td>\n<td>0884-36-3701<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>45525<\/td>\n<td>21<\/td>\n<td colspan=\"2\">20, 21<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Tag mit zwei Tempeln auf unserem Programm, die den Berggipfel als Standort ausgew\u00e4hlt haben. Nicht ganz \u00fcberraschend einen unterschiedlichen. Wer die steilen Pfade wie wir in Angriff nimmt, kommt oben nicht um einen Tenuewechsel herum. Die ungew\u00f6hnlichen Steigungsprozente nagen am Durchhaltewillen. Um der Erosion entgegenzutreten, sind mancherorts Betonschwellen quer zum Pfad in den Boden gerammt worden. Diese lassen sich wegen ihrer H\u00f6he und dem Abstand zur n\u00e4chsten Schwelle in keinem vern\u00fcnftigen Rhythmus begehen. Das ist sowohl beim Aufstieg als auch beim Abstieg m\u00fchsam und Kr\u00e4fte raubend.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Davon sind die per Bus oder mit der Seilbahn eingetroffenen Pilgertruppen verschont geblieben und sie k\u00f6nnen ihre blitzsauberen Pilgertrachten vor den Tempeln spazieren f\u00fchren. Dass es auch unsere 79-J\u00e4hrige Asketin zu Fuss auf beide Tempel schafft, verbietet es uns, zu lamentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<div id=\"attachment_45\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/091-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-45\" class=\"size-medium wp-image-45 \" title=\"091 (2)\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/091-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/091-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/091-2.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-45\" class=\"wp-caption-text\">Pilgergruppen mit blitzblankem Outfit...<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Michikos sonst umsichtiger Routenplanung ist entgangen, dass zu Tempel Nr. 21 nochmals ein Gebirgskamm zu \u00fcberwinden ist. Fazit: wir sind rekordverd\u00e4chtige zehn Stunden unterwegs. Topografisch wie landschaftlich erleben wir eine Etappe, wie ich sie mir f\u00fcr Shikoku vorgestellt habe: Wir durchwandern enge Talschaften, wo kleine und kleinste Reisfelder im Terrassenanbau an den Abh\u00e4ngen kleben. Bl\u00fchende Pflaumenhaine haben sich in windgesch\u00fctzten Ecken angesiedelt. Bereits bl\u00fchen die ersten Kirschb\u00e4ume, w\u00e4hrend Mandarinenhaine voll der reifen, rotgelben Fr\u00fcchte prangen. Der Wald, der den Grossteil des Pfads umgibt, wechselt je nach H\u00f6henmeter ziemlich abrupt von Gemischtwald zu hochst\u00e4mmigen Koniferen. Dazwischen taucht f\u00fcr kurze Zeit dichter Bambuswald auf.<\/p>\n<div id=\"attachment_233\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/157.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-233\" class=\"size-large wp-image-233\" title=\"157\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/157-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/157-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/157-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-233\" class=\"wp-caption-text\">Terassenfeldbau bis weit in die T\u00e4ler hinein<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach aller M\u00fchsal des Tages darf man sich wie immer auf ein japanisches Bad \u2013 Ofuro &#8211; am Abend freuen. Dazu eine Kurzanleitung: Ryokan ebenso wie die etwas einfacheren Minshuku haben Etagen-WC und ein Ofuro. Dort legt sich der Gast textilfrei in ein Becken heissen Wassers und l\u00e4sst K\u00f6rper, Seele und Gedanken baumeln, nachdem er sich zuvor ausserhalb der Wanne gr\u00fcndlich eingeseift und geduscht hat. Zu diesem Zweck stehen Kurpackungen von Fl\u00fcssigseife und Shampoo zur Verf\u00fcgung und man hockt w\u00e4hrend dem Zeremoniell auf einem Plastikschemel neben oder unter der Brause. In den traditionell kleinen Unterk\u00fcnften meldet man sich, sobald man sein Bad genossen hat, damit der n\u00e4chste Gast eintreten kann. Bei gr\u00f6sseren Herbergen oder \u00f6ffentlichen Badeanstalten gibt es Platz f\u00fcr eine ganze Reihe von Menschen gleichzeitig, dann allerdings geschlechtlich getrennt. Immer aber benutzen mehrere bis viele Personen dasselbe Badewasser, weshalb der Hygiene ausserhalb des Wasserbeckens die gr\u00f6sste Bedeutung zukommt.<\/p>\n<div id=\"attachment_234\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/0971.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-234\" class=\"size-large wp-image-234\" title=\"097\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/0971-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/0971-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/0971-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-234\" class=\"wp-caption-text\">OFURO - der unverzichtbare Lebensquell des Japaners<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>8<\/td>\n<td>06.03.10<\/td>\n<td>Yakuoji Tempel Inn, Kaifu-gun<\/td>\n<td>0884-77-0023<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>42146<\/td>\n<td>17<\/td>\n<td colspan=\"2\">22,23<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">Regentag, keine namhaften Steigungen. Trotzdem glaube ich der dem <em>Shikoku Japan 88 Route Guide<\/em> entnommenen Marschdistanz diesmal nicht ganz. Michikos Schrittz\u00e4hler kommt auf rund 23 km, was vermutlich eine vern\u00fcnftige Ann\u00e4herung bedeutet. Mit dem heutigen Tag verlassen wir das Landesinnere und erreichen die K\u00fcste. Anf\u00e4nglich ziehen wir uns noch etwas die l\u00e4ndliche Idylle hinein. Gerade im Dauerregen und wenn sich die tief h\u00e4ngenden Wolken mit den Bergw\u00e4ldern verm\u00e4hlen, entsteht der Eindruck einer entlegenen, von der Ungeduld der Zivilisation abgekehrten Binnenwelt. Aber aufgepasst: kaum ein Ort, wo nicht hoch \u00fcber dem Talgrund eine Hochspannungsleitung ihre F\u00e4den spannt. Und kaum, dass wir uns einer \u00dcberlandstrasse n\u00e4hern, breitet sich entlang eines Gew\u00e4ssers eine wilde Deponie von gebrauchten Fahrzeugreifen, Autowracks, K\u00fchlschr\u00e4nken, Zivilisationskram eben, aus. Eine Weile folgen wir der Hauptstrasse, welche zwei Tunnel durchsticht. Im ersten ist unser Weg noch durch ein Gel\u00e4nder gesch\u00fctzt. Im zweiten sehen wir uns auf Gedeih und Verderben dem Goodwill der Fahrer ausgesetzt. Wenn ein Chrom-Monster im Tunnel auf aufsteigender Rampe die ganze Potenz aussch\u00f6pft, stellt sich f\u00fcr uns ein Krachen-und-Heulen-und-berstende-Nacht Szenario ein. Das Garacho endet erst, als wir unter den ge\u00f6ffneten Schleusen des Himmels wieder frei atmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">An der zerkl\u00fcfteten K\u00fcste darf der Pilgerweg streckenweise sein eigenes Gel\u00e4nde beanspruchen. Aber gross mehrheitlich folgen wir einfach der \u00dcberlandstrasse. Solange dies in Bezug auf den Pilgerweg nicht \u00e4ndert, rennen die Bef\u00fcrworter des Labels <em>Weltkulturpilgerpfad<\/em> ganz bestimmt vergeblich an bei der UNESCO.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>9<\/td>\n<td>07.03.10<\/td>\n<td>Yuyu-nasa-fureai-no-yado, Kaifu-gun<\/td>\n<td>0884-73-0300<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>50090<\/td>\n<td>27<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">Nachdem die ganze Nacht heftiger Regen gefallen ist, m\u00fcssen erst Gedanken ausger\u00e4umt werden, ob sich der Tag nicht angenehmer von einem Wagenfenster der JR (Japanischen Eisenbahnen) angehen liesse. Wie wir auf die Strasse treten, h\u00f6ren die Niederschl\u00e4ge auf. Wir folgen den ganzen Tag der Route 55, welche gr\u00f6ssere Steigungen mit etlichen Tunneln umgeht. Sie bietet kaum grosse Abwechslung, da aber Tempel Nr. 24 in 75 Kilometer Entfernung liegt, geht es nur darum, diese Distanz m\u00f6glichst schnell zu \u00fcberwinden. F\u00fcr heute hat sich Michiko ein besonderes Hotel einfallen lassen. Unser Balkon auf dem Kamm eines H\u00fcgels gibt freie Sicht auf die offene Meeresbucht. Die Morgensonne w\u00fcrde direkt in unserem Bett landen, wenn es denn je so etwas wie Morgensonne g\u00e4be auf Shikoku. Auch das Gemeinschaftsbad l\u00e4sst keine W\u00fcnsche offen. Wir benutzen es, obwohl unser Zimmer ebenfalls mit Bad und WC ausger\u00fcstet ist. Pilger geniessen hier einen Preisnachlass von 20%, so dass sich die Nacht mit Nachtessen und Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr rund 80 Franken pro Person preiswert anh\u00f6rt. In Japan fragt kaum ein Kellner:<em> \u201e\u2026und zum Trinken?<\/em>\u201c Man serviert gratis Gr\u00fcntee und Wasser. Wer zum Essen Bier oder Sake w\u00fcnscht, muss sich melden.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10<\/td>\n<td>08.03.10<\/td>\n<td>Lodge Ozaki<\/td>\n<td>0887-27-2065<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>56934<\/td>\n<td>33<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">Ganztags auf der Route 55, welche hier die K\u00fcstenstrasse bildet. Nach f\u00fcnf Kilometern Marsch ersp\u00e4ht mich die Gerantin eines Kaffeehauses und winkt mich mit viel Gestik zu sich hinein. Obwohl etwas kurz nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, willige ich ein. Die Frau mit <em>Vier-L\u00e4nder-in-elf-Tagen<\/em>&#8211; Erfahrung in Europa hat dabei auch die Schweiz besucht und weiss Positives zu berichten. Den besten Kaffeer\u00f6ster weltweit will der Inhaber ihres Coffee-Shops in Baden gefunden haben, einen Herr Ferrari. Sie l\u00e4dt nur ausl\u00e4ndische Pilger zum Gratiskaffee ein. Am PC zeigt sie uns eine ellenlange Galerie von solchen Besuchern. Ich weiss nicht, seit wie vielen Jahren die Dame die Strasse nach Langnasen ab\u00e4ugt. Wir sind jedenfalls ihr neuester Zugang.<\/p>\n<div id=\"attachment_222\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/212.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-222\" class=\"size-large wp-image-222\" title=\"212\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/212-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/212-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/212-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-222\" class=\"wp-caption-text\">Dolomiten im Pazifik?<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Die Wellen auf dem Ozean schlagen unaufh\u00f6rlich gegen die K\u00fcste. An einer besonders exponierten Stelle warten Dutzende Wellenreiter auf eine abenteuerliche Trittbrettfahrt. Ob es an der K\u00fcste immer so faucht und zischt, kann ich nicht herausfinden.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>11<\/td>\n<td>09.03.10<\/td>\n<td>Kongochoji Tempel Inn, Muroto-City<\/td>\n<td>0887-23-0026<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>49906<\/td>\n<td>27<\/td>\n<td colspan=\"2\">24,25,26<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Wenn das Meer auf die K\u00fcste zum Angriff bl\u00e4st<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Und die Schiffe im Hafen der Mut verl\u00e4sst<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em> <\/em><em>Stehn die Zeichen auf Sturm<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Der Mensch harrt wie ein Wurm<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Bis der Wind sanft La Ola verebben l\u00e4sst<\/em><\/p>\n<p>Unsere Lodge Ozaki liegt, nur durch die Route 55 getrennt, am Ozean. Wenn man in die schwarze Nacht hinaus horcht, gewahrt man, welche Urgewalt da in jeder Sekunde in L\u00e4rm umgewandelt wird. Lautst\u00e4rke eines davon donnernden Riesenjets. Peitscht dir dazu der Wind Regen ins Gesicht, so ist das beileibe nicht des Pilgers Traum. <em>Ame<\/em> (Regen) ist das erste Wort aus dem \u00c4ther, als wir fr\u00fchmorgens das TV einschalten. Ame, und das mit 99% Wahrscheinlichkeit. Was wohl in der Meteorologensprache heisst \u201azu hundert Prozent\u2019. Regen und orkanartige B\u00f6en begleiten uns 15 km der K\u00fcste entlang. Da liegt man mit Pilgerhut vollends im Abseits. Das Meer kocht. Font\u00e4nen stieben zwanzig, dreissig Meter empor an einer Miniaturausgabe der Dolomiten an der felsigen K\u00fcste. Der Aufstieg zum Tempel Nr. 24 erfolgt im Schutz eines Mischwaldes. Michiko \u00fcberlasse ich ihrem eigenen Tempo, das sie ihrerseits zwei japanischen Begleitern anpassen muss, welche in derselben Lodge n\u00e4chtigten. Wir treffen durchaus auf Japaner, die wie wir den ganzen Pilgerweg zu Fuss zur\u00fccklegen. Sie gehen zuweilen wenige Meter hintereinander, ohne erkennbare Lust auf eine Konversation mit Gleichgesinnten. Michiko spielt dann die Eisbrecherrolle. Sie ist nach meiner Beobachtung bis heute die einzige Frau, welche ohne Abstriche zu Fuss unterwegs ist. Selbst unsere 79-j\u00e4hrige Heldin zieht es vor, die 75 km zwischen Tempel Nr. 23 und 24 mit der Bahn zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_95\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-24-Hotsumisakiji-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-95\" class=\"size-full wp-image-95\" title=\"Nr 24 Hotsumisakiji (2)\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-24-Hotsumisakiji-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-24-Hotsumisakiji-2.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-24-Hotsumisakiji-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-95\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 24 Hotsumisakiji<\/p><\/div>\n<p>Tempel Nr. 24 und 26 liegen auf H\u00fcgeln, so dass uns heute zwei Aufstiege auferlegt sind. Daf\u00fcr geniessen wir vom vorz\u00fcglichen Inn bei Tempel Nr. 26 eine herrliche Sicht auf die entfernte K\u00fcstenregion.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>12<\/td>\n<td>10.03.10<\/td>\n<td>Hamayoshi ya, Aki-gun<\/td>\n<td>0887-38-6589<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46434<\/td>\n<td>24<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Heute k\u00f6nnen wir uns nicht \u00fcber Regen aufregen. Daf\u00fcr haben wir es mit einem unsichtbaren Widersacher zu tun: Ein orkanartiger Wind bl\u00e4st uns die ganzen sechs, sieben Stunden direkt ins Gesicht. Wir wandern sozusagen mit Vorlage durch die Landschaft, den Pilgerhut als Windbrecher auf den Bauchnabel gepresst. Die Route 55 verl\u00e4uft nach wie vor relativ flach zur K\u00fcste; f\u00fcr uns ist es beinahe wie Bergsteigen.<\/p>\n<p>In einem Restaurant frage ich einen japanischen Pilger, weshalb es hier nur vereinzelt Windkraftwerke gebe. Er mutmasst, dass die Investition zu gross w\u00e4re. Als ich ihm dieses Argument nicht abkaufe, kontert er mit dem L\u00e4rm solcher Windm\u00fchlen. \u201eUnd das Meer?\u201c frage ich zur\u00fcck. Das sei nat\u00fcrlich. \u201eAha, und der Strassenl\u00e4rm ebenso!\u201c, setze ich ihn schachmatt. Die Frage besch\u00e4ftigt mich nach wie vor, doch sp\u00e4ter erfahren wir, dass Winde dieser Heftigkeit f\u00fcr die Region aussergew\u00f6hnlich seien. Das Meer geb\u00e4rdet sich im Vergleich zu den Vortagen heute erstaunlich friedlich.<\/p>\n<p>Etwas Platz f\u00fcr Interna muss sein: So teile ich seit dreissig Ehejahren die meiste Freizeit mit Michiko. Nicht so auf der Wanderschaft. Es ist bisher unm\u00f6glich, l\u00e4ngere Zeit auf gleicher H\u00f6he mit ihr zu gehen. Sie sucht Deckung hinter meinem R\u00fccken und versteht mich jeweils nicht, wenn ich etwas sage. Lasse ich sie das Marschtempo bestimmen, so bleibt sie nach wenigen Minuten stehen und dr\u00e4ngt mir die F\u00fchrung wieder auf. Schaue ich dann eine Weile lang nicht zur\u00fcck, ist sie wom\u00f6glich bereits hinter einer Strassenecke ausser Sichtweite. Das war bereits auf dem Jakobsweg durch Spanien nicht anders. Ich deute das halt als Zeichen daf\u00fcr, mein eigenes Tempo durchzuziehen und singe mich von A wie Adamo bis Z wie Zauberfl\u00f6te querbeet durch alles, was sich mein Lebtag an Melodien angesammelt hat. Hier mit Meeresrauschen als Begleitmusik. Ob <em>La Montanara<\/em> oder <em>Ein Schiff wird kommen, <\/em>alles wird auf einen Marschrhythmus uminterpretiert und in dieser Kadenz kann ich stundenlang durch die Lande ziehen.  Als mich heute nach rund zwanzig Kilometern auf einer Br\u00fccke der Orkan beinahe von den Beinen fegt, rette ich mich in ein Restaurant und setze mich an einen Tisch mit Sicht auf die Br\u00fccke. Irgendwann muss meine Frau auftauchen, ich weiss ja nicht, wo sie unser Nachtlager gebucht hat. Nach gut einer Stunde ist es so weit. Man rechne nach: Auf 20 km verliert sie 60 Minuten, macht auf 2 km 6 Minuten, auf 1 km 3 Minuten oder 180 Sekunden. 18 Sekunden auf 100 Meter! Ich weiss beim besten Willen nicht, wie ich hundert Meter achtzehn Sekunden langsamer gehen soll. Und das Interessante: Sie erscheint nicht etwa alleine. Unterwegs passt sie ihren Rhythmus einem andern Pilger an, oder dr\u00e4ngt diesem ihren eigenen auf. Ihr heutiger Begleiter hat gar noch einen Aufstieg zum Tempel Nr. 27 und damit 632 H\u00f6henmeter vor sich, denn er deponiert seinen Rucksack im selben Minshuku wie wir und kehrt nach drei Stunden zur\u00fcck. Diesen Aufstieg sparen wir uns als Auftakt f\u00fcr den morgigen Tag.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>13<\/td>\n<td>11.03.10<\/td>\n<td>Katori, Konan-City<\/td>\n<td>0887-55-3133<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>69349<\/td>\n<td>38<\/td>\n<td colspan=\"2\">27<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Heute erwischt mich Michiko auf dem falschen Fuss. Der Aufstieg zum Tempel Nr. 27 ohne den im Minshuku deponierten Rucksack ist bei herrlichem Wetter weit einfacher als erwartet. Im \u00dcbermut beginnt sie daher, get\u00e4tigte Zimmerreservationen zu annullieren, da sie sich daf\u00fcr entscheidet, einen Tag zu gewinnen und weitere dreissig Kilometer zu den acht km hin und zur\u00fcck zu Tempel Nr. 27, anzuh\u00e4ngen. Wir sind schliesslich 11 Stunden unterwegs. Michiko folgt meinem \u201aTempodiktat\u2019 \u00fcber weite Strecken problemlos. Wieder wandern wir entlang der Route 55, bis wir auf eine parallel gef\u00fchrte Cycling Road ausweichen. F\u00fcr Michiko, die zugibt, die Schmerzen an den F\u00fcssen einfach zu ignorieren, ist dies die gr\u00f6sste k\u00f6rperliche Tagesleistung ihres Lebens. Sie findet, dass wehklagen ihr nicht zustehe, da es ihre Initiative gewesen sei, eine solche Distanz anzugehen. Im Grunde bereiten uns nur die Schmerzen an Fersen und Sohlen Probleme, zur\u00fcckzuf\u00fchren auf stundenlanges Gehen auf geteerten Bel\u00e4gen.<\/p>\n<div id=\"attachment_97\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/131.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-97\" class=\"size-large wp-image-97\" title=\"131\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/131-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/131-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/131-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-97\" class=\"wp-caption-text\">Nach dem l\u00e4ngsten Tagespensum erreichen wir unser Ziel nach Sonnenuntergang<\/p><\/div>\n<p>Beim morgendlichen Abstieg von Tempel Nr. 27 sind wir \u00fcbrigens wieder einmal unserem Pilgerkameraden der ersten Stunde, Erik, begegnet, der eigentlich weiter sein m\u00fcsste. \u00dcberdies treffen wir auch im heutigen Ryokan wieder auf vertraute und vor allem verdutzte Gesichter, weil man Michikos Parforce-Leistung f\u00fcr unglaublich h\u00e4lt.  Es braucht viel, bis sich Japaner mit Namen zu erkennen geben. Trotzdem gr\u00fcsst man sich als Altbekannte. Nach unserer Sch\u00e4tzung geh\u00f6rt etwa ein halbes Dutzend in unserem Umkreis zu den \u201aDurchdienern\u2019.<\/p>\n<div id=\"attachment_237\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0172.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-237\" class=\"size-large wp-image-237\" title=\"DSCN0172\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0172-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0172-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0172-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-237\" class=\"wp-caption-text\">Fotoshooting auf der l\u00e4ngsten Teilstrecke<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>14<\/td>\n<td>12.03.10<\/td>\n<td>Rainbow Hokusei, Kochi-City<\/td>\n<td>088-826-4680<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>52698<\/td>\n<td>25<\/td>\n<td colspan=\"2\">28,29,30,31<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Es w\u00e4re vermessen zu behaupten, die gestrige Mammutstrecke sei spurlos an uns vor\u00fcbergegangen. Erst am Nachmittag ist die gewohnte k\u00f6rperliche und geistige Fitness wieder hergestellt. Heute handelt es sich um eine Vorzeigeetappe, wenngleich ausschliesslich auf betonierter oder geteerter Unterlage. Der gut markierte Weg schl\u00e4ngelt sich durch kleine D\u00f6rfer in einer ausgedehnten Ebene. Vom Dorfausgang steuert er querfeldein durch die grossfl\u00e4chigen Reis- und Gem\u00fcse\u00e4cker. Diese sind zum Teil geflutet, aber noch nicht bestellt. Das l\u00e4ndliche, das \u00fcberschaubare, vielleicht noch unschuldige Shikoku ist hier anzutreffen. Nichts von Shopping Centers, keine Autogaragen, nicht einmal Nachtbeleuchtung. Da links und rechts der engen Durchgangsstrasse Wassergr\u00e4ben an den zusammengebauten H\u00e4usern vorbeif\u00fchren, fragt man sich, ob nicht zuweilen ein angeheiterter Sp\u00e4theimkehrer in einem Graben landet. Aber es gibt auch keine Bars hier, wo sich das Leben rund um Reis- und Gem\u00fcseanbau zu drehen scheint.<\/p>\n<div id=\"attachment_99\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/233-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-99\" class=\"size-full wp-image-99 \" title=\"233 (2)\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/233-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/233-2.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/233-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-99\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Henro-michi durch l\u00e4ndliche Kulturlandschaften begleitet von Wassergr\u00e4ben<\/p><\/div>\n<p>Die Strassen und Flurwege haben gerade gen\u00fcgend Breite f\u00fcr die allgegenw\u00e4rtigen, gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen Kleinlaster, die Daihatsu, Honda, Mitsubishi und wie sie alle heissen. Sie werden wie selbstverst\u00e4ndlich auch von Frauen im aktiven Alter gelenkt.  F\u00fcr Tempel Nr. 31 m\u00fcssen wir gut hundert H\u00f6henmeter \u00fcberwinden. Der Tempelkomplex wird etwas verdr\u00e4ngt vom Botanischen Garten, der gegenw\u00e4rtig einer riesigen Baustelle gleicht. Wieder einmal hat Michiko eine Bleibe gefunden, wo wir die Rucks\u00e4cke deponieren d\u00fcrfen und von wo wir auf Abruf abgeholt und tags darauf an die selbe Stelle zur\u00fcckgefahren werden, damit wir den Weg nahtlos fortsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>15<\/td>\n<td>13.03.10<\/td>\n<td>Tokumarukan, Kochi-City<\/td>\n<td>088-841-3074<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46950<\/td>\n<td>24<\/td>\n<td colspan=\"2\">32,33,34<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Der Tag f\u00e4ngt damit an, dass der Hausherr nach dem Fr\u00fchst\u00fcck Michiko unvermittelt zu begrabschen beginnt. An den Waden, den Oberschenkeln, dem Schl\u00fcsselbein. An jeder Stelle erwartet er den Kommentar, dass die Ber\u00fchrung schmerzt, was Michiko best\u00e4tigt. Dann bittet er sie dreimal <em>Arigato gozaimasu, <\/em>Danke vielmals, zu sagen, was sie tut. Und siehe da, bei der n\u00e4chsten Ber\u00fchrung oder Massage an derselben Stelle bleibt der Schmerz aus. Ich kann der Konversation nicht folgen, aber was er demonstriert, nennt er Kidojutsu, siehe <a href=\"http:\/\/www.kazu.ch\/Kidojutsu\/kidojutsu.htm\">http:\/\/www.kazu.ch\/Kidojutsu\/kidojutsu.htm<\/a><\/p>\n<p>und der Hausherr unterh\u00e4lt eine Praxis in der Unterkunft. Wir seien oft zu wenig dankbar unseren K\u00f6rperteilen gegen\u00fcber, was die Schmerzen hervorrufe.  Dann f\u00e4hrt uns seine Frau an die vereinbarte Stelle zur\u00fcck, macht aber einen Umweg durch die Stadt Kochi und zeigt uns fliegend die wesentlichen Sehensw\u00fcrdigkeiten der Innenstadt. Unser Weg f\u00fchrt nun entlang der Bucht und \u00fcber die 300 Meter lange Urato Bogenbr\u00fccke. Von dort machen wir einen Abstecher nach Katsurahama, ein viel besuchter Strand, weil in seiner N\u00e4he ein ber\u00fchmter Sohn der Stadt Kochi des 19. Jahrhunderts geboren wurde. Sein historischer Beitrag zur \u00d6ffnung Japans wurde k\u00fcrzlich verfilmt, was die Attraktivit\u00e4t des Ortes bei den Besuchern massgeblich steigert.  F\u00fcr mich ist es eher ein etwas unappetitlicher Tag, weil ich mehrmals, auch an unpassenden Stellen, austreten muss. Entsprechend angeschlagen ersehne ich das Tagesziel, Tempel Nr. 34, wo wir vom gebuchten Inn abgeholt und erl\u00f6st werden. Diese Abhol- und Bringdienste sind unentgeltlich, aber f\u00fcr die betreffenden Herbergen die einzige M\u00f6glichkeit, an die Fusspilger heranzukommen.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>16<\/td>\n<td>14.03.10<\/td>\n<td>Kokumin-shukusha, Tosa-City<\/td>\n<td>088-856-2451<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>47800<\/td>\n<td>23<\/td>\n<td colspan=\"2\">35,36<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Heute schmerzt mich von Beginn her der kleine Zeh. Weshalb erw\u00e4hnen? Wenn etwas nicht stimmt, bringt das Unruhe ins Getriebe. Man ist abgelenkt, versucht es mit einer andern Schrittl\u00e4nge, mit Kr\u00fcmmen des Zehs, statt sich auf die Umgebung zu konzentrieren. Auf dieser Teilstrecke haben grosse strassenbauliche Ver\u00e4nderungen stattgefunden. Und auf Neubaustrecken fehlen oft die Hinweiskleber. Tempel Nr. 35 wurde, nicht ganz un\u00fcblich, in einen Hang hineingebaut, so dass wir nach einer Flachetappe einige hundert H\u00f6henmeter ansteigen m\u00fcssen.<\/p>\n<div id=\"attachment_224\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-35-Kiyotakiji-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-224\" class=\"size-large wp-image-224\" title=\"Nr 35 Kiyotakiji 8\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-35-Kiyotakiji-8-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-35-Kiyotakiji-8-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-35-Kiyotakiji-8-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-224\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 35 Kiyotakiji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Daf\u00fcr ersparen wir uns am Nachmittag den beschilderten Parcours \u00fcber einen H\u00fcgelzug, indem wir einen kilometerlangen Autotunnel ben\u00fctzen. In einem Caf\u00e9 erholen wir uns vom Pilgern in fr\u00fchlingswarmem Wetter. Wer in Japan Caf\u00e9 Cr\u00e8me bestellt, muss l\u00e4nger warten als in der Schweiz, denn das Getr\u00e4nk wird oft noch ohne Tastendruck auf eine Maschine erstellt. Hier mit dem Resultat, dass wir einen vorz\u00fcglichen Kaffee vorgesetzt erhalten. Und die Hausherrin gibt uns dar\u00fcber hinaus ein paar Sushi Amuse-bouches. Solche Nettigkeiten machen Mut f\u00fcr den Rest des Tagesprogramms.  Heute hat sich Michiko ein Hotel auf dem Kamm des Berges ausgesucht, an dessen Fuss Tempel Nr. 36 von Kirschbl\u00fcten geschm\u00fcckt auf die Besucher wartet. Wir \u00fcberblicken den Pazifik um die Tosabucht von unserem Zimmer aus. Das Gemeinschaftsbad befindet im Freien. Sich im vierzig Grad heissen Ofuro hoch \u00fcber allen Problemen der Welt wohl f\u00fchlen zu lassen, das muss man erleben. Vergessen die stundenlangen, qu\u00e4lenden Schritte auf beinharten Bel\u00e4gen. Sich f\u00fcr den langen Tag zu belohnen, bewusst das Gl\u00fcck wahrzunehmen, hier und jetzt im Wasser zu treiben, Beine und F\u00fcsse der Schwerelosigkeit zu \u00fcbergeben, das geniesst man doppelt, wenn man es verdient zu haben glaubt.<\/p>\n<div id=\"attachment_86\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1811.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-86\" class=\"size-large wp-image-86\" title=\"181\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1811-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1811-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/1811-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-86\" class=\"wp-caption-text\">Aussen-Ofuro hoch \u00fcber der Pazifikk\u00fcste<\/p><\/div>\n<p>Dann das Nachtessen mit dieser Reichhaltigkeit, die \u00e0 la carte Essen vergessen macht. Und weil der Getr\u00e4nkeautomat an der Rezeption H\u00e4agen-Dazs Eis anbietet, toppe ich das Ganze mit einem Becher dieser d\u00e4nischen Nobelmarke.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>17<\/td>\n<td>15.03.10<\/td>\n<td>Fukuya Ryokan, Takaoka-gun<\/td>\n<td>0889-52-2958<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>39118<\/td>\n<td>21<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Wenn es montags regnet, so kann es nur noch besser kommen. Von der paradiesischen Lodge lassen wir uns vom jungen Manager belehren, dass der M\u00f6nch Kukai vor mehr als tausend Jahren unsere heutige Etappe ebenfalls zum Teil per Schiff bew\u00e4ltigt habe, da es eine Uferstrasse nicht gab. Wir glauben ihm und tuckern die ersten zehn Kilometer im Kahn. Michiko wittert die M\u00f6glichkeit, einen weiteren Tag zu \u201astehlen\u2019 und zwanzig Kilometer mehr als vorgesehen anzuh\u00e4ngen. Zwei Stunden verbringen wir auf dem Original-Pilgerweg bei ansprechenden Verh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<div id=\"attachment_88\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/197.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88\" class=\"size-large wp-image-88\" title=\"197\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/197-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/197-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/197-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-88\" class=\"wp-caption-text\">Zur Abwechslung mal tuckernd unterwegs<\/p><\/div>\n<p>Regen ist angesagt. Und dieser \u201abegl\u00fcckt\u2019 uns am Nachmittag in einem Ausmass, dass Sinnesfragen je l\u00e4nger desto akuter werden. Ich kann sie Michiko nicht stellen, denn sie f\u00fchrt mit einer bisher ungesehenen Kadenz. Um Zeit zu sparen verlassen wir den rechten Pfad und folgen der \u00dcberlandstrasse, die der Topografie durch unterschiedlich lange Tunnel ein Schnippchen schl\u00e4gt. In diesen L\u00f6chern vertreiben wir den Teufel mit Belzebub, denn die r\u00f6hrenden Chrom-Monster verfehlen uns oft nur um Dezimeter. Wieder draussen, staut sich das Regenwasser just ausserhalb des weissen Begrenzungsstreifens der Fahrbahn, welches unsere Zone ist. Doch l\u00e4ngst ist die Brille mit Dunst beschlagen, wir verachten Pf\u00fctzen und ignorieren Schilder. Im n\u00e4chsten Dorf angelangt, fragt sich Michiko durch, bis wir unser Ryokan finden. Wer einen solchen Tag wie meine Frau wegsteckt, den wird nichts aufhalten auf dem Weiterweg.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>18<\/td>\n<td>16.03.10<\/td>\n<td>Iwamotoji Tempel Inn, Takaoka-gun<\/td>\n<td>0880-22-0376<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>38677<\/td>\n<td>21<\/td>\n<td colspan=\"2\">37<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Problemlose \u00dcberf\u00fchrungsetappe mit Schlafen im Tempel Inn.<\/p>\n<p>Zuerst zwei Stunden aufw\u00e4rts, den Rest des Tages hinunter oder geradeaus. Wie wir einchecken, wird uns ein Brief \u00fcberreicht, und zwar von der 79-j\u00e4hrigen Frau, die wir vor l\u00e4ngerem getroffen haben, die an diesem Ort zwei Tage vor uns n\u00e4chtigte und zuf\u00e4llig mitgeh\u00f6rt haben muss, als Michiko hier telefonisch ein Zimmer reservierte.  Auch sonst treffen wir wieder auf vertraute Gesichter. Als ich heute in der ersten Steigung auf der Route 56 drei Pilger nach und nach \u00fcberhole, ist die Vorderste eine Frau, die alle 88 Tempel schon einmal im Bus reisend besucht hat und jetzt die Wanderung nachholt. Sie besucht auch die sog. Bangai-Tempel, welche nicht zu den 88 Sakralbauten des Henro-michi z\u00e4hlen, aber wichtige Nebentempel sind. Es ist keineswegs so, dass wir auf unserem Weg nur \u201aunsere\u2019 Tempel antreffen. Shikoku ist \u00e4usserst reich gesegnet an Tempeln und Schreinen. Auch die wahrlich unz\u00e4hligen Friedh\u00f6fe all\u00fcberall lassen uns immer wieder staunen, wie verbunden die Menschen hier mit ihren Ahnen sind und waren. Da findet sich mitten in einem gefluteten Reisfeld, leicht erh\u00f6ht, ein Mini-Grabmahl mit vielleicht einem halben Dutzend Steinen. Oder dann ausgedehnte Felder mit l\u00e4ngst bemoosten S\u00e4ulen und Gedenksteinen. Erstaunlicherweise handelt es sich nicht um Openair Museen, denn manche Gr\u00e4ber werden nach wie vor mit Schnittblumen geschm\u00fcckt, aber auch mit Mandarinen und dergleichen versorgt. Esswaren auf Gr\u00e4bern haben Tradition in Japan.<\/p>\n<div id=\"attachment_102\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-37-Iwamotoji-4-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102\" class=\"size-full wp-image-102\" title=\"Nr 37 Iwamotoji 4 (2)\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-37-Iwamotoji-4-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-37-Iwamotoji-4-2.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-37-Iwamotoji-4-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-102\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 37 Iwamotoji<\/p><\/div>\n<p>Unser Ziel sind aber ausschliesslich die offiziellen 88 Tempel der Shingon-Sekte des Buddhismus.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>19<\/td>\n<td>17.03.10<\/td>\n<td>Minshuku Hinode, Hata-gun<\/td>\n<td>0880-44-1483<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>54864<\/td>\n<td>30<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Alternative zu den heutigen 30 km gibt es nicht, weil sich unterwegs keine andere Unterkunftsm\u00f6glichkeit anbietet. So gesehen ist uns der strahlend sch\u00f6ne Tag ohne grosse W\u00e4rme willkommen. Willkommen auch die Mandarinen, welche uns von einem Wagen gereicht werden, der mit vier Pilgern besetzt ist. Sie ahnen wohl, was unser Vorhaben ist, liegt doch der n\u00e4chste Tempel fast hundert Kilometer nach dem letzten. Etwas sp\u00e4ter h\u00e4lt eine Frau und beschenkt uns mit einem Pfund frisch gepfl\u00fcckter Erdbeeren. Von ein paar Pfaden im Wald abgesehen schlagen unsere Sohlen wieder f\u00fcnfzigtausend Mal auf den harten Asphalt, was ab dem 20. km Schmerzen ausl\u00f6st.<\/p>\n<div id=\"attachment_106\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/313.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-106\" class=\"size-large wp-image-106\" title=\"313\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/313-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/313-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/313-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-106\" class=\"wp-caption-text\">Blick in eine traumhafte K\u00fcstenlandschaft<\/p><\/div>\n<p>Auch heute begegnen wir wieder demselben Dutzend Pilger unterwegs wie seit Tagen. Man \u00fcberholt, wird \u00fcberholt und abends findet man sich bei Tisch. Oft gibt es Alternativen bei den Unterk\u00fcnften, aber tags\u00fcber trifft man sich auf dem Pilgerweg. Michiko ist nicht nur die einzige Frau, sie pflegt auch mit allen Herren der Sch\u00f6pfung den verbalen Kontakt und erf\u00e4hrt dabei immer wieder Neues und N\u00fctzliches.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>20<\/td>\n<td>18.03.10<\/td>\n<td>Anshuku, Tosashimizu-City<\/td>\n<td>0880-84-0567<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46593<\/td>\n<td>26<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Da der n\u00e4chste Tempel nicht in einem Tag zu Fuss erreicht werden kann, hat Michiko den Weg so aufgeteilt, dass die Distanz zu ihm auf zwei ungef\u00e4hr gleiche Teilst\u00fccke f\u00e4llt. Unsere bisherigen Weggef\u00e4hrten machen das anders. Sie h\u00e4ngen noch einige Kilometer an und \u00fcbernachten dort zweimal. Denn der Tempel Nr. 38, <em>Kongofukuji<\/em>, liegt im \u00e4ussersten Kap Ashizurimisaki und diesen Tempel besuchen sie morgen und kehren gleichentags in ihr Inn zur\u00fcck. Die Rucks\u00e4cke k\u00f6nnen sie so in der gew\u00e4hlten Unterkunft belassen. Wir lassen unsere Ranzen ebenfalls im heutigen Inn, \u00fcbernachten aber morgen in Tempeln\u00e4he und kehren erst am Folgetag zu unseren Rucks\u00e4cken zur\u00fcck. Wir verlieren so einen Tag auf die bisherigen Weggef\u00e4hrten und werden neue Bekanntschaften schliessen.<\/p>\n<div id=\"attachment_108\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/320.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-108\" class=\"size-medium wp-image-108\" title=\"320\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/320-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/320-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/320-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-108\" class=\"wp-caption-text\">In der Tunnelmitte - nicht alle Tunnel sind gefahrlos zu begehen<\/p><\/div>\n<p>Wir sind vom Wetter beg\u00fcnstigt. Ein 1620 Meter langer Tunnel ist das Highlight heute. Er sieht viel k\u00fcrzer aus, weil man beim Eintreten schon das Ende des Tunnels gewahrt. Die Begehung in 25 Minuten ist v\u00f6llig problemlos, da die Fahrbahn vom \u00fcberh\u00f6hten Trottoir abgetrennt ist und zudem wenig Verkehr herrscht.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>21<\/td>\n<td>19.03.10<\/td>\n<td>Ashizuri Youth Hostel, Tosashimizu<\/td>\n<td>0880-88-0324<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>43372<\/td>\n<td>24<\/td>\n<td colspan=\"2\">38<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Einer der sch\u00f6nsten Tempel, eingebettet in den von Laubwald umgebenen Berghang, mit Teichen, umrandet von verschiedenfarbigen Felsbl\u00f6cken. Ashizurimisaki heisst der Ort, gleich lautend wie das Kap. Dieses bildet, neben dem Tempel, eine der Hauptattraktionen auf Shikoku. Der Weg entlang der pazifischen K\u00fcste geh\u00f6rt zu den malerischsten, ist aber halt wieder durchgehend geteert. Wir werden denselben Weg morgen in der Gegenrichtung nochmals abwandern, vielleicht nicht mehr unter demselben strahlend blauen Himmel.<\/p>\n<div id=\"attachment_110\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-38-Kongofukuji-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-110\" class=\"size-large wp-image-110\" title=\"Nr 38 Kongofukuji 2\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-38-Kongofukuji-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-38-Kongofukuji-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-38-Kongofukuji-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-110\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 38 Kongofukuji<\/p><\/div>\n<p>Erwartungsgem\u00e4ss treffen wir auf einige Bekannte die sich auf dem R\u00fcckweg befinden. Selbst ohne Rucksack ist ihnen ein Vierzigkilometer-Programm gewiss.  Wir beziehen ein Einzelzimmer in der Jugendherberge des Orts und h\u00e4ngen weitere vier Kilometer an, um die Klippen des Kaps zu bewundern. Ein riesiges Felsloch gibt den Blick auf den heute ruhigen Stillen Ozean frei. Je nach Blickwinkel ver\u00e4ndert das Loch seine Form in ein Herz. Von Baumkronen getarnte Wanderwege f\u00fchren um die sch\u00f6nsten Klippen herum zum Leuchtturm. Man k\u00f6nnte den Spaziergang auf die Gegenseite des Kaps ausdehnen, aber wir g\u00f6nnen unsern F\u00fcssen etwas Erholung.<\/p>\n<div id=\"attachment_112\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/338.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-112\" class=\"size-large wp-image-112\" title=\"338\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/338-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/338-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/338-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-112\" class=\"wp-caption-text\">Am Kap Ashizurimisaki - HERZhafter Blick auf den Stillen Ozean <\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>22<\/td>\n<td>20.03.10<\/td>\n<td>Anshuku, Tosashimizu-City<\/td>\n<td>0880-84-0567<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>41543<\/td>\n<td>23<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Zur\u00fcck in das Ryokan von vorgestern. Wind und sp\u00e4ter Regen sind angesagt. Auf der letzten Wegstrecke erreichen uns ein paar Brisen. Einmal fliegt mein Pilgerhut davon und ich beim nach ihm Hechten beinahe in einen Graben.<\/p>\n<p>Die t\u00e4gliche Schrittzahl ist jeweils jene von Michiko, die zu 55 cm eingestellt die Anzahl gewanderter Kilometer ergibt. Auf dem R\u00fcckweg folgen wir ohne Ausnahme der K\u00fcstenstrasse und nicht mehr wie am Vortag den durchaus vorhandenen Abzweigungen ans Meeresufer. Auf dem Hinweg haben wir auf einer solchen Ausweichstrecke den ganzen Ramsch ansehen m\u00fcssen, den das Meer auskotzt, vor allem leere Flaschen aus Plastik oder Aluminium, ferner von der Brandung tausendfach zerschundene Baumst\u00e4mme und Wurzelst\u00f6cke. Das Entsorgen der Getr\u00e4nkeflaschen stellt in Japan ein Riesenproblem dar. Seit ein paar Idioten in der Umgebung von Grossst\u00e4dten Bomben in den fr\u00fcher millionenfach vorhandenen Abfalleimern gez\u00fcndet haben, sind praktisch \u00fcber Nacht die allermeisten Abfallk\u00fcbel aus dem Alltag verschwunden. Der wohl erzogene Japaner sieht sich seither mit einem Wohin-mit-dem-Abfall &#8211; Problem belastet. Er nimmt in aller Regel alles mit sich. Wie es aber durch die Augen der Pilger, die viele hundert Kilometer durch die Lande ziehen, aussieht, ist die Versuchung f\u00fcr manche Autofahrer gross, das Wagenfenster zu \u00f6ffnen um den M\u00fcll der Landstrasse zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<div id=\"attachment_114\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/346.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-114\" class=\"size-large wp-image-114 \" title=\"346\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/346-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/346-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/346-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-114\" class=\"wp-caption-text\">Unbemannte Behausung f\u00fcr Backpackers<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>23<\/td>\n<td>21.03.10<\/td>\n<td>Minshuku Shima-ya, Sukumo-City<\/td>\n<td>0880-66-0835<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>56186<\/td>\n<td>31<\/td>\n<td colspan=\"2\">39<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Nachdem es die ganze Nacht wie aus K\u00fcbeln gegossen hat, sind f\u00fcr heute Wind, aber keine zus\u00e4tzlichen Niederschl\u00e4ge zu erwarten. Der Weg zum Tempel Nr. 39 f\u00fchrt vom Meer weg in das Herz von Shikoku zur\u00fcck. Er schl\u00e4ngelt sich im Windschatten eines Waldes durch h\u00fcgeliges Gel\u00e4nde. Der Wind hat die Waldstrasse bereits getrocknet und mit abgerissenen Palmwedeln tapeziert. Angebracht f\u00fcr den heutigen Fr\u00fchlingsanfang, der in Japan als Feiertag gilt. Da heute Sonntag ist, gilt der Montag ebenfalls als arbeitsfrei. Das erkl\u00e4rt den bescheidenen Schwerverkehr, der an anderen Wochenendtagen nicht reglementiert zu sein scheint.<\/p>\n<div id=\"attachment_117\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/354.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-117\" class=\"size-large wp-image-117 \" title=\"354\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/354-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/354-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/354-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-117\" class=\"wp-caption-text\">Sandst\u00fcrme aus China verdunkeln den Himmel<\/p><\/div>\n<p>Der Blick in das Bergpanorama mit hinter einander geschichteten Gebirgsz\u00fcgen mit immer schw\u00e4cheren Konturen erinnert etwas an primitive chinesische Landschaftsbilder. Hier und heute sind es nicht Dunst oder Nebel, die das Bild verkl\u00e4ren, sondern Sandst\u00fcrme aus dem Reich der Mitte. Der Sturmwind, der uns auf den mehr als 30 Kilometern immer wieder \u201aaufstellt\u2019, wenn wir den Wald verlassen, er macht Schlagzeilen vom n\u00f6rdlichen Hokkaido bis ins subtropische Okinawa. Seiner Herausforderung stellen wir uns sehr viel lieber als dem Regen. F\u00fcr Michiko ist der H\u00f6hepunkt des Tages eine Allee von Kirschb\u00e4umen in sch\u00f6nster Bl\u00fctenpracht. Der Wind zerzaust zwar die verg\u00e4ngliche Bl\u00fctenschau, aber der Grossteil der eben erst ge\u00f6ffneten Bl\u00fctenbl\u00e4tter scheint resistent gegen den Spielverderber.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>24<\/td>\n<td>22.03.10<\/td>\n<td>B.H. Plaza Misho, Minamiuwa-gun<\/td>\n<td>0895-73-1826<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>49248<\/td>\n<td>27<\/td>\n<td colspan=\"2\">40<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<div id=\"attachment_121\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-40-Kanjizaiji-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-121\" class=\"size-large wp-image-121\" title=\"Nr 40 Kanjizaiji 2\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-40-Kanjizaiji-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-40-Kanjizaiji-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-40-Kanjizaiji-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-121\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr 40 Kanjizaiji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Seit langem wieder ein echter Ohenro-michi (Pilgerweg) verbunden mit einem dem B\u00fcrgenstock vergleichbaren Berg. Einige im Inn entscheiden sich f\u00fcr die l\u00e4ngere Route 56 mit Tunnel. Man kann aber nicht st\u00e4ndig \u00fcber geteerte Bel\u00e4ge meckern und dann solche Pfade meiden. Nur die letzten 1700 Meter zur Passh\u00f6he steigen so richtig. Mit Erreichen der Wasserscheide sind wir in der dritten von vier Pr\u00e4fekturen angelangt, in Ehime. Was sogleich als Neuerung auff\u00e4llt, die h\u00e4ufige Beschilderung mit Angabe der Restdistanz zum n\u00e4chsten Tempel. Und erstmalig auch auf Englisch!<\/p>\n<div class=\"mceTemp\">\n<dl>\n<dt><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/370.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-119\" title=\"370\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/370-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/370-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/370-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/dt>\n<dd>Hinweisschilder f\u00fcr Pilger &#8211; erstmals auch auf Englisch<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Wie fast immer macht uns der letzte Kilometer des Tages am meisten M\u00fche. Die F\u00fcsse arbeiten nur noch unter Protest. Der Schmerz wirkt wie chronisch. Anhalten bedeutet zus\u00e4tzliche Pein beim Weiterlatschen. Erreicht man endlich das Tagesziel, so heisst es nochmals auf die Z\u00e4hne beissen. Im Ryokan muss man die Schuhe ausziehen, bevor man eine Stufe h\u00f6her treten und sich in zu kleine Schl\u00fcpfer zw\u00e4ngen darf, der zweite Fuss noch im Strassenschuh. Wie den zweiten Schuh ausziehen, wenn der erste schon oben ist? Ja dann halt auf die Schl\u00fcpfer verzichten! Und wenn es zuf\u00e4llig den ganzen Tag geregnet hat und die Socken pflotschnass sind? Dann halt auf Zeitungspapier stehen. Oder irgendeinen Kompromiss finden, wenn die Inhaberin nicht gleich mit Argusaugen auf den besonders beargw\u00f6hnten Ausl\u00e4nder blickt. Doch das anschliessende Ofuro l\u00e4sst bald alle Unbill vergessen. Und am n\u00e4chsten Tag freut man sich auf schmerzfreies Gehen auf ein neues Ziel zu.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>25<\/td>\n<td>23.03.10<\/td>\n<td>B.H. Airin, Uwajima-City<\/td>\n<td>0895-20-8211<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>51587<\/td>\n<td>28<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Regentag, aber ertr\u00e4glich, da ohne Wind. Selbst der Ozean hat Waffenstillstand geschlossen mit der monotonen K\u00fcstenlinie. Wir folgen ganztags der Route 56. Eine Abzweigung \u00fcber das Gebirge wird witterungshalber verworfen. Zwei Tunnel helfen H\u00f6henmeter sparen. Der 900 Meter lange und vier Meter breite gr\u00f6ssere der beiden ist Fussg\u00e4ngern und Radfahrern vorbehalten. Und heute ausschliesslich uns beiden; das Licht schaltet durch Bewegungsmelder auf taghell, als wir eintreten. Die W\u00e4nde sind weiss; hier und dort schimmern \u00fcbermalte Graffiti durch. Was kann man als Pilger bei Regen mehr w\u00fcnschen als einen pers\u00f6nlichen, dazu video\u00fcberwachten Tunnel?<\/p>\n<div id=\"attachment_125\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/375.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-125\" class=\"size-medium wp-image-125\" title=\"375\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/375-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/375-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/375-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-125\" class=\"wp-caption-text\">Ein Tunnel, 900 m, nur f\u00fcr uns!<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>26<\/td>\n<td>24.03.10<\/td>\n<td>M. Toube-ya, Uwajima-City<\/td>\n<td>0895-58-2382<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>54574<\/td>\n<td>30<\/td>\n<td colspan=\"2\">41,42<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Ein komplett verregneter Tag! Daran gibt es nichts zu besch\u00f6nigen. Die einzigen zwanzig Minuten ohne Nass von oben schwitzen wir im 1720 Meter langen Matsuo-Tunnel, worauf der erste Tenuewechsel f\u00e4llig ist. Irgendeinen Aufsteller m\u00fcssen wir in der Tatsache suchen, dass wir durch diese Erschwernis an unserer Entschlossenheit nicht zu zweifeln beginnen, die Reise wie begonnen fortzusetzen. Selbst die bisher in der Pr\u00e4fektur Ehime ger\u00fchmte Wegsignalisierung f\u00e4llt durch. In der Stadt Uwajima kleben zwar alle paar Meter Ohenro-Pfeile. Doch sie f\u00fchren den Pilger in den Aussenquartieren herum, die oft keine Trottoirs aufweisen. Anhaltende Richtungs\u00e4nderungen entlarven die \u00fcbereifrigen oder \u00fcberforderten Wegplaner. Weshalb nicht auf dem k\u00fcrzesten Weg die Stadt queren, wenn doch der n\u00e4chste Tempel erst in ein paar Stunden Marschdistanz liegt?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diesen Tempel Nr. 41 finden wir erst nach mehrmaligem Durchfragen. Im Umkreis von Baustellen, oder wo k\u00fcrzlich eine neue Strasse gebaut wurde, fehlen oft die Hinweis-Kleber.<\/p>\n<div id=\"attachment_128\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-41-Ryukoji-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-128\" class=\"size-large wp-image-128\" title=\"Nr 41 Ryukoji 1\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-41-Ryukoji-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-41-Ryukoji-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-41-Ryukoji-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-128\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 41 Ryukoji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein St\u00fcck echten Ohenro \u2013 Pfad im Wald besteht zwischen Tempel Nr. 41 und 42, allerdings wegen der Niederschl\u00e4ge sehr m\u00fchsam zu begehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um doch noch mit etwas Erfreulichem den Tagesbericht zu schliessen: Wir bestellten das Fr\u00fchst\u00fcck in einem Restaurant der Joyfull-Kette, und es gab ein Set f\u00fcr 399 Yen. Darin inbegriffen waren Caf\u00e9 Latte, Cappuccino, Caf\u00e9 Macchiato nach Belieben; Softdrinks nach Belieben; ein Teller mit gr\u00fcnem Salat, 2 Spiegeleiern, einem W\u00fcrstchen, einem warmen Br\u00f6tchen mit Butter! Auch Eis-Kaffee anstelle der erw\u00e4hnten Variationen konnte am Getr\u00e4nkebuffet gew\u00e4hlt werden, eine durstl\u00f6schende Spezialit\u00e4t der Japaner, die man in der Schweiz kaum kennt: Kaffeewasser mit Eisw\u00fcrfel, Vers\u00fcsser-Sirup und Rahm. Und das alles f\u00fcr ca. Fr 4.50!<\/p>\n<div id=\"attachment_130\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/3771.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-130\" class=\"size-medium wp-image-130\" title=\"377\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/3771-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/3771-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/3771-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-130\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchst\u00fcck in der Joyfull-Kette<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>27<\/td>\n<td>25.03.10<\/td>\n<td>B.H. Daiichi, Ozu-City<\/td>\n<td>0893-24-5156<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>59080<\/td>\n<td>32<\/td>\n<td colspan=\"2\">43<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Den ganzen Morgen Regen, nachmittags Aufhellungen. Genau so, wie von den Wetterfr\u00f6schen prognostiziert. Auf sie ist Verlass. Daf\u00fcr wieder grosser Frust beim Auffinden von Tempel Nr. 43. Da erreicht man endlich das Dorf und schon h\u00f6ren die Kleber mit den Pfeilen auf oder f\u00fchren in einen Hinterhof. Die tausendj\u00e4hrigen buddhistischen Sakralbauten des Ohenro belieben an Abh\u00e4ngen angesiedelt zu sein. Es gibt hier zwei Bergflanken. Also halten wir Ausschau nach Einheimischen, aber die hat der Regen von der Strasse geholt.<\/p>\n<div id=\"attachment_134\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-43-Meisekiji-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-134\" class=\"size-large wp-image-134\" title=\"Nr 43 Meisekiji 1\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-43-Meisekiji-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-43-Meisekiji-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-43-Meisekiji-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-134\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 43 Meisekiji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Endlich am heiligen Ort eingetroffen, bleibt mein Groll bestehen und ich verlange geradewegs den Erinnerungsstempel und verzichte auf kurze Reflexion oder gar das Beten des Herz-Sutra. Da ich bereits den zweiten Tenuewechsel vollziehe und vor K\u00e4lte schlottere, schenkt mir Michiko eine leichte weisse Windjacke vom Tempel-Shop mit der Aufschrift OHENROSAN, wof\u00fcr ich fortan von etlichen japanischen Pilgern beneidet werde.  Gleich am Morgen nach sieben Uhr hatte Michiko den Weg \u00fcber einen Bergpass gew\u00e4hlt, statt der m\u00f6glichen Tunnelvariante. Wir mussten umst\u00e4ndehalber viel Vorsicht walten lassen, durften daf\u00fcr wieder einmal ein St\u00fcck originalgetreuen Ohenro-michi begehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Einheimischer zeigt uns nach dem Besuch des verw\u00fcnschten Tempels Nr. 43 ein weiteres St\u00fcck Originalweg, diesmal breit und mit d\u00fcrren Palmwedeln bedeckt. Eine Wohltat f\u00fcr unsere F\u00fcsse. Anschliessend folgen zwanzig Kilometer Route 56. Bis zum n\u00e4chsten Tempel sind 67 km zu bew\u00e4ltigen. Gen\u00fcgend Zeit, mich wieder zu fassen und k\u00fcnftighin einem buddhistischen Heiligtum den geb\u00fchrenden Respekt zu zollen.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>28<\/td>\n<td>26.03.10<\/td>\n<td>M. Kiraku, Kita-gun, Uchiko Town<\/td>\n<td>0893-47-0635<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>45445<\/td>\n<td>25<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Selbst wenn wir vergleichsweise wenig Tagesleistung einplanen, der letzte Kilometer nagt immer an den Kr\u00e4ften. Heute geht es stetig hinauf, unmerklich zwar, aber der junge Fluss, der uns entgegenkommt, tut dies in jugendlicher Frische.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Kenzaburo Oe<\/em>, Nobel-Laureat in Literatur, hat weit oben in einem l\u00e4ngs gezogenen, zwischen Fluss und Bergwald eingenisteten Dorf seine Wiege und vermutlich auch Inspiration gefunden. Nochmals weiter Fluss aufw\u00e4rts findet Michiko unser heutiges Minshuku. Abgeschieden braucht nicht hinterw\u00e4ldlerisch oder gar primitiv zu heissen: Das Licht im Gang reagiert auf Bewegungsmelder; die beheizte WC-Brille setzt den Ventilator in Betrieb, wenn sich jemand auf den Closomat setzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unweit weiter oben hat man den Berg durchbohrt und eine Br\u00fccke \u00fcber den Fluss gezogen. Das topografisch recht anspruchsvolle Shikoku wird in horrendem Tempo erschlossen. Darunter sind auch geb\u00fchrenpflichtige Expressstrassen, die sich k\u00fchn \u00fcber dem Talgrund \u00fcber Br\u00fccken schwingen, um durch Tunnel den n\u00e4chsten Tal-Einschnitt zu erreichen. Dabei m\u00fcssen die Strassenbauer auf erdbebensicheres Bauen achten.<\/p>\n<div id=\"attachment_136\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/386.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-136\" class=\"size-large wp-image-136\" title=\"386\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/386-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/386-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/386-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-136\" class=\"wp-caption-text\">Idyllische Landschaft im h\u00fcgeligen Shikoku<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Halten wir einmal inne und vergewissern wir uns, was der Ohenro-michi fr\u00fcher war. Es gab keine Strassen, keine Tunnel, nur eine bewaldete, von H\u00fcgeln und Bergen sowie reissenden Fl\u00fcssen geformte Landschaft. Und diese Insel wurde vom M\u00f6nch <em>Kobo Daishi<\/em> vor zw\u00f6lfhundert Jahren mit Tempeln versehen, deren Besuch Ziel unserer Wanderschaft ist. Wanderm\u00f6nche zogen durch die Jahrhunderte zu diesen Orten in Aus\u00fcbung religi\u00f6ser Riten. Und heute sind alle Tempel erschlossen und k\u00f6nnen mit privaten und \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Die Konsequenz dieser Entwicklung: Wer wie wir zu Fuss unterwegs ist, findet zu 80% betonierte oder geteerte Strassen und Wege. Wir reservieren unser Nachtlager telefonisch, bedienen uns an tausend Getr\u00e4nkeautomaten, w\u00e4hlen die Tunnelvariante, wo die Alternative \u00fcber das Gebirge uns \u00fcberfordert. Welche Gedanken w\u00e4lzten jene Ur-Pilger unterwegs im Gegensatz zu uns? Wir fluchen, wenn uns die Schilder und Hinweispfeile nicht l\u00fcckenlos zum Ziel f\u00fchren. Und trotzdem: W\u00fcrden etwa die Pilgerscharen der fr\u00fcheren Jahrhunderte nicht auch Strassen und Tunnel bevorzugt haben, wenn sie die Wahl gehabt h\u00e4tten? Der Japaner hat die Eigenschaft, \u00e4ussere Einfl\u00fcsse ohne Widerstand zu assimilieren. So geschehen mit der Schrift, aus dem Chinesischen, dem Buddhismus, von ebendort, mit der Umwandlung der Gesellschaft in eine moderne Industrienation nach westlichem Muster. Nach meiner Einsch\u00e4tzung macht sich kaum jemand Sorgen darum, dass der Ohenro-michi in immer \u201averw\u00e4sserter\u2019 Form daherkommt. Wer pilgert, muckst nicht auf, er stellt sich den Herausforderungen so, wie sie gerade auf ihn zukommen. Ganz wie fr\u00fcher.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>29<\/td>\n<td>27.03.10<\/td>\n<td>M. Ichiriki, Kuma-kogen<\/td>\n<td>0892-21-0505<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>45328<\/td>\n<td>25<\/td>\n<td colspan=\"2\">44<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Heute geht das Steigen munter weiter. Bis auf 800 m \u00fc. M., wo noch Schneereste liegen. Nachdem die Nacht bitterkalt gewesen ist, klebt w\u00e4hrend der ersten Marschstunde noch Raureif an den B\u00e4umen und Leitplanken. Insgesamt ein wunderbarer Wandertag. Zwei P\u00e4sse bew\u00e4ltigen wir auf richtigen Ohenro-Pfaden. Das Wandergebiet erinnert entfernt an Landschaften zwischen Napf und Eigenthal. Beeindruckend sind die Bergkirschb\u00e4ume, bei welchen erst das Bl\u00fctenweiss geschossen ist, was Japaner besonders sch\u00e4tzen. Wir erfahren unterwegs, dass vor vierzehn Tagen an einigen Stellen soviel Schnee fiel, dass der morgige Tempel nicht erreichbar war.<\/p>\n<div id=\"attachment_139\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/392.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-139\" class=\"size-large wp-image-139\" title=\"392\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/392-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/392-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/392-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-139\" class=\"wp-caption-text\">Pilger unterwegs - Selbstportrait<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Heute besuchen wir Tempel Nr. 44, und damit ist die H\u00e4lfte von insgesamt 88 geschafft. Auf die Distanz bezogen, bewegen wir uns schon l\u00e4nger in der 2. Halbzeit. Ein weiterer Markstein ist das Datum: Wir sind genau ein Monat \u00e4lter als beim Start. Ob wir wie erw\u00fcnscht abgespeckt haben, k\u00f6nnen wir erst verifizieren, wenn wir in einem Badehaus eine zuverl\u00e4ssige elektronische Waage finden.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>30<\/td>\n<td>28.03.10<\/td>\n<td>Yasuragi-no-yado Denko, Kuma-kogen<\/td>\n<td>0892-21-0092<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46856<\/td>\n<td>26<\/td>\n<td colspan=\"2\">45<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Palmsonntag. Unsere heutige Teilstrecke ist ein Ausflug zu Tempel Nr. 45 und die R\u00fcckkehr in die gleiche Unterkunft. Ob hier Luftlinie gemessen wurde? Item, wir lassen die Rucks\u00e4cke im Inn, weil wir dieser Variante den Vorzug vor andern M\u00f6glichkeiten geben. Tempel Nr. 45 liegt hinter zwei H\u00f6henz\u00fcgen. Den ersten unterqueren wir in einem alten Tunnel ohne jeden Schutz f\u00fcr die Fussg\u00e4nger. Beim zweiten steigen wir auf 785 Meter auf, was Balsam f\u00fcr unsere F\u00fcsse bedeutet, denn der Pfad ist mit Laub und Palmwedel tapeziert. Allm\u00e4hlich kommt uns der Weg etwas lang vor, bis er endlich j\u00e4h abf\u00e4llt und zwischen enorm hohen und m\u00e4chtigen Tannen die ersten zur Nr. 45 geh\u00f6rigen Statuen und Sakralbauten auftauchen. Der Tempelkomplex ist ebenso einmalig wie Furcht einfl\u00f6ssend. Wie das Wildkirchli im Appenzellerland kleben die Steinbauten unter einer \u00fcberh\u00e4ngenden Felswand. Ein Erdbeben in der Umgebung bedeutet f\u00fcr den Tempel gr\u00f6sste Gefahr. Mutige k\u00f6nnen \u00fcber eine bewegliche Leiter auf eine Plattform klettern und den Adlerblick \u00fcber die Anlage geniessen. Dieser Versuch bedeutete f\u00fcr einen sechzigj\u00e4hrigen Pilger vor zwei Tagen den Tod, wie die TV-Kan\u00e4le zu berichten wussten. Vielleicht wagen sich heute gerade deshalb besonders viele auf die Kanzel und lassen sich ablichten. Sie alle hatten vorher 800 Meter vom Parkplatz aus \u00fcber hunderte Treppen zu \u00fcberwinden, die zu diesem einzigartigen Ort hinauf f\u00fchren.<\/p>\n<div id=\"attachment_141\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-45-Iwayaji-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-141\" class=\"size-large wp-image-141\" title=\"Nr 45 Iwayaji 7\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-45-Iwayaji-7-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-45-Iwayaji-7-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-45-Iwayaji-7-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-141\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 45 Iwayaji - klebt an einer Felswand<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>31<\/td>\n<td>29.03.10<\/td>\n<td>H. Nigitatsu Kaika, Dogo Onsen<\/td>\n<td>089-941-3939<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>54977<\/td>\n<td>30<\/td>\n<td colspan=\"2\">46,47,48,49,50,51<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Ein anstrengender Tag. Wir sind zufrieden, dass das Wetter mitspielt. Morgen schneit es gar etwas und bleibt kalt, bis die Sonne beginnt, etwas W\u00e4rme zu spenden, als wir von Tempel zu Tempel ziehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_150\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/414.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-150\" class=\"size-large wp-image-150\" title=\"414\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/414-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/414-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/414-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-150\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf Matsuyama<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein junger New Yorker \u00fcberholt uns beim langen Abstieg Richtung Matsuyama. Er ist der erste Nicht-Japaner seit Erik, dem Alaskaner, von welchem wir nichts mehr geh\u00f6rt haben. Der sportliche Ami scheint kein Problem damit zu haben, alleine durch die Lande zu ziehen. Er gibt an, etwas Chinesisch zu beherrschen, wodurch er auch die japanischen Schriftzeichen dem Sinn nach versteht. Um Reservationen zu machen, spricht er Leute an, die dies f\u00fcr ihn tun. Er ist einige Tage nach uns eingestiegen und geht sein forsches Tempo, setzt daf\u00fcr gelegentlich einen Tag aus. Im vergangenen Jahr hat er den Jakobsweg gemacht. Wir teilen seine Ansicht, dass der Ohenro-michi in mancherlei Hinsicht anstrengender ist, als der spanische <em>Camino<\/em>. Auf Shikoku kommt man nicht darum herum, sein Nachtlager telefonisch zu reservieren, wo auf dem <em>Camino<\/em> fr\u00fches Eintreffen am Etappenziel gen\u00fcgt. Nat\u00fcrlich sind die \u00dcbernachtungen in Japan um ein Vielfaches teurer und der Weg ist \u00fcber weite Strecken dem motorisierten Verkehr ausgesetzt. Und dann halt die geteerten Strassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_148\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-48-Sailiniji-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-148\" class=\"size-large wp-image-148\" title=\"Nr 48 Sailiniji 3\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-48-Sailiniji-3-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-48-Sailiniji-3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-48-Sailiniji-3-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-148\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 48 Sailiniji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Die sechs Tempel um die Stadt Matsuyama befinden sich ein bis sechs Kilometer voneinander. Keiner hat sich auf einen H\u00fcgel gefl\u00fcchtet, so dass wir nach einem \u201anormalen Arbeitstag\u2019 von achteinhalb Stunden in unser Hotel ziehen k\u00f6nnen. Ein Mann, der nach einer Br\u00fccke seinen Wagen geparkt und auf uns gewartet hat, verteilt Dosengetr\u00e4nke und Bonbons. Er sagt, wir k\u00f6nnten uns gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, zur sch\u00f6nsten Kirschbl\u00fctenzeit in Matsuyama einzutreffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Erstmals beziehen wir ein Hotel mit Thermalbad. Pilger geniessen einen Vorzugspreis. Die Aufmerksamkeit des Personals ist exemplarisch. Als die beiden Angestellten an der Rezeption merken, dass ein Ehepaar am Internet \u00fcbt, w\u00e4hrend ich darauf warte, mein Mail abzurufen, bitten sie die Herrschaften, ihren Platz abzugeben. Gleichzeitig f\u00e4llt der Dame auf, dass die hoteleigenen Schl\u00fcpfer mir zu klein sind und bringt mir ein gr\u00f6sseres Paar. Mir wurde auch schon ein l\u00e4ngerer Bademantel gereicht, da die Exemplare in den Zimmern eher f\u00fcr die kleingewachsenen Japaner bestimmt sind.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>32<\/td>\n<td>30.03.10<\/td>\n<td>Guesthouse Ai, Dogo Onsen<\/td>\n<td>089-934-0228<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>25941<\/td>\n<td>14<\/td>\n<td colspan=\"2\">Ruhetag Matsuyama<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Nach dem Fr\u00fchst\u00fccks-B\u00fcffet mit westlichen und japanischen Speisen im Angebot gehen wir auf Sightseeing in Matsuyama. Mit der \u00e4ltesten Strassenbahn in ganz Japan, heute nat\u00fcrlich touristisch genutzt, rattern wir durch das Stadtzentrum. Dann steigen wir auf zum ber\u00fchmten Schloss, das zu keiner Jahreszeit anziehender ist, denn die Kirschb\u00e4ume im Schlosspark trotzen in Vollbl\u00fcte der relativen K\u00fchle im gleissenden Sonnenlicht. Bei einem ausgedehnten Stadtbummel verbringen wir die restliche Zeit. Gegen Abend mischen wir uns unters Volk, das unter den Kirschb\u00e4umen im Stadtpark <em>Hanami, <\/em>Bl\u00fctenschau, zelebriert. Auf blauen oder braunen Plastikplanen gruppieren sich Familien, Freunde, Arbeitskollegen, die Schuhe an den Rand der Decke gestellt und geniessen bei Grilladen, Sake und Bier das j\u00e4hrlich wiederkehrende, kurzlebige Spektakel der Kirschbl\u00fctenzeit. Die J\u00fcngsten tollen sich derweilen im Park herum. Alles verl\u00e4uft friedlich, niemand verst\u00fcnde es, wenn es hier der polizeilichen Pr\u00e4senz bed\u00fcrfte.<\/p>\n<div id=\"attachment_152\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/481.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-152\" class=\"size-large wp-image-152\" title=\"481\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/481-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/481-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/481-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-152\" class=\"wp-caption-text\">Hanami - Bl\u00fctenschau, allj\u00e4hrliche Party unter Kirschb\u00e4umen<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>33<\/td>\n<td>31.03.10<\/td>\n<td>Hojosuigun Youth Hostel, Hojo<\/td>\n<td>089-992-4150<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>49940<\/td>\n<td>26<\/td>\n<td colspan=\"2\">52,53<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Ein schwieriger Neuanfang. Mit dem Gef\u00fchl, mich \u00fcbergeben zu m\u00fcssen ging ich zu Bett und nicht anders ist mir, als wir um halb sieben auf der Strasse stehen, noch ohne Fr\u00fchst\u00fcck. Mit einem halben Liter kalter Milch versuche ich, den Magen ruhig zu stellen, dann marschieren wir los. Und merken nach zwanzig Minuten, dass ich den Stock im Laden vergessen habe. Die Ehrenrunde schw\u00e4cht mich zus\u00e4tzlich. Ich schleppe mich mit bisher nicht gekannter M\u00fcdigkeit durch die Gegend. Eine alte Erfahrung lehrt mich, in solchen F\u00e4llen den Magen mit einem kalten Bier zu schocken, obwohl dieses Getr\u00e4nk nie so gr\u00e4sslich mundet, wie wenn man es ohne Lust und Appetit hinunterw\u00fcrgt. Aber woher die Probleme? Michiko wollte unbedingt das Hanami-Feeling im Park auskosten, und sie holte sich Esswaren von einer Frau, die einen Stand aufgestellt hatte. Vermutlich war der beigef\u00fcgte Senf das Corpus delicti, sonst h\u00e4tte Michiko am Vorabend ebenfalls Probleme aufgelesen.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>34<\/td>\n<td>01.04.10<\/td>\n<td>R. Shofuku, Imabari City<\/td>\n<td>0898-32-0020<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>52332<\/td>\n<td>29<\/td>\n<td colspan=\"2\">54,55<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Regentag mit Unterbr\u00fcchen. Obwohl der Tag lang ist, Bemerkenswertes hat er nicht aufzuweisen. Wir verbringen die Nacht im wohl originellsten Inn auf dem gesamten Ohenro-michi. Der quirlige, 47-j\u00e4hrige Alleinherrscher der Jugendherberge hat sich ein kleines \u201aBiotop\u2019 aufgebaut, dem er als M\u00e4dchen f\u00fcr alles vorsteht. Alle R\u00e4ume sind buchst\u00e4blich von Apparaten, Maschinen, M\u00f6beln voll gestopft. Unser Schlag duldet neben dem Kaj\u00fctenbett ein kleines Tischlein, vorauf ein \u00fcberdimensionaler Flachbildschirm jede weitere Verwendung verbietet. Der K\u00fcchentisch hat einen Holzaufbau in der Mitte, wo selbst gebrannte T\u00f6pfe und Kacheln herumstehen. Man setzt sich vorsichtig an den Esstisch, da jede falsche Bewegung im R\u00fccken einen Dominoeffekt ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Der \u00fcberaus freundliche, es allen recht zu machen bem\u00fchte Hausherr huscht hyperaktiv in den G\u00e4ngen herum und tr\u00e4gt Speisen auf, die er als B\u00fcffet zur Selbstbedienung auf den Tisch stellt, da der Zugang zu den G\u00e4sten verstopft ist. Alles hat er selber gekocht, Tassen und Teller auch selber gebrannt, ein weiteres Hobby von ihm. Ich greife gezielt auf meine Lieblingsspeisen zu und ertr\u00e4nke die verbleibenden Magenprobleme mit zwei Flaschen Bier.<\/p>\n<div id=\"attachment_154\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/541.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-154\" class=\"size-large wp-image-154\" title=\"541\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/541-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/541-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/541-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-154\" class=\"wp-caption-text\">Das originellste Youth Hostel auf dem Weg<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>35<\/td>\n<td>02.04.10<\/td>\n<td>Kuniyasu, Saijo-City<\/td>\n<td>0898-66-3853<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>48193<\/td>\n<td>27<\/td>\n<td colspan=\"2\">56,57,58,59<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Die ganze Nacht Regen, daf\u00fcr kein Tropfen auf unserer heutigen Teilstrecke. Seit unserem Timeout in Matsuyama schmerzen die F\u00fcsse nicht mehr unter tags. W\u00e4hrend der Nacht allerdings bleibt das unangenehme Gef\u00fchl der Gef\u00fchllosigkeit in den Fersen und einigen Zehen. Am Morgen erw\u00e4hnt Michiko kurz, dass am n\u00e4chsten Donnerstag schon der letzte Tag des Ohenro sei. Sie irrt sich zwar um eine Woche, aber wir bek\u00e4mpfen schon etwas den Eindruck in uns, dass der restliche Weg nur eine Zeitfrage sei. Immerhin steht noch die Etappe mit der h\u00f6chsten Erhebung an.<\/p>\n<div id=\"attachment_156\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-156\" class=\"size-large wp-image-156\" title=\"Nr 58 Senyuji 1\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-156\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 58 Senyuji - Tempelwachen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_157\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-157\" class=\"size-medium wp-image-157\" title=\"Nr 58 Senyuji 2\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-58-Senyuji-2-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-157\" class=\"wp-caption-text\">Tempelwache, Detail<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Die heutigen Teilziele liegen in rhythmischen Abst\u00e4nden von ein paar Kilometern. Tempel Nr. 58 jedoch thront auf einem H\u00fcgel mit 255 H\u00f6henmetern. Daf\u00fcr erstrahlt Tempel Nr. 59 inmitten eines Meeres von Kirschbl\u00fcten in herrlicher Entfaltung.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>36<\/td>\n<td>03.04.10<\/td>\n<td>Bizinesu Ryokan, Saijo-City Komatsu<\/td>\n<td>0898-72-5881<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>29002<\/td>\n<td>16<\/td>\n<td colspan=\"2\">61,62,63<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Da Tempel Nr. 60 auf einem Berg liegt, hat Michiko die heutige Kurzetappe am Fuss des Aufstiegs enden lassen, womit wir eine Monsteretappe zweiteilen und zweimal im selben Ryokan \u00fcbernachten. Somit k\u00f6nnen wir morgen ohne Rucks\u00e4cke aufsteigen. Das Wetter scheint uns hold gesinnt.<\/p>\n<div id=\"attachment_170\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-170\" class=\"size-large wp-image-170\" title=\"Nr 61 Kouonji 1\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-170\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 61 Kouonji - Moderne Architektur<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_171\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-171\" class=\"size-large wp-image-171\" title=\"Nr 61 Kouonji 5\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-5-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-5-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-61-Kouonji-5-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-171\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 61 Kouonji - Innensicht mit Konzertbestuhlung<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Tempel Nr. 61 ist einzigartig. Die moderne Architektur k\u00f6nnte auch einen Konzertsaal beherbergen. Und im Innern sind die Besucher eingeladen, hinter dem Altar in Konzertbestuhlung Platz zu nehmen, statt wie \u00fcblich auf den Fersen sitzend. Die drei heutigen Tempel umgibt ein Meer von Kirschbl\u00fcten, f\u00fcr die Fotografen ein Festtag. Wir geniessen einen freien Nachmittag, den Michiko dazu nutzt, die restlichen Unterk\u00fcnfte zu reservieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_175\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/535.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-175\" class=\"size-large wp-image-175  \" title=\"535\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/535-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/535-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/535-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-175\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchlingszeit - Kirschbl\u00fctenzeit<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Zu unserem heutigen Ryokan geh\u00f6rt eine Metzgerei. Und dies versp\u00fcrt der Gast beim Nachtessen. Je zwei G\u00e4ste sitzen um einen Gaskocher mit Bouillon und einem \u00dcberangebot an frischem Rindfleisch zum Kochen oder Rohessen, mit verschiedenem Gem\u00fcse und Pilzen als Zutaten. Nat\u00fcrlich wie immer im Preis der \u00dcbernachtung eingeschlossen. Morgen besteht die M\u00f6glichkeit, den Kalorienvorschuss am 745 m hohen Berg abzutragen, von welchem Tempel Nr. 60 gr\u00fcsst.<\/p>\n<div id=\"attachment_173\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/605.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173\" class=\"size-large wp-image-173\" title=\"605\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/605-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/605-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/605-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-173\" class=\"wp-caption-text\">Reichhaltiges Nachtessen dank Metzgerei im Haus<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>37<\/td>\n<td>04.04.10<\/td>\n<td>Bizinesu Ryokan, Saijo-City Komatsu<\/td>\n<td>0898-72-5881<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>54597<\/td>\n<td>30<\/td>\n<td colspan=\"2\">60,64<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Unser Ostermarsch dauert neun Stunden. Vorgesehen waren 16 km, hin und zur\u00fcck zum Tempel Nr. 60 auf 745 m. Aber ohne Rucks\u00e4cke wird Michiko schon mal \u00fcberm\u00fctig und sucht einen andern Abstieg. Der Ostersonntag bietet Traumwetter. Auf der Zusatzschlaufe geniessen wir die Vogelperspektive eines mehrarmigen tiefblauen Stausees umrahmt von bewaldeten Bergh\u00e4ngen. Auf der Strasse, die uns allm\u00e4hlich dem Talgrund n\u00e4her bringt, intoniert Michiko immer wieder Haendels <em>Halleluja<\/em>, da es andere Osterlieder scheinbar nicht gibt. Auf unserem solit\u00e4ren Marsch l\u00f6st das keine Verwunderung aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_177\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/562.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-177\" class=\"size-large wp-image-177\" title=\"562\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/562-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/562-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/562-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-177\" class=\"wp-caption-text\">Ostern auf dem Shikoku Ohenro-michi - Bergstausee<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>38<\/td>\n<td>05.04.10<\/td>\n<td>B.H. Misora, Niihama<\/td>\n<td>0897-41-7822<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>39775<\/td>\n<td>22<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Zwischen Tempel Nr. 45 und 46 liegen 45 km, zuviel f\u00fcr einen einzigen Wandertag. Die Unterteilung in zwei Etappen ist durch die Unterkunft mitbestimmt, diesmal ein Business Hotel. Bis dort ziehen wir f\u00fcnf Stunden den Feinstaub der Route 11 in uns hinein, verursacht durch einen nimmer enden wollenden Werktagsschwerverkehr. Zuweilen besteht die M\u00f6glichkeit, auf eine Parallelstrasse auszuweichen, die zwar eng, aber nicht verkehrsfrei ist. Auf der Hauptstrasse kann man sich immerhin auf diejenige Strassenseite hangeln, wo eine Sicherheitslinie, wenn nicht gar ein Trottoir vorhanden ist. Im \u00dcbrigen sind wir unentgeltlich Augenzeugen s\u00e4mtlicher japanischen Autofirmen, Mineral\u00f6lgesellschaften, Autozubeh\u00f6rlieferanten, Shopping Centers, Convenience Stores und zur Erholung Imbissbuden und Caf\u00e9s zwischen Spielh\u00f6llen. Da diese Leistungsschau der japanischen Gesellschaft durch ausreichende Parkfl\u00e4chen voneinander abgetrennt geboten wird, hat man keineswegs das Gef\u00fchl, von all den Fassaden und Reklameschildern erschlagen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Convenience Stores sind die japanische Version unserer Tante-Emma-L\u00e4den. Es sind kleine, einst\u00f6ckige Verkaufsfl\u00e4chen, welche Artikel des t\u00e4glichen Gebrauchs anbieten und 24 Stunden ge\u00f6ffnet sind. Dort kann man aber beispielsweise auch sein Handy aufladen, ein Paket aufgeben, die Toilette aufsuchen oder ein telefonisch bestelltes Flugbillet bezahlen. Aber nat\u00fcrlich sind Eink\u00e4ufe von Getr\u00e4nken und Esswaren neben Toilettenartikeln trotz beschr\u00e4nkter Auswahl die Haupteinnahmequelle dieser <em>Convini<\/em>, wie sie genannt werden, welche als Kettenl\u00e4den unter verschiedenen Labels tausendfach in l\u00e4ndlichen Gebieten und Aussenquartieren zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung beitragen. Ich bin mir sicher, dass die Schweizerische Post gut beraten w\u00e4re, in diesen Zukunftsmarkt einzusteigen. Es g\u00e4be kein Poststellensterben mehr auf dem Lande.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>39<\/td>\n<td>06.04.10<\/td>\n<td>R. Onaru-so, Shikoku-Chuo City<\/td>\n<td>0896-24-5096<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>42431<\/td>\n<td>23<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Fortsetzung von gestern. Nach M\u00f6glichkeit weichen wir auf Parallelstrassen aus. Diese f\u00fchren durch wohlhabende Quartiere. Man merkt den Wohlstand besonders an den G\u00e4rten. Die Japaner sind Meister im \u201aDressieren\u2019 von Nadelb\u00e4umen. Sie zwingen die \u00c4ste mit Gewichten und Dr\u00e4hten in die gew\u00fcnschte Richtung. Jeder Ast darf dann sein B\u00fcndel an buschigen Zweigen mit Nadeln um sich scharen, so dass der Baum aussieht wie ein mehrarmiger Leuchter. Vermutlich kommt gelegentlich ein Baumscherer vorbei und verpasst den Nadelkissen den n\u00f6tigen Schnitt. Zwischen diesen hoch gez\u00fcchteten Koniferen wechseln sich oft Felsbl\u00f6cke ab. Schnittblumen sind im Schatten dieser dominanten Gartengestalten kaum je zu sehen. Halbhohe Steinmauern begrenzen das Grundst\u00fcck gegen die Strasse oder Nachbarschaft.<\/p>\n<div id=\"attachment_179\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/582.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-179\" class=\"size-large wp-image-179\" title=\"582\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/582-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/582-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/582-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-179\" class=\"wp-caption-text\">Japanischer Garten mit &#39;dressierten&#39; B\u00e4umen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Heute setzt es einen wundersch\u00f6nen Fr\u00fchlingstag ab. Nachmittags kann man bereits vom ersten Hitzetag reden. Was uns vorrangig interessiert, ist das Wetter der kommenden zwei Tage. Es steht das auf 910 m liegende Dach der Tour an. Morgen geht es bereits auf 333 m, aber diese werden vermutlich im munteren Auf und Ab wieder \u201ageopfert\u2019.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>40<\/td>\n<td>07.04.10<\/td>\n<td>M. Okada, Miyoshi City<\/td>\n<td>0883-74-1001<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>36464<\/td>\n<td>20<\/td>\n<td colspan=\"2\">65<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Dieser Tag f\u00fchrt uns an den Fuss des Berges Unpenji heran. Tempel Nr. 65 ist in zwei Marschstunden erreicht. Dann f\u00fchrt eine geteerte, jedoch kaum befahrene Strasse in ein Seitental. Von dort wandern wir wieder bergan entlang der vom Schwerverkehr emsig genutzten Route 192, bis ein fast 900 langer Tunnel ins n\u00e4chste Tal hinab f\u00fchrt. Vor Wochen bereits hat Michiko das dortige Minshuku reserviert, denn Alternativen dazu gibt es nicht. Und wir werden denn auch vom Parkgolf spielenden Grossvater erkannt und gleich mit Namen angesprochen. Klar, auch hier sieht man nicht alle Tage Ausl\u00e4nder. Aber als \u00dcberraschung wartet erneut eine schriftliche Nachricht von der 79-j\u00e4hrigen Pilgerin von vor vielen Wochen.<\/p>\n<div id=\"attachment_181\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/672.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-181\" class=\"size-large wp-image-181 \" title=\"672\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/672-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/672-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/672-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-181\" class=\"wp-caption-text\">Im Banne der bl\u00fchenden Kirschb\u00e4ume<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>41<\/td>\n<td>08.04.10<\/td>\n<td>Kanpo-no-Yado Kan-onji-so, Kan-onji<\/td>\n<td>0875-27-6161<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>41524<\/td>\n<td>23<\/td>\n<td colspan=\"2\">66,67<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Aufstieg, steil und wundersch\u00f6n, f\u00fchrt zum Tempel Nr. 66 auf 910 m \u00fc. M. H\u00f6her liegt keiner. Strahlend blauer Himmel. Der K\u00e4lteeinbruch hat sein Gutes, denn man kommt ganz sch\u00f6n ins Schwitzen. Wir k\u00f6nnten den Unpenji-Berg und den Besuch des gleichnamigen Tempels als H\u00f6hepunkt des Shikoku-Pilgerweges betrachten, aber wir suchen keine Rangliste.<\/p>\n<div id=\"attachment_183\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0714.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-183\" class=\"size-large wp-image-183\" title=\"DSCN0714\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0714-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0714-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/DSCN0714-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-183\" class=\"wp-caption-text\">Sicht vom Tempel Nr 66 Unpenji (910 m \u00fc.M.)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Es folgt ein langer Abstieg zu Tempel Nr. 67 und als Dessert die \u00dcbernachtung in einem <em>Onsen<\/em>. 8-9 Kilo weniger bringe ich dort auf die elektronische Personenwaage, als noch bei Tempel Nr. 1! Das Hotel <em>Kanpo-no-yado Kan-onji-so<\/em> verdient trotz des langen Namens erw\u00e4hnt zu werden. Es liegt auf einem kleinen H\u00fcgel und gew\u00e4hrt eine prachtvolle Rundsicht auf die Stadt Kan-onji, ein paar Wasser-R\u00fcckhaltebecken f\u00fcr die Kulturen in der Umgebung, eine Allee bl\u00fchender Kirschb\u00e4ume als Schattenspender f\u00fcr den G\u00e4steparkplatz. In der Ferne zwischen sanft gewellten H\u00fcgelz\u00fcgen erkennt man die Inlandsee. Die m\u00e4chtigste Erhebung ist der Unpenji, den wir ja heute von seiner R\u00fcckseite her bestiegen und auf der uns zugewandten Flanke wieder verlassen haben. Kaum zu glauben, was man imstande ist, an Distanzen an einem Tag zu bew\u00e4ltigen!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein <em>Onsen<\/em> unterscheidet sich von einem Ofuro im Prinzip dadurch, dass man in Thermalwasser badet. In aller Regel ist ein Onsen auch mit einem gr\u00f6sseren Wasserbecken ausgestattet, wo beim Ofuro oft eine Badewanne ausreicht. Obwohl wir Pilgerrabatt erhalten, ist dies mit Abstand die teuerste \u00dcbernachtung auf dem ganzen Pilgerweg. Wir erwarten deshalb ein besonders reichhaltiges Nachtessen, w\u00e4hrend das Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet sowieso keine W\u00fcnsche offen l\u00e4sst.<\/p>\n<div id=\"attachment_184\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/625.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-184\" class=\"size-large wp-image-184\" title=\"625\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/625-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/625-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/625-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-184\" class=\"wp-caption-text\">Nach dem Dinner im Kanpo-no-Yado Kan-onji-so: Gochiso-sama<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>42<\/td>\n<td>09.04.10<\/td>\n<td>R. Monsakiya, Zentsuji City<\/td>\n<td>0877-62-2337<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>51312<\/td>\n<td>28<\/td>\n<td colspan=\"2\">68,69,70,71,72,73<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Eine Rekordzahl besuchter Tempel bringt uns dem Endziel, 88, einen bedeutenden Schritt n\u00e4her. Wir d\u00fcrfen uns gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, denn angesagt ist Regen, aber die ganzen acht Stunden f\u00e4llt kein Tropfen. Da nimmt man den starken Wind \u00fcber weite Strecken gerne in Kauf. Tempel Nr. 68 und 69 sind verm\u00e4hlt, befinden sich in ein und demselben Tempelbezirk. Man stempelt und kalligrafisiert unser Buch praktischerweise f\u00fcr beide und verlangt den doppelten Betrag.<\/p>\n<div id=\"attachment_187\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-69-Kanonji-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-187\" class=\"size-large wp-image-187\" title=\"Nr 69 Kanonji 5\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-69-Kanonji-5-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-69-Kanonji-5-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-69-Kanonji-5-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-187\" class=\"wp-caption-text\">Rast beim Tempel Nr. 69 Kanonji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Tempel Nr. 71 ist der \u201anahrhafteste\u2019, denn er versteckt sich in einer Bergflanke. Wir sind nur selten \u00fcber die Topografie der Strecke im Bild. Als wir endlich im Tempelbezirk eintreffen, finden wir noch ein paar hundert Treppenstufen vor uns. Daf\u00fcr entsch\u00e4digt uns ein Bambuswald auf dem Folgepfad nach Tempel Nr. 71.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>43<\/td>\n<td>10.04.10<\/td>\n<td>Zentsuji Tempel Inn, Zentsuji City<\/td>\n<td>0877-62-2337<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46844<\/td>\n<td>26<\/td>\n<td colspan=\"2\">74,75; Konpira Schrein<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Wunderbarer Fr\u00fchlingstag. Vorgesehen ist der Besuch zweier Tempel innerhalb weniger Kilometer. Tempel Nr. 76 ist der Geburtsort des Gr\u00fcnders der Shingon-Sekte des Buddhismus. <em>Kobo Daishi oder Kukai<\/em> erblickte das Licht der Welt vor ungef\u00e4hr 1200 Jahren. 31 j\u00e4hrig, segelte er nach China und holte sich dort das Wissen um die Sekte, die er alsdann auf ganz Shikoku verbreitete. Er gr\u00fcndete die meisten der besuchten Tempel, auch die Nr. 76, Zentsuji, dessen Sakralbauten in einem Park von 45000 m2 angelegt sind. Wir \u00fcbernachten im Tempel Inn. Von hier aus brechen wir auf, um das knapp zehn Kilometer entfernte Konpira zu besuchen. Es ist dies der gr\u00f6sste Schrein auf Shikoku. Wir begeben uns sozusagen in \u201aFeindesland\u2019, denn Schreine geh\u00f6ren zur urjapanischen Shinto- Religion. Nicht immer vertrugen sich Buddhisten und Shintoisten nebeneinander, denn der Shintoismus war eine zeitlang offizielle Staatsreligion mit dem Kaiser als g\u00f6ttliches Wesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_189\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-81.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-189\" class=\"size-large wp-image-189\" title=\"Nr 75 Zentsuji 8\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-81-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-81-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-81-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-189\" class=\"wp-caption-text\">Teilansicht Tempel Nr. 75 Zentsuji - von unserem Tempel-Inn<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Mit unserer Ohenro-Tracht sind wir in Konpira ziemliche Specie rara. Erstmals befinden wir uns in einer Reisegruppe franz\u00f6sisch sprechender Touristen. Die ersten 500 Meter Richtung Tor\u00ed &#8211; \u00a0Eingangstor mit Querbalken und Symbol eines Schreins &#8211; sind von Souvenirl\u00e4den und Imbissbuden ges\u00e4umt. Auf der stetig ansteigenden Route bis zum obersten Geb\u00e4ude dieses religi\u00f6sen Zentrums sind 1368 Treppenstufen zu bew\u00e4ltigen! Wir geh\u00f6ren zu den relativ wenigen Besuchern, die alle schaffen. Wir werden belohnt mit einem wunderbaren Rundblick auf die Ebene, zu welcher auch die Stadt Konpira geh\u00f6rt. Die grossr\u00e4umig mit niederen H\u00e4usern urbanisierte Fl\u00e4che ist begrenzt durch ein paar H\u00fcgelz\u00fcge, w\u00e4hrend man in der Ferne Konturen der gigantischen H\u00e4ngebr\u00fccke nach Honshu erblickt. Da Samstag und warmes Wetter ist, seufzen Tausende Besucher die Treppen hinauf; einige lassen sich in S\u00e4nften hoch tragen.<\/p>\n<div id=\"attachment_191\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/813.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-191\" class=\"size-large wp-image-191\" title=\"813\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/813-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/813-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/813-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-191\" class=\"wp-caption-text\">Konpira Schrein und seine 1368 Treppenstufen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Mein Eindruck ist, dass dieses Publikum mehrheitlich Sightseeing betreibt. Selten sind Anzeichen religi\u00f6ser Motivation zu erkennen. In der grossen Halle, dem markantesten Geb\u00e4ude, wird gerade eine Darbietung von T\u00e4nzerinnen im Kimono abgedreht.<\/p>\n<div id=\"attachment_192\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Konpira-12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-192\" class=\"size-large wp-image-192 \" title=\"Konpira 12\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Konpira-12-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Konpira-12-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Konpira-12-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-192\" class=\"wp-caption-text\">Konpira Schrein: Der Aufstieg \u00fcber 1368 Treppenstufen wird belohnt<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>44<\/td>\n<td>11.04.10<\/td>\n<td>Ebisu-ya Ryokan, Takamatsu City<\/td>\n<td>087-874-0567<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>51158<\/td>\n<td>28<\/td>\n<td colspan=\"2\">76,77,78,79,80<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Da wir im Inn des Tempels Nr. 75 \u00fcbernachten, sind wir eingeladen, um sechs Uhr fr\u00fch der Morgenandacht beizuwohnen. Sie wird durch f\u00fcnf Geistliche oder Tempelgehilfen gestaltet. Am l\u00e4ngsten ger\u00e4t die Ansprache, welche ich nicht beurteilen kann. Trotzdem glaube ich, dass die meisten Pilger froh sind, an den Fr\u00fchst\u00fccktisch entlassen zu werden. Vorg\u00e4ngig werden wir durch ein stockfinsteres unterirdisches Labyrinth geschleust; man kann sich lediglich mit den H\u00e4nden die W\u00e4nde entlang orientieren, um in einen Raum zu gelangen, wo angeblich die Stimme von Kukai zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_194\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-82.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-194\" class=\"size-large wp-image-194\" title=\"Nr 75 Zentsuji 8\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-82-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-82-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-75-Zentsuji-82-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-194\" class=\"wp-caption-text\">Morgenandacht im Tempel Nr. 75 Zentsuji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Die f\u00fcnf Tempel des Tages stehen in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden, ohne nennenswerte Steigungen. Wir setzen alles daran, das Ziel vor dem angesagten Regen zu erreichen, was uns gelingt. Es scheint, dass die restlichen acht Tempel nicht mehr in der topografischen Langeweile zu finden sind.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>45<\/td>\n<td>12.04.10<\/td>\n<td>B.H. East Park Ritsurin, Takamatsu<\/td>\n<td>087-861-5252<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>59182<\/td>\n<td>33<\/td>\n<td colspan=\"2\">81,82,83<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Ganztags Regen. Es ist, als wolle eine h\u00f6here Macht nach bester Zauberfl\u00f6ten-Manier uns noch ein paar Pr\u00fcfungen in den Weg legen um herauszufinden, ob wir den Ohenro-michi verdientermassen erfolgreich beenden k\u00f6nnen. Die heutige Pr\u00fcfung erkl\u00e4re ich als bestanden. Zwei Tempel erwarteten uns in den Bergen. Das heisst steile Aufstiege und ebenso unangenehm abfallende Pfade. Da ich diese Waldwege wegen ihrer Abgeschiedenheit von L\u00e4rm und Abgasen liebe, will ich die zus\u00e4tzliche Erschwernis durch Regen nicht besonders hervorheben. Dennoch sind entgegenkommende B\u00e4chlein und stehende T\u00fcmpel kein Schleck. Den dritten Tempel des Tages finden wir nach einem 12 km langen Abstieg und stundenlangem Kurven um Aussenquartiere der Stadt Takamatsu. Unser Business Hotel liegt im Stadtzentrum, weitere f\u00fcnf km schnurgerade entlang einer belebten, richtungsgetrennten Stadt-Strasse mit breiten Trottoirs. Alles unter Dauerregen.<\/p>\n<div id=\"attachment_197\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-83-Ichinomiyaji-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-197\" class=\"size-large wp-image-197\" title=\"Nr 83 Ichinomiyaji 2\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-83-Ichinomiyaji-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-83-Ichinomiyaji-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-83-Ichinomiyaji-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-197\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 83 Ichinomiyaji<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>46<\/td>\n<td>13.04.10<\/td>\n<td>Sakae-so, Sanuki City<\/td>\n<td>087-894-0029<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>52594<\/td>\n<td>29<\/td>\n<td colspan=\"2\">84,85<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Am zweitletzten Tag versucht der Wind sein Spiel mit uns. Wir verwenden ihn als Luftk\u00fchlung in den zwei nahrhaften Aufstiegen mit 21 \u2013 27 Steigungsprozenten. Der Abstieg von Tempel Nr. 84 gilt als glitschig nach dem Dauerregen des Vortags. Mit etwa zwei Kilometer Umweg w\u00e4re er zu umgehen, aber Michiko mutet uns den Versuch zu. Wir bewegen uns am Limit. Daf\u00fcr wandern wir vom zweiten Berg in unsere Bleibe weiter als n\u00f6tig, weil ein Einheimischer behauptet, er kenne den Weg ganz genau. Aber er zeigt uns bloss die drei Kilometer l\u00e4ngere Strasse f\u00fcr Autos, wie wir bald feststellen. Wir tr\u00f6sten uns damit, dass wir sonst wieder mit einem regennassen Pfad h\u00e4tten Vorlieb nehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Fr\u00fchmorgens vor Antritt des Tagespensums haben wir den Ritsurin-Park von Takamatsu besucht. Ein wahres Bijou, worin man sich leicht eine Stunde lang die F\u00fcsse vertreten, ja, wie geschehen, sogar aus den Augen verlieren kann. Viele der sechs Weiher und dreizehn von Menschenhand gebauten H\u00fcgel sind miteinander durch Nadelb\u00e4ume zu einem Ganzen verwoben, so dass man sich zu jeder Jahreszeit mit einer Kamera bewaffnen sollte.<\/p>\n<div id=\"attachment_241\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/870.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-241\" class=\"size-large wp-image-241\" title=\"870\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/870-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/870-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/870-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-241\" class=\"wp-caption-text\">Ritsurin-Park Takamatsu<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<div id=\"attachment_199\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/735.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-199\" class=\"size-large wp-image-199\" title=\"735\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/735-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/735-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/735-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-199\" class=\"wp-caption-text\">Ritsurin-Park in Takamatsu<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Zum zweitletzten Mal kann ich im Ofuro meinen t\u00e4glichen Refrain singen: \u201eTHAT\u2019S WHAT WE ARE DOING THIS FOR\u2026\u201c Alle k\u00f6rperliche M\u00fchsal des Tages im heissen Bad ertr\u00e4nken, es als Belohnung einzuheimsen.<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>47<\/td>\n<td>14.04.10<\/td>\n<td>Sakae-so, Sanuki City<\/td>\n<td>087-894-0029<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>43297<\/td>\n<td>24<\/td>\n<td colspan=\"2\">86,87,88<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Geschafft!<\/p>\n<p>In einem eigens f\u00fcr Pilger eingerichteten Center vor der letzten H\u00fcrde zu Tempel Nr. 88 werden wir herzlich empfangen. Dort d\u00fcrfen wir auch eine Urkunde als Botschafter des Ohenro-michi in Empfang nehmen. In einer Ecke des Centers sind Gef\u00e4sse angebracht, in welche die Pilger ihren Namen nach politischen Bezirken des Landes getrennt, einwerfen k\u00f6nnen. Wir ben\u00fctzen die Ablage \u201aInternational\u2019 und finden zuoberst den Zettel von Erik aus Alaska, der hier eine Woche fr\u00fcher eingetroffen ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_201\" style=\"width: 778px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-86-Shidoji-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-201\" class=\"size-large wp-image-201\" title=\"Nr 86 Shidoji 4\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-86-Shidoji-4-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-86-Shidoji-4-768x1024.jpg 768w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-86-Shidoji-4-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-201\" class=\"wp-caption-text\">Pagode bei Tempel Nr. 86 Shidoji<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Danach folgt der knifflige \u00dcbergang \u00fcber den 774 m hohen Bergkamm, der zum Teil auf allen Vieren bew\u00e4ltigt werden will. Trotzdem muss ich einmal zu Boden, zum Gl\u00fcck ohne Konsequenzen. Aber wir d\u00fcrfen uns erst in die Arme fallen, nachdem wir auch den letzten Meter des Abstiegs zum finalen Tempel Nr. 88 geschafft haben. Der Tempel selber bietet ausser der Emotion nichts Besonderes. Eher m\u00fcrrisch, verbietet sich der Kalligraf ein Erinnerungsfoto w\u00e4hrend des letzten Eintrags in unser Stempelbuch.  Der Gemeindebus bringt uns f\u00fcr 200 Yen zum Bahnhof, von wo wir in wenigen Minuten das Ryokan des Vortags erreichen.  Zum Schluss eine Geschichte, wie sie vielleicht nur der Ohenro-michi schreibt: Als wir heute Morgen seit gut einer Stunde zu Fuss unterwegs sind, h\u00e4lt ein Wagen neben uns, ein Herr steigt aus, entschuldigt sich f\u00fcr seine gestrige Behauptung, den richtigen Weg zu Tempel Nr. 87 zu kennen. Seinetwegen h\u00e4tten wir einen gr\u00f6sseren Umweg in Kauf nehmen m\u00fcssen. Mit einem Osettai, Geb\u00e4ck und Candys, verabschiedet er sich, wendet seinen Wagen und f\u00e4hrt von dannen!<\/p>\n<div id=\"attachment_202\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-88-Okuboji-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-202\" class=\"size-large wp-image-202\" title=\"Nr 88 Okuboji 4\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-88-Okuboji-4-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-88-Okuboji-4-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/Nr-88-Okuboji-4-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-202\" class=\"wp-caption-text\">Tempel Nr. 88 Okuboji - letzter Tempel des Ohenro-michi<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>48<\/td>\n<td>15.04.10<\/td>\n<td>Toyoko Inn, Osaka Nanba<\/td>\n<td>06-4397-1045<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>21463<\/td>\n<td>12<\/td>\n<td colspan=\"2\">01, Otsuka Museum, Osaka<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Seit wir Shikoku im Autobus verlassen haben, d.h. die ganze Fahrtdauer von dreieinhalb Stunden haben wir keinen einzigen Tempel erblickt. Von Kobe bis Osaka queren wir eine einzige urbane Megalopolis.<\/p>\n<p>Vor dem Verlassen der Insel Shikoku besuchen wir noch das <em>Otsuka Museum of Art<\/em>. Ein Haus der Superlative! Auf acht Etagen, worunter f\u00fcnf unterirdischen, sind ausgew\u00e4hlte westliche Meisterwerke auf Keramikziegel reproduziert. Das sind \u00fcber tausend Bilder aus 25 L\u00e4ndern. Die Kunstwerke sollen auf diese Weise f\u00fcr die n\u00e4chsten 2000 Jahre unver\u00e4ndert erhalten bleiben. Darunter finde ich Hodler, Segantini und Klee aus Schweizer Museen, selbstverst\u00e4ndlich die Mona Lisa, Guernica, usw. sowie exakte Rekonstruktionen der Sixtinischen Kapelle und Wandmalereien anderer rekonstruierter Bauwerke. Das Museum ist von einem ans\u00e4ssigen Pharmaunternehmen gebaut worden und ist einmalig, indem es die gr\u00f6ssten und einflussreichsten Meisterwerke des Abendlandes an einem Ort vereinigt. Leonardo Da Vincis Abendmahl ist gar in zweifacher Ausf\u00fchrung auf einander gegen\u00fcber liegenden W\u00e4nden dargestellt: Vor und nach der mehrj\u00e4hrigen Restauration durch den italienischen Staat. Der Besuch ist jeden der 3150 Yen Eintrittsgeldes wert. Weiteres auf: \u00a0<a href=\"http:\/\/www.o-museum.or.jp\/english\/\">http:\/\/www.o-museum.or.jp\/english\/<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_206\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/843.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-206\" class=\"size-large wp-image-206  \" title=\"843\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/843-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/843-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/843-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-206\" class=\"wp-caption-text\">Otsuka Museum of Art : Das Letzte Abendmahl - nach der Restauration<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_207\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/822.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-207\" class=\"size-large wp-image-207 \" title=\"822\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/822-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/822-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/822-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-207\" class=\"wp-caption-text\">Otsuka Museum of Art : Pablo Picassos Guernica<\/p><\/div>\n<table style=\"text-align: center;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>49<\/td>\n<td>16.04.10<\/td>\n<td>Koyasan Youth Hostel<\/td>\n<td>0736-56-3889<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>25345<\/td>\n<td>14<\/td>\n<td colspan=\"2\">Koyasan<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Koyasan liegt auf Honshu und kann auch als das Rom der Shingon-Sekte bezeichnet werden. Man erreicht es von Osaka in rund zwei Bahnstunden, wobei die letzte Teilstrecke mit einer Standseilbahn bew\u00e4ltigt wird. Koyasan liegt auf knapp 1000 m \u00fc. M. Hier sollen 4000 Einwohner inmitten von \u00fcber hundert Tempeln und anderen Sakralbauten leben. Viele bieten Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Besucher an. Es sind weniger die Tempel und Souvenirl\u00e4den, die uns beeindrucken, als der Waldweg nach dem rangh\u00f6chsten Tempel, ein kilometerlanger Weg, links und rechts \u00fcbers\u00e4t mit Grabm\u00e4hlern jeder Gr\u00f6sse, welche sich zwischen riesige Tannen zw\u00e4ngen. Viele der Steine m\u00f6gen Jahrhunderte alt sein, sind l\u00e4ngst bemoost und vegetieren in einer zeitlosen Symbiose mit der Natur. Dass Koyasan zum UNESCO Weltkulturgut geh\u00f6rt, ist nat\u00fcrlich, denn was sich da in 1200 Jahren angeh\u00e4uft hat, ist beispiellos. Dass auch heutige Firmen wie Komatsu und Nissan Grabm\u00e4hler f\u00fcr ihre Angestellten unterhalten, beweist, dass es kein ausschliessliches Museum ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_209\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/872.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-209\" class=\"size-large wp-image-209\" title=\"872\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/872-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/872-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/872-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-209\" class=\"wp-caption-text\">Mystisches Koyasan<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_210\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/884.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-210\" class=\"size-large wp-image-210 \" title=\"884\" src=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/884-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/884-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/joe.tyberis.com\/ohenro\/files\/2010\/05\/884-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-210\" class=\"wp-caption-text\">Koyasan -Tausendj\u00e4hriger Friedhof, von m\u00e4chtigen Zedern \u00fcberwuchert <\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Viele Pilger des Ohenro-michi aus Shikoku komplettieren ihren Marsch mit einem Besuch auf Koyasan.<\/p>\n<table style=\"text-align: left;\" border=\"1\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Tag<\/th>\n<th>Datum<\/th>\n<th>Unterkunft<\/th>\n<th>Tel#<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>50<\/td>\n<td>17.04.10<\/td>\n<td>Toyoko Inn, Osaka Nanba<\/td>\n<td>06-4397-1045<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th>Schrittzahl<\/th>\n<th>km<\/th>\n<th colspan=\"2\">Besuchte Orte \/ Tempel Nr.<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>43090<\/td>\n<td>14<\/td>\n<td colspan=\"2\">Koyasan, Osaka<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Auf Koyasan, wo wir in der Jugendherberge \u00fcbernachten, regnet es vom sp\u00e4ten Nachmittag an bis in die halbe Nacht zum Teil stark. Auf dem Bildschirm melden sie erstmals seit Jahrzehnten Schnee in Tokio um diese Jahreszeit. Auf 1000 Meter ist es fr\u00fchmorgens hell bei 1.3 \u00b0 Celsius. Wir entscheiden uns, den Weg ins Tal zu Fuss zu gehen. Es ist dies mit 20 km der l\u00e4ngste zusammenh\u00e4ngende Originalpfad auf unserem gesamten Pilgerweg. Ein wunderbarer Weg, \u00fcber tausend Jahre alt, alle 109 Meter von beschrifteten Marksteinen markiert. <em><em>Cho<\/em><\/em><strong><em>, <\/em><\/strong><em><em>Cho<\/em><\/em> (japanisches <em>L\u00e4ngenma\u00df<\/em>, ca. 109 m). \u00dcber weite Strecken ist der Pfad von Palmwedeln oder Laub bedeckt, was f\u00fcr eine weiche Unterlage sorgt. Unsere F\u00fcsse danken es. Nur wenige Passagen erinnern an die massiven Regenf\u00e4lle der Nacht. Uns kreuzen mehrere Wandergruppen auf dem Weg nach oben. Auf einem Rastplatz treffen wir einen Mann mittleren Alters, der beim Small Talk sagt, er habe von 22 Jahren in Luzern geheiratet. Eine so genannte Japanerhochzeit, <em>all inclusive<\/em>, im Schloss Meggenhorn. Es ist immer wieder r\u00fchrend, mit anzuh\u00f6ren, wie die Japaner von der Schweiz schw\u00e4rmen!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Link auf Zusammenfassung in Versform:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenrovers\">http:\/\/joe.tyberis.com\/ohenrovers<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuch aller 88 Tempel des Shikoku Pilgerwegs zu Fuss im Fr\u00fchjahr 2010. 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